Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
567
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heilnehmend,

nach Hauſe. en will, da rtemonnaie; vühle gewiß

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ine peinliche ſen und ver⸗ orzubringen. Von einer en auf. Da nes Reſtau⸗ Fräulein Be⸗

zwiſchen den ; der Drang zu gedenken, um ein klei⸗

rnigen Aus⸗ 1 allgemeine

Jrau Jette die kleinen nit den Fuß Seite, 73 un Sie wol⸗ kannten nicht

ſchaft ihres Hausgenoſſen mit derſelben.

Vierte Folge.

wies das überfüllte Local. Es gelang ihr trotz die⸗ ſer Ueberfüllung, ſich der jungen Dame in Trauer zu nahen, die um ihre Mutter theilnehmend beſchäf⸗ tigt war. Die Bläſſe und die umrandeten, tieflie⸗ genden Augen der Letztern erſchreckten ſie lebhaft. Gutmüthig wandte ſie ſich an die Tochter:Sie müſſen die Mama gleich zu Bett bringen und einen Arzt holen laſſen. Daß ſie ſehr krank iſt, ſieht man ihr auf den erſten Blick an.

Beſtürzt, mit aufquellenden Thränen ſchaute Ot⸗ tilie auf.

Tröſtend fuhr Jene fort:Beruhigen Sie ſich; Herr Firſt holt eine Droſchke und wird gewiß

Herr Firſt? Frau Benedikt wiederholte den Namen ſo laut, daß die Zunächſtſitzenden ſich nach ihr umwandten. 5

Ottilie ſah die Dame im Sammtpelz an. Sie meinte, dieſelbe ſei von ihrem Beſchützer geſendet, und richtete raſch eine Frage an ſie, die mit einiger Verwunderung bejaht wurde.

Es iſt der junge Mann, liebe Mutter, neigte ſie ſich zu dieſer,der ſo freundlich und ſelbſtverleug⸗ nend Deiner ſich annahm, als Du das Bewußtſein verlorſt, Dich hierher brachte. In meiner tödtlichen Angſt hätte mich die Erſcheinung eines Engels nicht tröſtlicher, wohlthuender berühren können, als da ich ihn erkannte, denn es iſt derſelbe

Firſt Leopold Firſt? wiederholte die Mut⸗ en ee die Hände gegen die Schläfen, als wo ihre Gedanken ſammeln oder zuſammenhalten.

Ganz recht Leopold! nickte Frau Krupp eifrig.Gott, ich kenne ihn ja ganz genau; waren in derſelben Condition, ſind ſehr intim zuſammen eine Seele von einem Menſchen, wenn auch von jeher ein Bischen ſtolz. Ich begreife nicht, wie er ſo her⸗ zunter kam; möochte ihm aber trotzdem nicht blos mit Vergnügen einen Thaler borgen, ſondern Sie hielt inne, ein wenig betroffen über ihre Indisere⸗ tion, und mehr noch, weil Ottilie ſie mit unverhehl⸗ tem Erſtaunen betrachtete, offenbar überraſcht war von dieſer Sprache im Munde einer äußerlich ſo ele⸗ ganten Dame, oder auch von der intimen Bekannt⸗ Hauptſäch⸗ lich unterbrach ſie ſich jedoch, weil der, von welchem ſie ſprach, eilig auf der Schwelle erſchien und einen ſchnellen Blick umherwarf.

Haben Sie Dank und die Verſicherung, daß

wir auch nach ſofortigem Abtrag unſerer Schuld Ihnen

auf das Tiefſte verpflichtet bleiben.

eigenthümlich kühl, mit unverkennbarem Stolz. Viel⸗

leicht war ihr Ton und ihre Haltung gerechtfertigt

durch den Abſtand, der zwiſchen ihrer und ſeiner . 4

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Ottilie ſprach

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äußern Lage, zwiſchen der Tochter eines Forſtmeiſters und einem Schlafburſchen beſtand. Jedenfalls aber contraſtirte Beides auffallend mit der lebhaften und innigen Freude, die ſie unwillkürlich verrieth, als ſie, tief geängſtigt und völlig rathlos, grade ihn zur Seite der Ohnmächtigen erblickte.

Groß ſchaute er ſie an forſchend, durchdrin⸗ gend. Sie bot jedoch haſtig der Mutter den Arm, die Wankende hinauszuführen zum Wagen, und verab⸗ ſchiedete ſich von der geſprächigen Fremden nur mit fluchtigem Kopfneigen.

Der junge Mann folgte ihnen, nachdem er be⸗ zahlt hatte, und half der äußerſt angegriffenen Frau in die Droſchke. Dann wollte er ſich verabſchieden.

Sie ſchien jetzt erſt die Sprache wiederzufinden, nachdem ſie fragend und mit einiger Verwunderung bald ihn, bald Ottilie angeblickt hatte.Sie heißen Firſt?

Eine ſtumme Verbeugung war die Antwort. Ha⸗ ſtig ſchloß er den Schlag und trat zurück.

Ottilie hatte inzwiſchen dem Kutſcher Straße und Nummer bezeichnet.

O bitte, kommen Sie gleich mit uns! Die Mutter ſprach in ſehr dringlichem Tone und deutete auf den Platz ihr gegenüber.

Eine Ablehnung ſchwebte ſichtlich auf Firſt's Lippen; allein da ſchimmerten in einem Haufen Na⸗ hender weiße Armbinden. Er warf einen raſchen Blick auf Ottilie. Sie ſah zum andern Schlage hin⸗ aus. Die Kampfgenoſſen Reſerviſten und Landwehr⸗ leute, kamen näher. Nach kurzem Zwieſpalt mit ſich ſelber ſtieg er raſch ein und lehnte ſich in die Ecke des Wagens zurück.

Frau Krupp war auch hiuausgekommen. Firſt vergaß jedoch, ihr ein Zeichen des Dankes oder Ab⸗ ſchiedes zu geben.

Sie nahm es nicht übel, ſagte zu ſich ſelber: Gott, iſt der verliebt! Da war ja mein Alter als Kellner im Hotel de Ruſſie gar nichts dagegen. Mir nicht einmal zu wiſſen zu thun, wo er logirt! Aber ich weiß es nun doch!

Frau Benedikt ergriff in fieberhafter Erregung die Hand ihres Gegenüber.Dank für Ihre freund⸗ liche Aufmerkſamkeit heute und noch herzlichern Dauk für die Freundſchaft, die Sie meinem Sohne widme⸗ ten; er erwähnte Ihrer in ſeinen Briefen mit ſo großer Wärme!

Ottilie wandte ſich lebhaft um. Sie erinnerte ſich erſt jetzt des Namens Firſt aus den Briefen Ed⸗ win's und machte ſich einen Vorwurf daraus, einen nicht minder großen Vorwurf aus ihrem mehr als zurückhaltenden, aus dem hochmüthigen Benehmen

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