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tiſche Staffage zu verwenden. Ein alter Sünder, deſſen Lebensſäfte ihm untreu geworden, verwendet, durch eine alte rachſüchtige Kupplerin unterſtützt, das Blut eines jungen, ſchönen und unſchuldigen Mäd⸗ chens dazu, um ſeine Geiſter wieder aufzurichten. Die Rache des ſchändlichen Weibes läßt das Opfer dabei zu Grunde gehen, vergiftet ſich nachher ſelbſt, und dem Alten verſagt das Mittel auch ſeine Wir⸗ kung. Noch andere nicht minder romantiſche Ver⸗ hältniſſe und Perſonen ſpielen hinein, und es fehlt nicht an abenteuerlichen Staffagen.
Der zweibändige Roman iſt des Stoffes wegen nicht ohne Anregung und ſeine Erſcheinung läßt ſich von dieſer Seite her motiviren.
Die Compoſition iſt derart vom bunten Gegen⸗ ſtande und von deſſen Epiſoden zerklüftet, daß keine irgend künſtleriſchen Anforderungen an dieſelbe zu erheben ſind.
In Bezug auf Vortrag, Styl und Art der Schil— derung ſollte aber jeder Autor ein der ganzen Lite⸗ ratur gemeinſames äſthetiſches Geſetz anerkennen, und da von deſſen Grundlinien ſo oft abgewichen wird, und der Verfaſſer dieſes Romans es doch noch zu ſeinen ferneren Leiſtungen als nothwendiges Richt— ſcheit gebrauchen könnte, ſo möͤchte ich hier durch Anführung einiger Stellen, die weiter keiner Erläu⸗ terung bedürfen, ein Beiſpiel geben, wie weit es eine ſich gehen laſſende Schreibweiſe in der Extravaganz der Phraſe bringen kann.
Herr Cubaſch ſchildert zwei ſchöne, junge Mäd⸗ chen, die als Freundinnen ſich gegenſeitig beſuchen. Er gebraucht dazu folgenden Aufſchwung und folgen⸗ des Wortconcert:
„Wie Iris und Aurora, gleich zweien Göttlich⸗ keiten der aufbrechenden Friſche des Lebens, ſchien die bisher zu zwei Koſtbarkeiten getrennt geweſene Schönheit ſich als ebenſo vielnamige Unſchätzbarkeit in einer und derſelben Perlenſchale jetzt durch beide Mädchengeſtalten wieder zuſammengefunden zu haben.
Gleich der jungen, ſchlanken Birke im deutſchen Frühling, eine leichte, lang umſchimmerte Geſtalt, voll von Sinnigkeit und innig ſich eingeſchmiegtem, jungfräulichem Knospenthum hatte Milda die ganze morgentliche Anmuth der ſüßen, jungen Seele um ſich.
Anſchauernde Majeſtät war die aus ihrer Nähe wirkende Eigenſchaft der nordiſchen Edeltanne Blenda. Dunkel und umweht von ernſter Kühle, ging auch
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Novellen⸗Zeitung.
durch ihre ſtolz wipfelnde Höhe ein Rieſeln und Rau⸗
ſchen, ein wie Harfengeliſpel ergreifender Sphären⸗
ton— oder der leidenſchaftliche Accord des Sturmes, der ſich mit Noten aus überirdiſchem Geiſtergeſang in die erſchütterte Seele einwühlt.
Wie das Roſenlicht ewiger Jugend, als ob ein von Unſterblichkeit unverbrennlich ſanft durchglüheter Geiſt auch ihre äußere Schönheit feuerbeſtändig mit⸗ verklärte, wie die Blüthe einer immer aus ſich ſelbſt nachduftenden Verjüngung— war himmliſch keuſche Stille und die unanrührbar weichſte Klarheit über Milda's ganzes Weſen ausgegoſſen.
Eine der Gnadenwahl der Prädeſtination ge⸗ weihte Erſcheinung und als Gebenedeite vegetativer Unverſiechbarkeit verlor Blenda einzig nur dann an eingebornen Verjüngungsgeiſtern, wenn die Flammen nicht in ihr emporſchlugen und die Seele erreichen konnten.
Hochſchlanke Architektur, die jungfräuliche Form⸗ vollendung des wellenlinigen Ovals, die Gliederherr⸗ lichkeit der göttlichen Hebe, die aus ſich ſelbſt her⸗ vorſchnellende und in ſich wieder zurückgewundene Spannkraft des ſilberverſetzten Stahles, die Incar⸗ nation einer mit ſeinem Flammengeiſt durchäderten Lilie— ſind raſch entnommene Theile einer Analyſe ihrer Schoͤnheit.
Solche vorgezogene Organiſationen ſind bezau⸗ bernde Räthſel, plötzlich aufſpringende Sphinxbilder, deren geglaubte ſteinerne Unanrührbarkeit in ein Meer
von Wonne hineinreißt.“
Ich ſchließe hiermit. Zwiſchen dieſen Phraſe⸗ die unglaublich ſind, iſt keine Stelle weggelaſſen und man könnte noch im Zuſammenhang längere Zeit mit deren Mittheilung fortfahren. Ich wiederhole, daß ich eine Probe davon nur deshalb gegeben habe, weil ſie mir das Merkwürdigſte zu ſein ſchienen, das die neuere Romanliteratur hervorgebracht hat, und weil ſie, wenn auch in einer ſchüchterneren Dimenſton, die⸗ ſer überhaupt eigen ſind. Jeder Schriftſteller kann nur Vortheil davon ernten, wenn er ſich klar macht, daß es keine größere Geſchmackloſigkeit giebt, als die, einfache Dinge mit Bombaſt, Schwulſt und komiſcher zu Nonſens führender Verwickelung der Begriffe aus⸗ zudrücken.
Um ſo mehr iſt's wünſchenswerth, ſolche Fehler abzulegen, wenn es einem Verfaſſer nicht an Inten⸗ tion fehlt, was bei Herrn Cubaſch erſichtlich der Fall iſt.
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