Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
575
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das Caſtell auf, teßen die Opfer tigt der Thurm geln gebaut, ſo wie es ſcheint, nt der Ruinen⸗ if dem hoch ein hrillenden Fal⸗ roßen Weiher, gder Todten⸗ ilf. Das iſt mwelt des Ae⸗ andere Rurnen des Sunpfes. nchmal ſclucht wie die Seele ohnt und nach dblick in dies en entzückenden und die Ca⸗ ein das äbend⸗ ſich entſchwingt. rüben verleſſen Purde ſie zur ſchien es, 0 ns, und 0

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wiſſen möchte, grämt es, aber der Poet deckt dies Myſterium geern mit Epheuranken zu. Im Alterthum ſoll dort das Nym⸗

Trümmer wir eben betraten. Ich weiß nicht zu ſagen, wann

Vierte Folge.

ſcheint hier ſeinen Urſprung zu nehmen, und plöͤtzlich bringt er einen überraſchenden Gegenſatz jungen, brauſenden Lebens in dieſe grüne Gräberwelt. Denn mit der ſtürmenden Ge⸗ walt des Bergbachs ſprengt er an den Ruinen entlang, jagt, wie von Dämonen geſchreckt, wie beflügelt, als wollte er den Todesſchlingen des Epheu entrinnen, durch die Gräber, und gleich einem lebendigen Weſen iſt er anzuſehen, wenn er ſo blitzend und ſchäumend durch die weiten pontiniſchen Sümpfe dem Meere zuflieht. Er treibt am Weiher eine Mühle, die in einem Bau des Mittelalters eingerichtet iſt, denn ein Theil von ihr iſt alten Styls mit gothiſch⸗römiſchen Säulenfenſtern. Auf dem Speicher daran ſteht geſchrieben, daß Franciscus Gaetani, Herzog von Semoneta und Herr von Nympha, ihn und den Eingang in den Ort ſammt den Mühlen im Jahr 1765 erbaut habe.

Die Geſchichte der merkwürdigen Stadt iſt ziemlich dun⸗ kel. Im zwölften Jahrhundert beſaßen ſie die Frangipani; der berühmte Papſt Alexander III. wurde dort am 20. Sep⸗ tember 1159 geweiht. Das Geſchlecht der Gaetani ſetzte ſich ſeit dem Ende des dreizehnten Jahrhunderts in Beſitz von Nympha und ſeine Nachkommen haben ihn bis heute be⸗ halten. Die Familienarchive in Rom verwahren viele Ur⸗ kunden, welche zeigen, wie der Nepot Bonifacius' VIII., Pie⸗ tro Gaetani, lateraniſcher Pfalzgraf und Graf von Caſerta, nach und nach die Häuſer und Güter Nympha's von ihren Beſitzern abkaufte. Es machte mir immer Freude, dieſe alten Pergamente mit ihrer wunderlichen Schrift zu leſen, welche ſo ganz und gar in den Geiſt jener Zeit verſetzen. Ich fand indeß kein Actenſtück mehr aus dem funfzehnten Säcu⸗ lum. Aber noch am 22. Februar 1349 iſt eine Urkunde in jenem Baronſchloß gezeichnet, deſſen im Sumpf verſunkene

Nympha verlaſſen ward. Den Geſchichtſchreiber, der Alles

phäum, ein Nymphentempel, an der Quelle und dem See ge⸗ ſtanden haben, und ohne Zweifel war dies Local den Nym⸗ phen geheiligt, von denen es auch ſeinen ſchönen Namen er⸗ hielt. So nymphenhaft iſt der Ort, daß man ihm dieſen Namen geben würde, wenn er ihn nicht ſchon trüge.

Allte Berichte ſagen, daß an der Stelle des Nymphen⸗ tempels die Kirche des Erzengels Michael gebaut wurde. Im Jahre 1216 aber ſtiftete der Cardinal Ugolino, nachmals Gregor IX., hier die Kirche der heiligen Maria vom Myr⸗ thenberg, S. Maria del Mirteto. Auch wohnten die Ritter vom Orden des Lazarus hier. Nun iſt alles in Epheu ver⸗ ſunken. Der Wanderer, der hier umhergeht, ruft die Geiſter

herbei und glaubt ſich umſchwärmt von Waſſernixen oder Feen. Dies entzückende Nympha iſt das reizendſte Märchen der Geſchichte und der Natur, das ich irgend in der Welt ge⸗ ſehen habe. 6.

Der ſchwarze Montag. DerMelbourne Argus ſagt: Montag, den 27. Februar 1865 der künftig in den Annalen von Victoria derſchwarze Montag heißen wird war ein Tag, der

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Alles übertraf, was wir in den letzten vierzehn Jahren hier in dieſer Art erfahren hatten. Man fühlte ihn in beinah gleichem Grade über das ganze Land. Schnell begannen furchtbare Buſchbrände und Melbourne war mit einem ſchwe⸗ ren Rauche erfüllt, der einem dicken Nebel glich. Dieſer Rauch brachte uns die Erleichterung, daß wir nicht von dem Feuerſchein geblendet wurden. Das war indeſſen nur eine kleine Milderung deſſen, was wir zu erdulden hatten. Die mit der Gewalt eines Sturmes kommenden Windſtöße waren, als wenn ſie eben aus einem heißen Ofen hervorkämen. Der Staub füllte jede Falte der Kleider und jede Pore der Haut. In den Straßen konnte man nur mühſam gehen und es war unmöglich, einige Schritte vor ſich zu blicken. Das Athmen wurde ſchwierig, und ausgenommen in geräumigen Häuſern mit ſtarken Mauern, deren Bewohner bei Zeiten jede Thür und jedes Fenſter verſchloſſen hatten, war das Gefühl der Niedergeſchlagenheit vorherrſchend. Die mit Waaren bela⸗ denen Wagen wurden nur langſam fortbewegt und die dunkle Atmoſphäre und der düſtre Himmel verkündete, daß das Land im Feuer ſtehe, eine Vorherſagung, welche durch die Um⸗ ſtände beinah verbürgt wurde. Es war indeſſen merkwürdig, daß das Thermometer im Schatten in Melbourne doch nur auf 98,50 Fahrenheit(29 40 Reaumur) ſtand. Ein ſolches Wetter konnte nicht anhalten und gerade vor 5 Uhr Nachmit⸗ tags änderte ſich plötzlich der Wind in einen kalten Südwind und einen leichten Regen, bei dem aber die Luft im Innern der Häuſer ſchwül blieb. Des Nachts trafen Telegramms ein, welche ſchreckliche Erzählungen von den Verheerungen auf dem Lande überbrachten. In Ballarat erreichte die Hitze 990 und Buſchfeuer wütheten von Springhill und Learmouth bis an den Rand des Bullarook⸗ Waldes. Von Geelong bis Ballarat war faſt eine fortlaufende Feuerlinie und zahlreiche Häuſer, Umzäunungen und Ernten verbrannten entweder oder wurden nur mit Mühe gerettet. In der Gegend um Daylesford herum ereigneten ſich ähnliche Unfälle. Die gro⸗ ßen Sägemühlen Riddell's und Tredennick's wurden nur mit

ſehr großer Schwierigkeit gerettet, und Kutſchen auf der Land⸗

ſtraße bewegten ſich nur mit Schwierigkeit durch das auf bei⸗ den Seiten brennende Bauholz. Nördlich von Melbourne, wo der Schwarzwald ſich über eine große Strecke des Landes ausbreitet, war es noch viel ſchlimmer und zwiſchen Taradale und Elphinſtone ſchlängelten ſich die Flammen bis wenige Ellen von den Wagen und verzehrten ſelbſt die Umpfählung der Eiſenbahnen. In Sandhurſt ſtand das Thermometer im Schatten auf 105⁰(32 40 Réaumur); die Sonnenhitze war brennend, der Wind heiß und die Atmoſphäre erſtickend. Zwiſchen Sandhurſt und Caſtlemaine boten die Alexandrin⸗ Bergkette und der Alexander⸗Berg ein prachtvolles Schau⸗ ſpiel dar. Das Gras war ganz vom Feuer verzehrt und auf der ganzen Oberfläche der Hügel ſah man Tauſende von brennenden Bäumen und Holzſtücken. In der Nacht waren die dicken Wolken, obſchon der Wind ſich geändert hatte, von einem ſchwarzgelben Glanz erhellt. Der große Ackerbaudi⸗ ſtrict von Kyneton war vielleicht am ſchwerſten heimgeſucht

und Häuſer, volle Scheunen, Getreideſchober, Verzäunungen

Aus allen Hätte

und Fruchtfelder wurden dort in Aſche gelegt. Theilen der Colonie lauten die Nachrichten ebenſo.

nicht leicht aus dem Gedächtniß derer, welche ſein ſchreckliches der heiße Wind länger angehalten, ſo würden die dadurch

Wetter erduldet haben, verſchwinden wird. Die Sonne ging trübe auf und ihr Anſehen war drohend. Das war

veranlaßten Verluſte nicht funfzigtauſend, ſondern eine halbe Million Pf. St. betragen haben, denn die ſchnellen

keine Täuſchung, denn der Tag hatte kaum begonnen, als ſich und unermüdeten Anſtrengungen, das Eigenthum gegen

ein ungeſtümer Siroccowind von Nordnordweſt erhob

wel⸗ die Flammen zu ſchützen, würden dann nutzlos geweſen ſein.

cher in ſeiner wilden Schnelligkeit und überwältigenden Hitze Es ſind bereits Schritte gethan, um den Nothleidenden zu