den gh dem Arzt und ihn leiſe hin⸗ n, wie beim aß er ſich ge— ich ihn nicht
ſagte Firſt u, add ich die uch nicht dot, er mir doch.“ blickte etwas Etwa Vollert?
er warf einen ts. Hatte ſich ittelnd ſchloß nruhigt mich, ſo Mancher⸗ uß fort, muß der Reſtaura⸗
Ottilie;„bin gewöhnt, und Einlaß begehtt. e Aufwärterin ſein, daß ich
ch dem Bette Athem, das
nit Mühe die lle, und ging nen Gedanen, inter ihm her⸗ reeppe, wohin dieſelbe hinauf
Es ſbien ihn That war V ginmer aufße⸗ in der Miti
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ues, ſchwächer ſind als ich.
Vierte Folge.
keit vorhanden. Sie wußte nicht einmal, wann er wiederkäme, und Vollert dachte jedenfalls nicht lange zu verweilen.
„Ja, meine Paßkarte!“ drängte er ſchon unge⸗ duldig.
„Ich habe dieſelbe nicht! an ſich.“. „Sie lügen! Ich hörte wohl, daß der Schutz⸗ mann ſie Ihnen übergab.“ Der Boden ſchien unter ihm zu brennen— ließ ihn jede Rückſicht aus den Augen ſetzen.
Unwillig wandte ſie ſich weg und ging in ihr Vorderzimmer, ſo erregt, daß ſie ſogar die Corridor⸗ thüre zu ſchließen vergaß.
Herr Firſt nahm ſie
Ungeſtüm folgte Vollert und drang faſt gewalt⸗
ſam ein, denn ſie verſuchte, ihm den Eintritt zu wehren.
„Soll ich die Nachbarn herbeirnfen, Herr?“ fragte Ottilie empört.
„Ich will aur mein Eigenthum, das Sie mir vorenthalten, und erſuche Sie zum letzten Mal darum. Ah! Sehen Sie?“
Beim Schein der Illuminationskerzen gewahrte
er auf dem Fußboden ſeine Paßkarte. Weder ſie, noch
Firſt hatten dieſelbe vorhin bemerkt. Er wollte ſie aufheben, Ottilie trat jedoch entſchloſſen vor ihn.
„Sie erhalten die Karte nicht,“ ſagte ſie.„Herr Firſt will Sie ſprechen, muß Sie ſprechen. Sie wei⸗ chen ihm gefliſſentlich aus— ein Beweis, daß Sie kein gutes Gewiſſen haben. Erledigen Sie erſt, was zwiſchen Ihnen Beiden liegt, dann erhalten Sie die Karte.“
Vollert lachte ſpöttiſch auf.„Das intereſſante Geſicht meines ehemaligen Collegen rüſtet Sie ja mit wahrem Amazonenſinn aus,“ ſagte er.„Vergeſſen Sie indeß nicht, daß Sie, trotz dieſes Amazonenſin⸗ Nur ungern würde ich mich zur Gewalt gegen eine Dame hinreißen laſſen; indeß—“ Achſelzuckend brach er ab.
Es ſchreckte ſie indeß weder Spott noch Drohung. „Keinen Schritt weiter, oder ich rufe die Nachbarn zuſammen. Ihr College?— Wie hämiſch Sie das ſagen! Und was mir da einfällt! Wie, wenn das Buch, welches er früher führte, Ihnen zugänglich war? Sein Freund ſcheinen Sie eben nicht zu ſein!“
Er war zurückgetreten— raſch, unwillkürlich. „Ich habe nicht Muße, Fräulein, mit Ihnen zu ſtrei⸗ ten!“ ſagte er. Die Stimme klang unſicher.„Be⸗ komme ja auch jeden Augenblick eine neue Karte, wenn Sie einmal eigenſinnig ſein wollen— ich ver⸗
lor ſchon zu viel Zeit damit!“ Aber auf der Schwelle
beſann er ſich anders.„Heute— jetzt finde ich Nie⸗
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mand im Bureau,“ ſagte er, und ehe ſie ſich deſſen verſah, ſprang er mit einem Satze an ihr vorüber, auf die Paßkarte zu. Ottilie ergriff ſeinen ausge⸗ ſtreckten Arm und hielt ihn mit Aufbietung all' ihrer Kraft zurück; nur inſtinctiv, denn auf die Dauer war ſie ihm ja doch nicht gewachſen. Und ein Hülfe⸗ ruf— was nützte derſelbe? Er war berechtigt, ſein Eigenthum zu verlangen, und Ottilie formell im Un⸗ recht, daß ſie es ihm vorenthielt. Deſſenungeachtet ſagte ihr ein unabweisliches Gefühl, ſie habe Recht, da ſie— Firſt einen großen Dienſt erweiſe. Eine echt weibliche Logik!
Derartige Gefühle geben einem Mädchen indeß nicht phyſiſche Ueberlegenheit über einen Mann, ob⸗ wohl derſelbe gerade nicht zu den ſtärkſten ſeines Ge⸗ ſchlechtes gehörte. Gewalt gegen ihn war fruchtlos. In dieſer Erkenntniß und dem gleichzeitigen Gedan⸗ ken, wie unpaſſend dieſer Auftritt ſei, ließ ſie ſeinen Arm los. Im nächſten Moment hatte er die Karte ergriffen und ſchlüpfte in die Hinterſtube. Firſt trat eben ein, eilte ihm nach; Beiden folgte Ottilie. Sie ging aber ſchnell zur Mutter, deren lautes Röcheln alles Uebrige vergeſſen ließ. Die Sterbende hatte nichts gehört, empfand auch nicht die heißen Thränen, mit welchen die Tochter nun ihre Hände netzte.
Vollert war ſchon im Corridor, dann blitzſchnell im Flur und die Treppe hinab; ſeine langen Beine gaben ihm, wie Vormittags, einen Vorſprung vor ſeinem Verfolger.
Zitternd verſchloß Ottilie die Corridorthür, ſaß dann lange am Lager der Kranken; ſie ſuchte verge— bens deren Pein zu lindern.
Welch Mittel giebt es gegen den letzten Kampf im Menſchenleben? Da iſt keine Linderung— er muß eben durchgerungen werden mit all' ſeiner Bit⸗ terkeit. Und die am Sterbelager Stehenden ſehen ihn durchkämpfen mit dem namenlos ſchmerzhaften Ge⸗ fühl, nicht helfen zu können. Wie langſam dieſe Se⸗ cunden hinſchleichen, deren jede ein Pendelſchlag und ein röch ider Athemzug anzeigt! Drinnen faſt kein anderer Laut als das Ticken der Uhr und dieſe rö⸗ chelnden Athemzüge— draußen lauter Jubel. Otti⸗ lien brachte dieſer Contraſt ihr Leid und ihre Ver⸗ laſſenheit noch ſchmerzlicher zum Bewußtſein. Oft lauſchte ſie, ob denn Firſt nicht wiederkomme. Es wäre ihr das ein ſo wirkſamer Troſt geweſen, obgleich ſie ſich es nicht klar machte, wie nahe der junge Mann ihr an dieſem einzigen Tage getreten ſei.
Endlich klingelte es ungeſtüm. Sie fragte, wer Einlaß begehre.
„Ich komme nach den Sachen des Herrn Vollert,“ ſchallte eine rauhe Stimme.


