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Vierte Folge. 597 wartete An⸗ dens verſetzt ihn im Geiſte an das Sterbebett zurück. Düppelſtürmern, die ſich lachend mit einem„Hurrah, rachte— ihn Er kann unmöglich länger von demſelben fern blei⸗ vorwärts!⸗- in das Gewühl werfen und die eindring— ganzen Wege ben; überdies, da er Vollert, der ſich mit Vergnügen liche Appellation hier ebenſowenig beachten, wie da⸗ ste zufrieden oder auch mit Abſicht in's dichteſte Gedränge zu wer⸗ mals die däniſchen Geſchütze.„Drauf— vorwärts!“ verlor. Das fen ſcheint, nun doch aus den Augen verlor. Das Gedränge iſt in Wahrheit lebensgefährlich; um⸗ er denkt mit Aber augenblicklich kann er ſich nicht wohl los- ſonſt iſt der Verſuch, beiſammen zu bleiben. Die
ſeines nicht wickeln, iſt ſelber ſchon im dichten Gewühl vor das Glieder der Familie Krupp, die auf eigenen Füßen u den letzten Opernhaus geſchoben worden und wird weiter ge⸗ ſtehen, laſſen ſich zwar nicht trennen. Madame ſchreit lein iſt bei der ddrängt. Eine Umkehr, wie noch an dem verhältniß⸗ wohl auf:„Mein Schleier!“ Die Ecke desſelben iſt uflauert. War⸗ mäßig leeren Opernplatz, iſt vorläufig ein Ding der eingeklemmt zwiſchen den Schultern zweier Männer; thörichte junge Unmöglichkeit. Vorwärts alſo, über die mit tauſend bei einem heftigen Anprall der Nachdrängenden wird nigen Einfalls bunten Wimpeln und Lampions geſchmückte Brücke. der Hut ihr beinahe vom Kopfe geriſſen, erwürgt ſie
voll Bitterkeit. Dieſer Schmuck läßt ein kleines Mädchen auf faſt das Hutband, da gleichzeitig von allen Seiten ſie mit diſen dem Arme der Mutter laut aufſchreien vor Entzücken. geſtoßen wird. Endlich giebt das zarte Gewebe nach, es wͤre nicht Die Mutter dagegen ſtößt ein jammervolles Aechzen zerreißt— die Schleierecke wird entführt von den eenn er nicht aus, da ihr der Nachbar auf die Fuͤße trat. Schultern der Räuber.„Es iſt nur der alte— ich dieſen fata⸗„Gott, es iſt mir doch zu viel— kannſt Du werde doch nicht etwas Gutes hier aufſetzen oder an⸗ nicht Lottchen auch noch nehmen?“ fragt ſie ihren hängen!“ beruhigt ſie ihren Mann und ſtemmt ſich rinnen.“ Mann, der ein kleines Kind trägt und an der Hand dann mit voller Kraft gegen die Nachbarn, um ihren z bleibt aer einen größeren Knaben führt, welcher die Mutter am Sohn vor dem Erdrücken und Erſticken zu ſchützen. nach Hauſe— Mantel hält, damit ſie gegenſeitig nicht von einander Endlich rückwärts blickend ſchreit ſie auf— ihr zwei⸗ zu Beneditt's,, abkämen. ter Sprößling iſt verſchwunden ſammt dem Mann, d.„O bewahre—“ keucht er.„Ich kann mich kaum dem ſie ihn anvertraut. en. Uebetdies, genug ſtemmen, daß ſie einem den Jungen nicht zer⸗„Mama, Mama!“ Eine weinende Kinderſtimme ein Auflauf treten, zerquetſchen!“ 3 dringt noch aus der Ferne zu ihr herüber. papier heraus⸗ Der Junge ſchreit laut auf.„Es iſt nach der Landſchule zu!“ Vergebens aber vnot belene„Hier ſind Kinder und Damen— Reſpect vor war der Verſuch, auch dahin zu gelangen. Und nun ſcheuen Bick der zarten Jugend und dem ſchwachen Geſchlecht!“ verſtummt der klägliche Ruf. erliert ſich in ſchreit die beleibte Frau. Umſonſt— hier ſcheint Firſt iſt ſeitwärts gedrängt und geſchoben wor⸗
giſt wünſch nicht allein der Reſpect aufzuhören, ſondern Alles. V den; ſein Widerſtand half nicht und er ſtemmte ſich d auch dazu, Eine Wagenreihe, welche vom Werder'ſchen Markt zuletzt auch nicht mehr, da er ſah, daß zur Rechten ſei m auf. heraufkam, verſperrt die Paſſage, gefährdet die Vor⸗ mehr Raum ſei, als hier in der Nähe der Schloß⸗ de Aufgabe, derſten, da ſie ſtoßweiſe vorrückt; gar leicht kann brücke, der Jeder zuſtrebte. Jetzt kann er endlich auf⸗ Nalech bi⸗ Jemand unter die Räder gerathen oder von einem V athmen. Und da— ſein Auge täuſcht ihn nicht— den det Buf Pferde beſchädigt werden, da an das gebührende Fern⸗ Vollert, der nach der Schleußenbrücke hinſchreitet; ein ün⸗ dochtt halten von den Cquipagen nicht zu denken iſt und haſtiger Rückblick läßt ihn die Mutter nicht gewah—
die gut die Menge heftig, gewaltſam nachdrängt. ren— er kann das ihm anvertraute Kind nicht zu⸗ um
i ſigſen. Firſt hat vergebens verſucht, dieſer Stelle zu rückliefern; wo wäre auch die Möglichkeit, ſie aufzu— tlich zibihe entfliehen. Eben leuchtet das Schloß im elektriſchen finden? Der weinenden Kleinen zuſprechend, folgt er er dem Va Lichte auf; in dem tageshellen Schein, der ſich rings Vollert über die Schleußenbrücke, die Schloßfreiheit 1 verkaufen ergießt, erkennt ihn die Frau. nach dem Luſtgarten.
„Gottlob— nun. bin ich ruhig!“ Damit hat„Die Mama wird auch herkommen,“ tröſtete er edruſfen, uns ſie das fünfjährige Mädchen über den Kopf des Erſt⸗ das Kind;„ſei nur ſtill— warte nur!“ ther, weil u gebornen hinweg auf ſeinen Arm prakticirt. Hier iſt's verhältnißmäßig leer und nunmehr geht; ſo
Firſt weiß nicht, wie ihm geſchieht— kann das auch dunkel; eine aufſteigende Leuchtkugel läßt ihn Seufzer al Kind aber natürlich nicht fallen laſſen; er muß es jedoch Denjenigen wahrnehmen, den er heute ſo be⸗ Hauſe ein feſthalten, alſo behalten. Die Verpflichtung, welche harrlich verfolgt. Behutſam nähert er ſich ihm.
in. Beendem er gegen ſie hat, geſtattet einem Proteſt ſeinerſeits Vollert ſteht ruhig da, betrachtet das alte Mu— nhauſeb.— gar keine Berechtigung, ſchneidet denſelben vorweg ab. ſeum, deſſen Wandmalerei, von oben erleuchtet, einen t, im dinte„Das Gedränge iſt ja lebensgefährlich!“ ſagte magiſchen Eindruck macht; dann wendet er ſich nach ten, nit uc ſie;„verlieren Sie uns doch nicht!— Vaterlandsver⸗ der Schloßbrücke mit den bewimpelten Schiffen und die rieſga theidiger, auch Sie drängen, auch Sie—“ Es gilt ſchwebenden Booten, auf denen das Wort Alſen⸗


