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die Damen in langen blauſeidnen Kleidern, in raſendem Tempo zu galoppiren begannen, worüber das Publicum ſo ſehr in Entzücken gerieth, daß es abwechſelnd ſchrie, mit den Händen klatſchte, mit den Füßen ſtampfte und die Hüte in die Luft warf. Von dem übrigen Inhalt des Ballets habe ich nicht viel mehr behalten, als daß es eine choreographiſche Löſung der Baumwollfrage anſtrebte, Propaganda für die Südſtaaten machte und mit einem zweiten Ball ſchloß, bei welchem die Herren wieder weiße Cravatten, die Damen aber diesmal ſehr kurze Kleider und feuerrothe Tricots trugen. Am Eigenthümlichſten entfaltet ſich das italieniſche Le⸗ ben von Trieſt in den Kaffeehäuſern und den Friſeurſtuben. Nicht ohne eine Anwandlung von Rührung kann ich dieſer Etabliſſements gedenken; denn— mit aller Achtung vor den Profeſſionen andrer Städte— muß ich doch ſagen, daß man in der ganzen Welt nicht ſolchen Kaffee trinkt, und in der ganzen Welt nicht ſo friſirt wird, wie in dieſer Stadt am adriatiſchen Meer. Jedesmal das dritte Haus in Trieſt iſt entweder ein Kaffeehaus oder ein Perrückenladen, als ob Kaf⸗ fee zu trinken und ſich den Kopf pomadiſiren zu laſſen genug ſei, um zu leben. Solch ein„Parruchiere“ iſt übrigens ein Künſtler in ſeiner Art, und ſein Atelier gleicht einem Geſell⸗ ſchaftszimmer, in welcher ſich die jungen Elegants der Stadt zu gewiſſen Stunden verſammeln, wo ſie rauchen, plaudern, die Zeitung leſen, Modefragen erledigen und nebenbei raſirt und friſirt werden. Sie da ſitzen zu ſehen in hohen Stüh⸗ len, den Rock ausgezogen, den Kopf an das lederne Polſter gelehnt, mit der ganzen Behaglichkeit von Männer, welche der Sorge des Lebens für einen Augenblick überhoben ſind, mit einem ſo zufriedenen Geſicht, wie man es auf dieſer Welt nur ſelten erblickt, und mit einem Ausdruck von Vertrauen, als ob ſie nicht nur ihr Haupt, ſondern auch ihr Hauptbuch und Portefeuille ihrem mit Meſſer und Scheere bewaffneten Freund in die Hände legen möchten: dieſes zu ſehen iſt in der That ein großes Vergnügen für den Philanthropen. Ein noch größeres aber iſt es, den„Parruchiere“ ſelber zu ſehen. Zu ſagen, daß dieſer Mann mit der baumwollnen Jacke und der eleganten Hand raſirt, ohne zu ſchneiden, und friſirt, ohne zu zerren, hieße ihn beleidigen. Das verſteht ſich ſo von ſelbſt, als es ſich von ſelbſt verſteht, daß die Sonne aufgeht. Aber die Zärtlichkeit zu beobachten, mit der er jeden Kopf ohne Anſehen der Perſon liebkoſt— wie er ihn hin und her dreht und mit einem Ausdruck von herzlicher Theilnahme bald von der einen, bald von der andern Seite anſieht— wie er ihn hätſchelt und ſtreichelt, als ob es ſein Kopf wäre, und gar nicht ein fremder, wie er ihn wäſcht und abtrocknet, bürſtet und kämmt und immer wieder ſein eigenes Werk zerſtört, nur um die Freude zu haben, es wieder von vorn beginnen zu
können, und wie er zuletzt mit einer unbeſchreiblichen Miene
voll Wehmuth und einem reſignirten Bürſtenſtrich von dieſem Gegenſtand ſeiner zärtlichen Gefühle Abſchied nimmt: das iſt immer mein aufrichtiges Wunder geweſen, ſo oft ich mich in einem Trieſter Perrückenladen befand. Auch die Symbole, deren ſich dieſes Metier hier bedient und die es in Geſtalt von hölzernen Puppenköpfen in Glaskaſten zwiſchen Poma⸗ denbüchſen und Oelfläſchchen auszuhängen pflegt, haben eine ſtarke Anziehungskraft auf mich ausgeübt. Dieſe Puppen⸗ köpfe haben nämlich die allerernſthafteſten Geſichter, die ich in meinem ganzen Leben bei Puppenköpfen bemerkt habe, mit ſo großen Augen und Augenbrauen, daß man ſie immer an⸗ ſehen muß, wenn man vorübergeht, und ſich jedesmal verſucht fühlt, den Hut vor ihnen abzunehmen. Solche Reſpectsper⸗ ſonen ſind es, mit einem ſolch unbeſchreiblich würdevollen
Novellen⸗
Zeitung.
Ausſehen— beides, männlich und weiblich,— die erſteren mit ſteifen Cravatten, Vatermördern und Frackröcken von ſchwarzem Sammt, die Andern mit ſolch keuſchen, hochan⸗ ſchließenden, abgeſchoſſenen Seidenkleidern, daß man ſie ohne Weiteres für Prieſterinnen der Veſta nehmen könnte.
Die Zahl der Friſeurläden in Trieſt wird nur durch die Zahl der Kaffeehäuſer übertroffen. Man könnte mit der Hälfte davon ganz Berlin glücklich machen. Auch habe ich oftmals darüber nachgedacht, woher all die Menſchen kommen ſollten, um all den Kaffee zu trinken und all die„Kipfel“ zu eſſen; und warum einige von den Kaffeehäuſern ſo beharr⸗ lich an jedem Morgen geöffnet, mit Sand beſtreut und mit reinen Tiſchen und Taſſen beſetzt wurden, obgleich ſich doch den ganzen Tag lang außer den Aufwärtern keine Men⸗ ſchenſeele darin blicken ließ. Allein dieſe Betrachtung änderte Nichts an der Thatſache; denn die Wahrheit iſt, daß der Trieſter(und der Italiener überhaupt) zu jeder gegebenen Stunde bei Tag und auch bei Nacht Kaffee trinken kann, daß er das Kaffeetrinken für eine Art von Zeitvertreib hält und in das Kaffeehaus geht, wenn er gerade nichts Beſſeres zu thun hat. Es giebt keinen beſſeren Platz, nicht blos um Kaffee zu trinken, ſondern auch um ſich zu unterhalten, als dieſe Kaffeehäuſer. Was da Alles an einem vorbeigeht und was da Alles mit einem geſchieht, ohne daß man den Mund aufzuthun oder die Hand zu rühren brauchte, iſt gar nicht zu ſagen. Der„Bottega“ kommt mit Kanne, Taſſe, Zeitung, Waſſer und Feuer, ohne daß man ihn gerufen hätte. Das Blumenmädchen kommt mit ſeinem friſchgebundenen Sträuß⸗ chen und heftet uns eins davon in's Knopfloch; der Junge mit dem Cigarrettenpapier kommt und legt uns eins ſeiner rothen oder blauen Büchelchen auf den Tiſch; der Mann mit den Cigarrentaſchen aus geflochtenem Stroh kommt und ſteckt uns eine davon in die Taſche; der Schuſter kommt mit einer Stange voll Stiefeln, der Schneider kommt mit einem Bret voll Hoſen, der Modiſt kommt mit Halstüchern und Cravat⸗ ten,— kurz, was Einem da für Offerten und Anträge ge⸗ macht werden, überſteigt allen Glauben. Auch kommt zuwei⸗ len ein Mann mit einem fetten Kapaun und einer Kappe voll Looſe, um ihn unter den Gäſten auszuſpielen; oder ein Mann mit einem großen Fiſch unter dem Arm, den er meiſtbietend verſteigert.—
Der Rundblick von St. Juſt auf die vom Meer ſich amphitheatraliſch aufbauende Stadt mit dem reichlich dazwi⸗ ſchen auf Felsterraſſen wuchernden Grün von Weinbergen und Gärten iſt entzückend. Es iſt wahr, dieſer Ausläufer des ſteinigen Karſtgebirges zeichnet ſich nicht durch den Reichthum der Vegetation aus, und namentlich empfindet man den Mangel des Waldes; aber doch— ſo groß iſt der Segen dieſer Luft und dieſes Himmels— wo nur ein Fleck⸗ chen Erde ſich darbietet, da wächſt, wie von ſelbſt, die Rebe, die Roſe, die Olive und die Akazie.— Einer der lieblichſten Spaziergänge iſt der nach dem Hügel St. Andrea.
duftiger Bäume. Der Jasmin ſtreut ſeinen berauſchenden Wohlgeruch in die weiche Luft und zur Rechten, unten— tief unter niederhängendem Ginſtergebüſch, deſſen gelbe Blüthen⸗
dolden im Frühjahr wie lauter gelbe Sterne funkeln, rauſcht
und ſingt das Meer— daſſelbe Meer, welches den Lido von Venedig küßt, und fern um die Küſte von Korfu ſpielt— eine breite, träumeriſche Wogenfläche, zuweilen glühend in allen Farben vom Roth und Gold des Sonnenuntergangs, zuweilen bedeckt mit dem grünlichen Silberlicht der ſüdlichen Mondennacht. Und dann, mattleuchtend auf der Höhe des
Hier flüſtern zur Linken, über hohen Gartenmauern, die Kronen
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