Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
583
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Bleich und finſter ſtarrte Firſt die Thür an, als die Fremden ſchon längſt verſchwunden waren.

Ottilie kämpfte mit ſich ſelber. Dem jungen Manne jetzt allein gegenüber, kam es ihr plötzlich zum Bewußtſein, daß derſelbe ihr ein Fremder ſei, und ihre Aufforderung vorhin, zu bleiben, eine un⸗ paſſende. Zugleich machte ſich aber ihre Verlaſſenheit nit vollſter Gewalt fühlbar.

Wenn Sie mir mißtrauen, auch glauben, wie die Andern begann er endlich ungewiß und wandte ſich zum Gehen.

Lebhaft unterbrach ſie ihn: nein, nein! Aber meine Mutter iſt ſo ſehr krank Aufhorchend verſtummte ſie und eilte dann in das Nebenzimmer.

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Als verſtehe ſich das von ſelber, er habe Recht dazu, ſo haſtig folgte er.

Das Ausſehen der Kranken rechtfertigte die ſchlimmſten Befürchtungen. Es ſchien, ihre Lebens fraft habe nur bis heute ausgereicht, um nun mit iinem Mal zuſammenzuſinken. Die Tochter war da⸗ von um ſo mehr überwältigt, als ſie ſich doch noch

anitnags während des Einzuges ſo wohlauf gezeigt hatte, wie ſchon ſeit mehreren Monaten nicht.

Jetzt ſaß ſie in fieberhafter Erregung aufrecht, griff nach dem Immortellenkranz und der Zeichnung, die ihres Sohnes Grab darſtellte und ihr heute früh in die Wohnung gebracht worden war. Ottilie hatte vorhin Beides auf dem Tiſch neben ihrem Bette lie⸗ gen laſſen.Edwin's Geburtstagsgeſchenke; es iſt ja heute der ſiebente December! ſprach ſie mit un⸗

de heimlich ſchriller Stimme.

Daß ich ſie dadurch aufregen mußte! flüſterte der junge Mann ſchmerzlich.Aber ich meinte ihr eine Freude zu machen. die

es

Es war die großte Freude, ihr hienieden noch widerfahren konnte, wie ſie Ihnen ja ſelber gte. So erfreut habe ich ſie nach dem Unglück noch tie geſehen wie heute. Sie vergaß ſogar, darüber ſachzudenken, von wem die ſinnige Gabe herrühren könnte.

Wo er ſo lange bleibt! fuhr die

Kranke fort,

und der ſtarre Ausdruck ihres Blickes bezeugte, noch

mehr als die Worte, daß ſie nicht bei Beſinnung ſei. Am ſiebenten December war er immer bei uns imnmer; kam wenigſtens auf Beſuch nach Hauſe! Und

tun läßt er mich warten zum erſten Mal. Und ch habe keine Zeit mehr zum Warten! Ottilie ſprach beſchwichtigend auf ſie ein. Die

ſich auf die Kniee nieder,

wohlbekannte Stimme ſchien ihr Bewußtſein einiger⸗

maßen zu erwecken, angeſtrengt lauſchte ſie

Folge.

Hörſt Du, Tili? Da kommt er!

Allerdings ward Geräuſch hörbar. Firſt hatte Thür zum Vorderzimmer offen gelaſſen; von der drang der froöͤhliche Lärm der Volksmenge, die nach den vornehmen Stadtgegenden ſtrömte, um die glänzende Illumination zu ſehen.

Auch Frau Benedikt hatte die erforderlichen An⸗ ſtalten getroffen. Sie wollte den Einzug der Tapfern feiern; Ottilie hatte jedoch vergeſſen, die Lichter an zuſtecken.

Die Mutter ſchien ſich derſelben zu erinnern und rief lebhaft:Sie haben ſchon angezündet! Schnell!

Ottilie und der Freund ihres Bruders beeilten ſich, dem Befehl Folge zu leiſten. Die nächſten Worte der Kranken verriethen indeß, ſie habe etwas Anderes Sinne gehabt.Die Lunte Edwin! Fort, fort meine Bruſt für die Deine! Wir Mütter ſind's die mit ihrem Herzblut Schlachten gewinnen!

Sie wollte aus dem Bette ſpringen, rang mit Ottilie, ſie zurückhielt, hätte ſie auch überwältigt, wäre ihr nicht Firſt zu Hülfe gekommen.

Hurrah! jubelte draußen die allgegenwärtige Jugend Berlins. Dann ertönte eine ſchnell beliebt gewordene Melodie, der Düppler Sturmmarſch, und dazwiſchen das Lied, das ſeit länger als Jahr und Tag wieder unzählige Male geſungen worden, ohne doch den Sangsluſtigen je zum Ueberdruſſe zu werden das Lied: Schleswig⸗Holſtein meerumſchlungen⸗.

bekaunte Weiſe fand ihren Widerhall in den Herzen den Phantaſirenden, fand ſogar einen Wider⸗ hall auf ihren leichen Lippen. Leiſe ſingend ſank ſie auf die Kiſſen zurück.

Firſt ließ 7 aus ſeinen Armen gleiten und wollte zurücktreten. Sie ſchaute ihn indeß groß und forſchend an ihr Blick erhellte ſich immer mehr, ein Lächeln zuckte um den Mund.

Mein Sohn! flüſterte ſie innig, umfaßte Firſt's Hand mit ihren kalten, zitternden Fingern, zog ihn näher zu ſich und ſchaute ihn zärtlich an; dann er⸗ griff ſie die Hand der Tochter, legte ſie in die ſeinige und ſprach mit ruhiger Zuverſicht:Weine nicht, Tili; er wird Dich nicht verlaſſen. Weißt Du nicht, wie oft er's gelobte von Ingend auf? Du hältſt es, nicht ſo, mein lieber, lieber Sohn?

die

Straße

im

die

So weit es in meinen Kräften ſteht, ja! ge

lobte er; es hätte ſeiner wirklichen Mutter gegenüber

nicht tiefer aus Herzensgrund kommen können.

Sie zog ſeinen Kopf an ihre Bruſt. Er ließ die Hand Ottiliens noch immer in der ſeinigen. Lange verharrten ſie ſo ſchwei⸗ gend und regungslos. Die Kranke war entſchlummert. Ihre Bruſt hob ſich in ſtets leiſeren Athemzügen.