Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
581
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Hauſes, wo gefolgt. Die⸗ mmen Portier

an eigenthüm⸗ Perſonen mit zu verurſachen; Schlüſſel gegen eine gedämpfte

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Lommis. Was der Andere? arts.

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Vierte

dem Treppenabſatz ſtand, das Geländer umklammernd, als fürchte ſie hinabzuſtürzen.

Wohnt hier die Forſtmeiſterin Benedikt? fragte der junge Officier, der nichts von Allem begriff, was eben vorging.

Firſt trat mechaniſch einen Schritt zurück, wie um ſich zu verbergen. Er hatte den Lieutenant vor⸗ her gar nicht gewahrt.

Vollert ſteckte den Schlüſſel in die Corridorthür nit der Bemerkung, die Dame ſei zu Hauſe.Alſo morgen! ſprach er nach der Oeffnung der Thür mit höflicher Verneigung zum Principal, und ging die Treppe hinab.

Firſt, ſind Sie es? rief inzwiſchen Reinhold, den Kriegsgefährten erkennend. Warm ergriff er ſeine halb widerſtrebende Hand.Welch angenehmes Zu⸗ ſammentreffen!

Sein künftiger Schwiegervater warf verächtlich den Kopf zurück.Hm, hm! räuſperte er ſich.

Vollert hatte ſich im Vorübergehen flüſternd zu Aſta geneigt.Sie haben nichts zu fürchten, wenn Sie ſelber ſich durch keine Schwäche verrathen!

Groß und ſtolz blickte ſie auf.

Er lächelte ſpöttiſch.Morgen werden Sie mich verſtehen. Werde ich nicht dazu gezwungen, ſo benutze

ich's nicht, daß der bewußte Brief in meinen Händen

Sie ſtieß einen Schrei aus, der die Andern ver⸗ anlaßte, ſich nach ihr umzuwendeu, ihr zu Hülfe zu eilen, ehe ſie, von einem Schwindel erfaßt, beſin⸗ nungslos in die Kniee ſank.

Dieſe verdammt ſchwachen Nerven! murmelte Vollert, der bei ihrem erſten Laut die zweite Stufen⸗ flucht hinabgeſchlüpft war. Unruhig lauſchte er zu⸗ rück. Ottilie kam heraus. Reinhold und Firſt tru⸗ gen die Ohnmächtige hinein.

Er hat ja ordentlich Glück dazu, ohnmächtige Damen in ſeinen Armen zu halten, ſpottete der Lauſcher dann.Ohnmächtige? Hm, nicht nur ohn⸗ wächtige! Er hat Glück bei den Frauen; iſt's meine Schuld, daß er's nicht auszubenten verſteht, und daß ich außerdem gezwungen bin, meinem Mißgeſchick nachzuhelfen, wie ſich's eben thun läßt? Hoffent⸗ lich wird ſie mich nicht verrathen und ſich ſo ſchnell

etholen, daß meinen Plan nichts kreuzt. Aber mor⸗ gen oder noch heute fällt ſicherlich auch der Alte in Ohnmacht. Möchte dann der Glückliche in der Nähe ſein, um auch ihn aufzufangen und dafür rehabilitirt Ann werden. Ich gönne ihm alles Gute. Auflachend entfernte er ſich.

Aſta hatte ſich in der That faſt augenblicklich erholt, beruhigte ihre erſchreckten Begleiter damit, es

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ſei nur ein vorübergehender Schwindel geweſen. Ob ſie noch unter dem Eindruck desſelben den ehemaligen Commis ihres Vaters ſo krampfhaft am Arme feſt⸗ hielt, daß er ſich ohne Anwendung von Gewalt nicht befreien konnte? Er mußte ſich halb über den Seſ⸗ ſel neigen, auf welchem ſie ſich niedergelaſſen hatte, oder vielmehr niedergelaſſen worden war. Der Bräuti⸗ gam war zu beſtürzt, um darin etwas Auffälliges zu finden; er dankte dem Kriegscameraden vielmehr für den geleiſteten Beiſtand.

Der Vater runzelte die Stirn.Laß den Herrn

los, Aſta! Er ſprach mit auffallend verächtlicher Betonung.

Die Hand Aſta's öffnete ſich ſchnell, wie im hef tigen Schrecken, als ſie ihrer Selbſtvergeſſenheit inne ward. Zugleich traf ein vielſagender Blick den jun⸗ gen Mann, ein Blick, in welchem Vorwurf, Herzensangſt und flehende Bitte ein ſeltſames Gemiſch bildeten.

Der Lieutenant ſchaute umher. Ottilie hatte ſich für einen Augenblick entfernt, da Aſta ihrer Hülfe nicht mehr bedurfte. Er zog alſo den künftigen Schwiegervater bei Seite.

Was haben Sie gegen Firſt? Ihr Ton be⸗ fremdete mich, befremdet mich doppelt einem Kampf⸗ genoſſen gegenüber, der ſich ſtets brav erwies, der zudem der Familie befreundet ſein muß, in deren Wohnung wir uns befinden. Ich erinnere mich, daß der arme Benedikt, der an meiner Stelle fiel, mit ihm ſehr vertraut war.

Beruhigen Sie ſich, flüſterte mittlerweile Firſt der jungen Dame zu.Ihr Mißtrauen gegen mich iſt durchaus unbegründet. Habe ich mich denn ſo benommen

Leiſe unterbrach ſie ihn.Und mein Brief? Im Beſitz eines Andern! Eines Menſchen, der mir da mit droht! Sie preßte die gefalteten Hände in ein⸗ ander.

Sie wiſſen! Gewaltſam entriß er ihn mir. Allein er muß und wird ihn wieder herausgeben. Noch heute das ſchwöre ich Ihnen. Auch glaube ich nicht, daß er davon irgend welchen Gebrauch macht ſo niedrig iſt er doch nicht, er hätte es ja ſchon heute gethan. Er verſtummte und wandte ſich den andern Anweſenden zu.

Der Hoflieferant hatte dem künftigen Eidam er⸗ widert:Bedauere das aufrichtig. Hätte von ihm früher nicht geglaubt, was dann doch geſchehen iſt. Ich werde Ihnen die Geſchichte erzählen; aber nicht jetzt nachher, zu Hauſe! Er ſchob Reinhold zu⸗ rück. Dieſer ſah mit lebhafter Freude, daß die Le⸗ bensfarbe wieder auf Aſta's Wangen blühte. Er redete Firſt an, fragte ihn, ob er bei dem Einzug