Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
580
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wöhnlich, die Kugel hätte mein Leben geendet. Nie⸗ mand, der es nicht ſelber erfuhr, weiß, wie einem zu Muthe iſt, wenn man einen braven Cameraden, der eben noch voll Lebenskraft und Hoffnungsfreudig⸗ keit war, wie auch wir, plötzlich ſtarr, todt neben ſich ſieht zumal, wenn man ſich dabei ſagen muß: ohne dieſen Schritt zur Seite lägſt du nun ſtatt ſeiner da. Noch heute iſt mir's, als ſei Benedikt für mich ge⸗ ſtorben, und wer weiß was ich darum gäbe, könnte ich ſeiner armen Mutter einen Erſatz oder doch Troſt bieten für dieſen herben Verluſt.

Der Hoflieferant wandte ſich wieder um, hatte ihn gehört, da er unwillkürlich lauter geſprochen als bisher.Was ich dabei thun könnte, ſoll gern ge⸗ ſchehen; das ſagte ich ja gleich, als ich von dem Vorfall vernahm. Allein nach der Erkundigung, die ich über die Frau einzog, bedarf ſie weder einer Un⸗ terſtützung, noch würde ſie eine ſolche annehmen, wenn ſie derſelben bedürfte.

Der junge Mann konnte kaum ein Lächeln un⸗ terdrücken bei dieſer Identificirung von Erſatz und Unterſtützung. Er ſprach jedoch in gedämpftem Tone weiter:Während ein ſo kleiner Umſtand entſchei⸗ dend wird über Leben und Tod, darf man eine zweite Perſon nicht an ſich knüpfen. Und als die Friedens⸗ verhandlungen begannen, der Krieg vorausſichtlich beendet war, wollte ich nicht ſchriftlich um Dich wer⸗ ben, ſondern erſt nach unſerer Rückkehr.

Leider! Das Wort ward nicht hörbar, ein Seufzer erſtickte es; doch ſtand es leſerlich in ihren Zügen.

Die Rückkehr verzögerte ſich indeß, und hätte ich nicht Gelegenheit gehabt, Dich auf dem Lande zu ſehen und mich auszuſprechen, ſo würde ich doch wohl meinem Vorſatz untreu geworden ſein und geſchrieben haben. Eins aber befremdete mich!

Raſch blickte Ottilie auf, fragte indeß nicht.

Etwas Seltſames in Deinem Weſen. Nicht nur die Art, in welcher Du meine Erklärung auf⸗ nahmſt, ſondern auch Dein Benehmen jetzt. Dieſe Unruhe, dieſe Widerſprüche

Und was ſchließeſt Du daraus? Dieſe Worte klangen faſt tonlos.

Daß Du, Dir ſelber unklar, nicht weißt, ob Du mich wirklich liebſt; denn es giebt ja doch kei⸗ nen andern Grund

Tiefathmend, wie endlich zu einem Entſchluſſe gekommen, unterbrach ſie ihn:Keinen andern Grund? Wie, wenn ich nun Trotz ihres Vorſatzes mußte ſie inne halten und konnte dann nur mit An⸗ ſtrengung fortfahren:Deiner unwürdig wäre?

Novellen⸗Zeitung.

Da ſtanden ſie in dem Flur eines Hauſes, wo⸗ hin ſie, ohne es zu wiſſen, ihrem Vater gefolgt. Die⸗ ſer hatte trotz der Dunkelheit den ſtummen Portier glücklich entziffert, und ſagte:

Hier iſt es zwei Treppen.

Mechaniſch ſchritt ſie ihm nach.

Gleichzeitig vernahm man oben ein eigenthüm⸗ liches Geräuſch. Offenbar rangen zwei Perſonen mit einander, ohne jedoch lautes Getümmel zu verurſachen; dazwiſchen ein Klang, als klirrten Schlüſſel gegen einander.Ich rufe um Hülfe, ſagte eine ⸗gedämpfte

Stimme,den Brief! eine zweite, e lls ge⸗ dämpft. Die junge Dame fuhr zuſammen u 3 1

ganzen Körper.

Ah der junge Vollert, mein Commis. Was mag er denn nur haben, und wer iſt der Andere? Der Hoflieferant ſchritt neugierig vorwärts.

Der Lieutenant war ſtehen geblieben, ein plötz⸗ liches Unwohlſein bei ſeiner Braut vorausſetzend. Ottilie eilte jedoch dem Vater nach.

Das Tageslicht war oben noch nicht ſe ſchen wie unten. Firſt erblickte den Hoflieferanten, ſobald dieſer auf der Treppe auftauchte, und ließ augenblick⸗ lich von dem Andern ab. Ei der Tauſend! daß er zuerſt nichts Anderes hervorbringen konnte.

Schultz war ſo überraſcht,

Vollert begrüßte den Principal ehrerbietie zupfte dann ſeinen Ueberrock zurecht. Er te ſich auf der Stelle gefaßt, war höchlich erfreut ü dieſe Unterbrechung des Auftritts, und fragte dienſteifrig nach dem Begehren der Herrſchaften.

Firſt ſpielte keine ſo gute Rolle, fand ſeine Un⸗ befangenheit überhaupt nicht wieder. Sein Blick ſtreifte zornfunkelnd den Gegner, doch miſchte ſich ſeiner Auf⸗ regung unverkennbare Angſt bei, zumal als der Hof⸗ lieferant herriſch fragte:Aber was giebt es denn, was bedeutet das? und Vollert mit triumphirendem Lächeln nach der Bruſttaſche griff.

Er zog es indeß vor, von dem Briefe keinen Gebrauch zu machen.Morgen ſollen Sie die Er⸗ klärung dafür haben Alles erfahren, Herr Hoflie⸗ ferant.

Den Andern entging die ſeltſame Betonung, der Anklang von Hohn; nur Firſt ward davon getroffen, als habe er einen körperlichen Schlag empfangen. Unwillkürlich machte er eine Bewegung, ſich auf Vol⸗ lert zu werfen, bezwang ſich jedoch eben ſo ſchnell.

Denn jetzt dürfte nicht der geeignete Augen⸗ blick dazu ſein, fuhr Jener inzwiſchen fort, während

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