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auf der Straße ſtanden, obgleich ihr die ganze Ge⸗ ſchichte nicht klar war und ſie ſelber nicht wußte, wie Recht ſie mit ihrem Ausruf hatte.
Firſt ließ ſich indeß nicht auf eine Erklärung ein, ſondern beeilte ſich, zu Ottilie zu kommen, um ihr über dieſe ſchweren Stunden hinwegzuhelfen, und nicht allein über jene vor und nach dem Tode ihrer Mutter, ſondern über alles Drückende im Leben, ſo weit es überhaupt in der Macht eines Menſchen ſteht.
Firſt erhielt die glänzendſte Genugthuung durch die Erklärung des Hoflieferanten, er hege nicht den mindeſten Zweifel an ſeiner unbedingteſten Zuverläſ⸗
ſigkeit, und zum Beweiſe deſſen, ſowie zur Entſchädi⸗
gung für die ihm zugefügte Kränkung übergab ihm Schultz die Caſſirerſtelle ohne Caution mit einem Gehalt, das den einfachen Anſprüchen einer Familie, ſelbſt in der theueren Reſidenz, vollkommen genügt. Nach Ablauf der Trauerzeit für Ottiliens Mutter iſt ſeine Hochzeit mit ihr. Der erſte Gaſt bei derſelben ſoll Frau Jette Krupp ſein.
An Eliſens Grabe.
Von Carl Twelckmeyer.
Fließet nieder, wehmuthsvolle Thränen, Senkt euch ein tief in dies friſche Grab; Aber nehmt, o nehmt mein heißes Sehnen, Nehmt's zur theuren Todten mit hinab!
Bringet ihr die heißeſten der Grüße; Sprecht zu ihr von meinem tiefen Weh; Sagt ihr, daß ich feſt in's Herz ſie ſchließe, Bis beim Vater ich ſie wiederſeh'!
Ach! ſie war ſo gut, ſo engelmilde, War der Dorfes Zier, der Eltern Luſt, Eine Chriſtin, recht nach Jeſu Bilde— Und dies Alles war ſie— unbewußt.
Einer Roſe gleich, voll ſüßer Düfte, Die im Morgenthau ſich ſtill erſchließt Und in mild durchwärmte Frühlingslüfte Ihres Kelches Inhalt nun ergießt:
Alſo brach ihr Herz voll Glaubensſtärke, Voll von Liebe und von Hoffnung voll, Täglich aus in edle Liebeswerke,
Wie ein Chriſtenherz ſie üben ſoll.
Ach! Du liebe Blume, zarte Roſe, Ach! und nun hat Dich der Tod geknickt;
Novellen⸗
Feitung.
Liegſt nun duftlos hier im Grabesſchooße, Uns auf immer, immer nun entrückt!
Weh'! Auf immer?— Gräßlicher Gedanke, Der den Schmerz an die Verzweiflung weiſ't, Der erbarmungslos die ſchwache Ranke Unſ'res Troſtes in den Abgrund reißt!
Nein, o nein! ich laſſe mir nicht rauben Meine Hoffnung auf ein Wiederſeh'n! Nein, o nein! ich kann es nimmer glauben, Daß ſo Edles ſollt' in Dunſt zergeh'n!
Zwar im Grabe modern die Gebeine,
Doch Dein Geiſt, er weilt in jenen Höh'n. O, drum nicht nach dieſem Todtenſchreine, Aufwärts, aufwärts ſoll mein Auge ſeh'n.
Dort im Duft der tiefſten Himmelsferne Seh' ich Dich im Geiſt an Jeſu Bruſt; Friede ſtrahlt aus Deinem Augenſterne, Himmelsfriede, ſel'ge Himmelsluſt.
Ach! ſo gieß' aus Deiner Friedensſchale Einen Tropfen auch auf meinen Schmerz, Schwebe nieder aus dem Himmelsſaale, Senk' Dich tröſtend in der Deinen Herz!
Trockne, trockne unſre bangen Thränen, Richte auf den matten Lebensmuth; Stille, ſtille unſer heißes Sehnen,
Löſche aus des Kummers Flammengluth!
Bald, ja bald ſo iſt auch uns entſchwunden Dieſes Lebens kurze Spanne Zeit,
Und— o dann Triumph! s' iſt überwunden Aller Trennungsſchmerz in Ewigkeit!
Literariſche Briefe von Otto Banck.
Literaturgeſchichte des achtzehnten Jahr⸗ hunderts. Von Hermann Hettner. Braunſchweig, bei Vieweg.
Ich habe über die charakteriſtiſche Eigenthümlich⸗ keit und über den außerordentlichen Werth der Hett⸗ ner'ſchen Literaturgeſchichte ſchon früher in dieſen Blättern zu Ihnen geſprochen. Der geiſtvolle und kenntnißreiche Verfaſſer hat einen bedeutenden Ab⸗ ſchnitt ſeines Lebens dazu verwandt, in ſeiner Lite⸗ raturgeſchichte des achtzehnten Jahrhunderts eine Ge⸗
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