Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
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vorhin. Ein Freund ihres Bruders verdiente jeden⸗ falls ihre Achtung, ganz abgeſehen davon, daß ſie ihm zu ſo großer Dankbarkeit verpflichtet waren. Auch ſie, wie die Mutter, ſprach ihm dieſelbe aus.

Er lehnte einfach ab.

Frau Benedikt preßte die gefalteten Hände krampf⸗ haft in einander.Es iſt zu zu hart, flüſterte ſie.Ich kann, kann es nicht überwinden! So lange ſchon her ſeitdem, aber mein Schmerz iſt faſt größer noch als zu Anfang, weil mir mein Verluſt allmählich

erſt zum vollen Bewußtſein kommt. (Fortſetzung folgt.)

Gedichte von Jakob Mähln.*)

Wo eines Weibes Hand gewaltet.

Wo eines Weibes Hand gewaltet, Darüber athmet Lebensſpur, Die nimmer im Gemüth veraltet, Dem volle Liebe widerfuhr.

Die Kinder laß von ihrem Hauche

Zu jeder Zeit umfangen ſein;

Ob's auch dein Aug' in Thränen tauche, In ihr Gemüth ſtrömt Segen ein.

Du ſchauſt in jenen Spuren Stücke Zerriß'nen Lebens vor dir ſtehn,

Doch ihnen werden ſie zur Brücke, Drauf ſie den Weg zum Heile gehn.

Die ſchönſten Zeugen jenes Waltens, Das ſind die Kinder; ſie umgieb Zur Stunde dämm'rigen Entfaltens Mit Mutterſpur, haſt du ſie lieb.

Dann ſiehſt du wieder volles Leben

Vor dir, wie Sie's einſt hat durchglüht, Und Ihre Liebesboten ſchweben

Dir mild und wohlig durch's Gemüth!

Früher Tod.

Wohin mit dem ſchmucken Körbchen, wohin? Kaum ſtieg die Sonne zu Tage!

Wer weiß, ob die Blumen am Abend noch blühn, Ich will ſie ſammeln am Hage.

Haſt Recht, die Zeit iſt ein ſtuͤrm'ſcher Geſell, Man muß ihn im Fluge erhaſchen,

*) Leid und Lied. Gedichte von Jakob Mähly.»Bern 1865. Hal⸗ ler'ſche Buchdruckerei und Verlagshandlung.

Novellen⸗Zeitung.

Und ſenkt man die Hände und bleibt zur Stell,

So leert er immer die Taſchen.

Und ſie ſchwebte dahin wie ein Maienhauch, Der ſtrömt durch Büſche von Flieder;

Ihr Leib ein knospender Roſenſtrauch Am Abend ſehn wir uns wieder.

Und der Abend kam, und ſie nahte nicht. Wen bringen ſie dort in der Bahre?

Mir bangt ich kenne das bleiche Geſicht, Ich kenne das Auge, das ſtarre.

Sie iſt's, ſie iſt's! Sie lag am Gebüſch, Das Körbchen mit Blumen daneben.

Es nahte der Tod, die Blume war friſch, Und darum brach er ſie eben.

Ihr fragt mich, wie? Dahin iſt dahin, Was nützt das Fragen und Sorgen?

Wer weiß, ob ſie am Abend noch blühn? Hat ſelbſt ſie geſagt am Morgen.

Wie alles Schöne, ſo ſchwand auch ſie, Und läßt in unſerm Gemüthe

Einen vollen Ton zu der Melodie:

Das Schönſte ſtirbt in der Blüthe.

Nachtblumen.

Ihr öffnet nur der Nacht Die dunklen tiefen Augen, Und ihre Lippen ſaugen In ſüßem Liebestauſch Aus eures Mundes Pracht Sich ſel'gen Wonnerauſch.

Ihr bleibt euch ewig treu,

Der Reize Lieblichkeit

Verſchließt dem Tag ihr ſcheu. Wohl euch! ihr kennt ihn nicht, Doch ahnt ihr, was er beut!

Sein keckes Angeſicht, 3

Sein grelles Lichterfunkeln,

Es blendet und verſehrt,

Iſt eures Blicks nicht werth,

Drum wohl euch, wohl im Dunkeln!

Sein lärmerfüllter Mund Taugt nicht zum leiſen Küſſen, Ihr würdet ſterben müſſen

An dieſem Jammerbund.

Nur Flitterzeug iſt's, bunt, Was ſeine Blöße deckt, Armſelig und zerriſſen,

Nur leichtem Sinn verſteckt.

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