Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
571
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Vierle Folge.

Jeuillelon.

vielleicht ein anderweitiges Opfer bringt, da der Capitain bei dieſem Handel ſeinen Schnitt zu machen gedenkt, während ihn die Fracht auf ſeinem eigenen Boot nichts koſtet, und der

ſeln und Rau⸗

der Sphären⸗ des Sturmes, eiſtergeſan g

Die wilden Bienen in Amerxika.

Die ungeheuren Maſſen von Honig, welche in den letz⸗ ten Decennien auf den europäiſchen Markt kommen und die

mals ob ein durchglüheter

deſndig mit⸗ aus ſich ſlbſt amliſch keuſche Klarheit über

eſtination ge te vegetativer nur dann an die Flammen eele erreichen

auliche Form⸗ Gliederherr⸗ ich ſelbſt her⸗ ückgewundene die Incar⸗ durchäderten einer Analyſe

ſind bezau⸗ Sphinpbilder, in ein Meer een Phraſ⸗ gelaſſen und here Zeit mit erhole, daß n habe, weil en, das die t, und weil nenſion, die⸗ jſteller kann klar macht, ebt, als die, nd komiſcher egriffe alls⸗

ſche Fehler

an Inten⸗ ſictlich der

ſchem Intereſſe.

inländiſchen Bienenzuchten, wenn auch nicht durch Qualität, ſi E 1 W zielt, dem Schiffer immer einen hübſchen Spielraum für

ſo doch durch Quantität nicht angenehm berühren, entſtammen bekanntlich den amerikaniſchen Wäldern. C. Münch, der manche intereſſante Schilderung von dem, was er in der Ferne geſehen, daheim erzählt, giebt von dem Verfahren der amerikaniſchen Bienenjäger ein ſehr anſchauliches Bild.

Ob unſere Honigbiene auch in der neuen Welt ein⸗ heimiſch oder ob ſie erſt von den britiſchen Anſiedlern in der zweiten Hälfte des ſiebzehnten Jahrhunderts nach Nordame⸗ rika gebracht worden, dürfte ſchwer zu ermitteln ſein, obſchon die Indianer wahrgenommen haben wollen, daß die Biene ſich niemals weit vom Saume der Civiliſation entfernt. Schon vor vielen Jahren iſt der Einfall von Boone in Ken⸗ tucky und das Vordringen der übrigen hinterwäldleriſchen Anſiedler in die weſtlichen Regionen durch einen Krieger der

Schahnies prophezeit worden, welcher, als er eine Biene auf

dem weſtlichen Ufer des Miſſiſſippi bemerkte, ſeinen Stamm verwarnte, daß binnen Kurzem die Weißen in deſſen Jagdre⸗

vier eindringen würden; und noch in weit jüngerer Zeit ſoll

ein Numas⸗Indianer die Beſiedelung von Californien vor⸗ ausgeſagt haben, als er einen ſogenannten Bienenbaum am Gila⸗Strome entdeckte. In einigen der ſüdweſtlichen Staa⸗

ten der geſprengten Union haben einige Hinterwäldler das

Einſammeln von Honig als einen Gegenſtand des Handels oder Tauſchverkehrs zu einem Gewerbe gemacht, und da der Honig einen Vierteldollar per Gallone einzubringen pflegte, und manche von den Bienenbäumen von ſechs bis zu zwölf Gallonen Honig lieferten außer dem Wachs, ſo war das Ge⸗ ſchäft kein ſo ſchlechtes. Es gehört allerdings ein eigenthüm⸗ licher Geſchmack dazu, Bienenjäger zu werden, denn ein ſol⸗ cher iſt von ſinniger ſtiller Gemüthsart, ein Freund der Ein⸗ ſamkeit und der Blumen, wenn auch nicht eben aus botani⸗ Ein Bienenjäger hat vieles mit einem An⸗ gelfiſcher gemein, denn das erſte Erforderniß iſt eine unbe⸗ ſchreibliche Geduld und Ausdauer. Der Bienenjäger liebt das Schweigen der Wälder, deren Stille nur durch das ſchläf⸗ rige Geſumme der Biene oder das leiſe Zirpen eines Vogels unterbrochen wird, und das gelegentliche laute Pochen des Spechts tönt ſeinem Ohre ſchon hart.

Am Ufer irgend eines ſchiffbaren Stromes erbaut ſich der Bienenjäger ſeine Blockhütte, zäunt ſich ein Grundſtück von einem oder zwei Morgen ein, um ſein Gemüſe davon zu ziehen, verläßt ſich für ſeinen Fleiſchbedarf auf ſeine zuver⸗

läſſige Büchſe, für ſeinen Brodbedarf auf ſeine Geſchicklich⸗ keit in der Auffindung der ſüßen Vorräthe der wilden Bie⸗ V

nen; und wenn er dann drei oder vier Fäßchen Honig ange⸗

ſammelt hat, rollt er ſie die ſteile Uferböſchung hinunter nach ſeinem Boote, rudert die Ladung nach der nächſten Niederlaſ⸗

ſung, und kehrt mit einem Fäßchen Mehl, mit Pulver und Blei und anderen Lebensbedürfniſſen, deren er gerade nöthig hat, zu ſeinem einſamen Heimweſen im Walde zurück.

Wenn er ſich an einem der bedeutenderen Ströme nieder⸗

gelaſſen hat, welchen die großen Flußdampfboote befahren, wie am Miſſiſſippi, ſo handelt er gewöhnlich mit dem Capi⸗ tain irgend eines Boots und erſpart dadurch Zeit, obſchon er

ſichere Preis, welchen er für den Honig in New⸗Orleans er⸗

ſeinen Gewinn läßt.

Der Unterſchied zwiſchen einem Bienenjäger und einem gewöhnlichen Menſchen fällt dem Beobachter ſogleich in die Augen. Da ſich der Bienenjager nämlich ganz auf die Ei⸗ genſchaften, Kräfte und Fähigkeiten ſeines Geiſtes verlaſſen muß, ſo legt er gegen die bloße Verzierung ſeiner äußeren Geſtalt eine ſouveräne Verachtung an den Tag. Seine Kopfbedeckung beſteht in einem alten, zerſchlagenen, zerknüll⸗ ten, breitrandigen Filzhute, deſſen große Krempe ſeine Augen beſchattet; ein blau und weiß geſtreiftes grobes Hemd von Baumwollenſtoff, das am Halſe offen ſteht und überhaupt nirgends zugeknöpft iſt, hängt nachläſſig um ſeine Schultern; einer Jacke oder Weſte bedarf er nicht, und ſeineUnaus⸗ ſprechlichen ſind entweder von Hirſchleder und dann von Schmutz und Honig etwa gleichmäßig beſchmiert, oder aber, wenn ſie von minder dauerhaftem Stoffe, am Rande in zahl⸗ loſe Streifen und Bänder zerfetzt als Beweis von manchem Brombeerengeſtrüppe und Dorngehege, durch das er ſich acht⸗ los der Dornen gezwängt hat, wenn er ſein Auge angeſtrengt, um den geraden Flug einer Biene zu ihrem Neſte zu beob⸗ achten.

Das Sehvermögen ſeines Auges hat er zu einem wun⸗ derbaren Grade von Vollkommenheit ausgebildet, denn von ſeiner Sehkraft hängt hauptſächlich ſein Erfolg ab. Nach dem herkömmlichen Brauch der Wälder, der hier Geſetzeskraft hat, iſt jeder, welcher immer einen Honigbaum findet und denſelben durch eine oder mehrere Kerben bezeichnet, die er in ſeine Rinde einhaut, berechtigt, denſelben zu jeder künfti⸗ gen Zeit als ſein Eigenthum anzuſprechen; daher würde jeder, der gemein genug wäre, einen ſolchen bezeichneten Baum zu fällen und den Honig herauszunehmen, eben ſo gut als ein Dieb angeſehen werden wie derjenige, welcher einem Andern die Taſchen ausgelert hätte; und zu Ehren der Tau⸗ ſende von Hinterwäldlern, die ich kennen gelernt habe, iſt mir niemals irgend ein Fall zu Ohren gekommen, wo dieſe Regel nicht reſpectirt worden wäre.

Wie viel Honigbäume haſt Du dieſen Sommer ange⸗ zeichnet? fragte ich einen alten Neger, welcher emſig an einem abgebrochenen Arxtſtiele ausbeſſerte.

Vierundneunzig, Maſſa, und nächſten Herbſt hoffe ich eine Menge Honig zum Verkauf zu haben, war die Ant⸗ wort.

Dieſe Bäume waren alle in der Umgebung der Pflan⸗ zung bezeichnet worden, und wiewohl vielleicht der Neger ſelbſt niemals wieder im Stande war, ſie alle aufzufinden, ſo würden ſie doch, weil angekerbt, niemals von Andern in Anſpruch genommen worden ſein, und wenn ein ganzes Dutzend Bienenjäger an ihnen vorüber gegangen wäre.

Auf meinen Wanderungen bin ich wiederholt auf Honig⸗ bäume geſtoßen, habe ſolche aber nur angezeichnet, wenn ſie in der Nähe irgend einer Anſiedlung waren, da ich niemals die Abſicht hatte mir die Mühe zu nehmen, einen der größten Bäume des Waldes umzuhauen und als Belohnung für