Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
601
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ſchooße, t!

Gedanke, ung weiſt, anke

ißt!

rauben

h'n! tglauben, geh'n!

ne, n Höh'n. chreine, ſeh'n. ferve

Iruſt; erne,

ſchale chmerz, ſaale, Herz!

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Braunſchweig,

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marus, Moſer, Gleim, Klopſtock, Moſes Mendelsſohn,

Vierle

ſchichte der europäiſchen Geiſtescultur zu ſchreiben. Es wurde bereits hervorgehoben, mit welcher vorur⸗ theilsloſen und genauen Thatſachenprüfung Hettner zu Werke ging, wie er überall nur mit eigenen Augen ſieht und wie ſcharf ſeine Analyſe, wie beredt und dabei objectiv ſeine Schilderung der Zeitzuſtände, der Geſellſchaft und der einzelnen Perſönlichkeiten iſt. Unabläſſig verfolgt er die inhaltreiche, hiſtoriſch wür devolle Idee, den Kampf für die Aufklärung darzu⸗ ſtellen, und nirgend verliert er ſich in abſchweifende Epiſoden. Sein geſundes logiſches Denken, ſein in⸗ dividueller Styl, ſein politiſch freier Blick wirken auf den Leſer ſo feſſelnd, daß ſie ihm ſelbſt die trocken- ſten Materien ohne jede Spur von Coquetterie inter eſſant zu machen wiſſen. Dieſe Kunſt trat beſonders groß in dem erſten Bande der deutſchen Literaturge⸗ ſchichte hervor. Bekanntlich haben die beiden zuerſt erſchienenen Theile, die England und Frankreich be⸗ handeln, bereits eine ſolche Theilnahme gefunden, daß davon die zweiten Auflagen demnächſt ausgegeben werden.

Der zweite, Deutſchland gewidmete Band, zu⸗ gleich der neueſte und vorletzte des ganzen fünfbän⸗ digen Werkes, umfaßt das Zeitalter Friedrich's des Großen. Ein Charakterbild Friedrich's ſelbſt und ſei⸗ ner religiöſen und politiſchen Denkweiſe bildet einen vorzüglich inſtructiven einleitenden Hintergrund, auf welchem ſich die einzelnen Figuren und literariſchen Erſcheinungen ſpäter um ſo klarer abheben. Zu jenen unvergleichlich lebenswahr und kritiſch kennzeichnend geſchilderten Geſtalten gehören unter anderen Rei⸗

Engel, Möſer, Wieland, Leſſing. Der ſiebenjährige Krieg und der aufgeklärte Despotismus bildet zum zweiten Abſchnitt dieſes architektoniſch ſo überſichtlich aufgebauten Literaturmaterials ein einführendes Cha⸗ rakterbild. Ganz beſonders dankenswerth iſt aber in dieſer zweiten Abtheilung die biographiſch⸗kritiſche

Schilderung von der Perſönlichkeit Winckelmaͤnn's, wie von deſſen Wirken. Dieſe Arbeit darf man unter ſo viel herrlich Gelungenem eine Perle des Hettner'ſchen

Werkes nennen. Vor ihm iſt es noch Keinem gelun⸗ gen, den hohen Geiſt Winckelmann's auf eine er⸗ ſchöpfende gerechte Weiſe zu charakteriſiren. Dieſes Gemälde iſt geeignet, als Beiſpiel einer gelungenen Biographie aufgeſtellt zu werden. Nachdem der Ver⸗ faſſer die widrigen Schickſale und hemmenden Verhält⸗ niſſe vorgeführt hat, durch welche ſich der hohe Wiſ⸗ ſenstrieb und der ideale Schöpfungsdrang Winckel⸗ mann's ſiegreich durchgearbeitet, beleuchtet er die wunderbaren Eigenſchaften dieſes erhabenen Geiſtes noch näher. Ich führe davon Einiges an, da es

denken ſolle. Gottſched'ſche

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allen Gebildeten zum Vortheil ſein wird, die hier gegen Winckelmann ausgeſprochene Hochachtung zu theilen:

In der That giebt es, ſagt Hettner,kein zwei tes Beiſpiel von einer ähnlichen genialen Sehkraft. Winckelmann gebot nur über einen geringen Denk⸗

mälervorrath. Nur ſehr wenige echt griechiſche Werke waren ihm bekannt. Die werke, die Reliefs und

Aegineten, die Parthenons⸗ Statuen aus der Skopas⸗ Praxiteliſchen Schule ſind alle erſt ſpäter aufgefun⸗ den. Was Winckelmann als Höchſtes alter Kunſt bewunderte, der Torſo, die Niobegruppe, die Medi⸗ cäiſche Venus, der Laokoon, der vaticaniſche Apollo, haben ſich jetzt entweder als römiſche Nachbildungen herausgeſtellt oder ſind durch die großen neuen Funde doch bedeutend in ihrem Werthe herabgedrückt. Und doch vermochte Winckelmann aus dieſen dürftigen und unzuſammenhängenden Ueberreſten eine ſo volle Anſchauung von dem Weſen der geſchichtlichen Ent⸗ wickelung der alten Kunſt zu gewinnen, daß wir zwar in allen Einzelheiten jetzt unendlich genauer unter⸗ richtet ſind, aber nichtsdeſtoweniger noch Keiner er⸗ ſtanden iſt und wahrſcheinlich auch ſobald Keiner er⸗ ſtehen wird, welcher, von erhöhtem Standpunkt aus, mit gleicher Weihe das erweiterte Gebiet durchforſcht, erſchaut und geſchildert hätte.

Der Reiz und die Bedeutung des unſterblichen Werkes wird erhöht durch die einfache Würde und Schönheit der Darſtellung. Winckelmann ſtrebte, über das Schöne ſchön zu ſchreiben; er wußte, daß der Styl eines Schriftſtellers nichts Anderes iſt als ſein innerſtes Formgefühl. Scherzend meint er, wie einſt der ſchöͤne Belli, da er in Rom zum erſten Mal auf dem Theater erſchien, geſagt habe, er wolle den Rö⸗

mern zeigen, was Schönheit ſei und Schönheit könne,

ſo wünſche er, daß man aus ſeiner Schrift lerne, wie man ſchreiben und ſeiner und der Nachwelt würdig In einer Zeit, da noch ringsum die Breite und Schwerfälligkeit herrſchte, ſchuf er ſich ſeinerſeits eine durchaus neue und eigen⸗

artige Sprache, voll Schwung und Kraft, gedrängt,

klar und von ſchlagender Bildlichkeit. Jene ſtille Ein falt und Großheit, welche Winckelmann als Weſen der alten Kunſt erkannte, iſt auch das Weſen ſeiner eigenen Denk⸗ und Schreibart. Wir dürfen nur Winckel⸗ mann mit Leſſing vergleichen, und wir ſehen, wie Je⸗ ner durchaus antik, und dieſer modern iſt.

Es erweckte Winckelmann's tiefſten patriotiſchen Unmuth, daß es noch immer Menſchen gab, die nicht begriffen, wie man deutſch und im Deutſchen gut ſchreiben könne; ſein Herz erhob ſich ſtolzer, wenn er