Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
549
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überließ ich ihm unbeſtritten den Beſitz der beiden Ladies.

Aber wo iſt Pauline? fragte Effie auf fran⸗ zöſiſch den Grafen.

Sie ſah ſich genöthigt, dieſen Abend bei mei⸗ nem Oheim zu bleiben, war die Antwort.Er hat eine Einladung

Der Schluß ſeiner Antwort war für mich verlo⸗ ren, denn der Graf lehnte ſich vorwärts, bis ſein langer Schnauzbart beinah die Blumen in dem Haar meiner Couſine berührte, und am liebſten hätte ich den mir verhaßten Mann mit einem Schlage zu Bo⸗ den geſtreckt.

Die Oper war vorüber und ich war gezwungen, der Lady Caſtle⸗Connell meinen Arm zu bieten, um ſie zum Wagen zu führen, während der abſcheuliche Pole Effie begleitete. Dieſen Abend war ich beinah ganz verliebt. Der Morgen kühlte mein Gehirn ab. Ich bemerkte, daß meine Tante und Effie eine förm⸗ liche Verſchwörung gebildet und mir eine tiefe Falle geſtellt hatten, worin der Pole eine Rolle ſpielte, um mich zu fangen, und ich war entſchloſſen, mich nicht fangen zu laſſen.

Indeſſen wollte ich mich doch nicht Effie's ſchlauen Verſuchen, mich zu bezaubern, ausſetzen; dieſes kind⸗ liche und kindiſche Weſen war ſehr gut berechnet. Frauen ſind Schauſpielerinnen von Anfang bis zum Ende, und Effie war darin ganz ungewöhnlich Mei⸗ ſter. Ich wollte die Geſellſchaft nicht vermeiden, wie ich anfangs beabſichtigt hatte; ich wollte lieber ver⸗ ſuchen, mich wo möglich zu verlieben und eine Aus⸗ länderin zu heirathen; das würde die beſte Strafe für Effies Falſchheit ſein. Damit wollte ich gleich denſelben Tag beginnen. Ich hatte mit Effie verab⸗ redet, mit ihr einen Spazierritt in den Prater zu machen, und dort wollte ich aufmerken, ob ich eine junge Dame traf, die ein würdiger Gegenſtand mei⸗ ner Liebe zu ſein ſchiene. Ich hielt mich den ganzen Morgen in der Defenſive. Lady Caſtle⸗Connell machte vergebliche Verſuche, mich in die Unterhaltung zu verflechten. Effie lachte und ſagte, ich hätte mich ſicher geſtern in der Oper in eine unbekannte Schöne verliebt, was mich ſo unerträglich wunderlich mache.

Nun konnte ich es zu keiner Zeit leiden, ausge⸗ lacht zu werden; ich war nicht daran gewöhnt, und ich hielt es für außerordentlich ſeltſam und unbehag⸗ lich, als Zielſcheibe für Effie's Beluſtigung zu dienen. Es war nicht gut zu verſuchen, bei den Damen zu bleiben, und mein einziges Hülfsmittel war, Effie da⸗ von in Kenntniß zu ſetzen, daß die Roſſe zu rechter Zeit uns erwarten würden. Sie hielt mich nicht zu⸗ rück, ſondern kam pünktlich herab und ſie ſah in

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ihrem dunkelblauen Amazonenkleide und ihrem kleinen mit Federn beſetzten Hute hoͤchſt liebenswürdig aus. Ich ließ mich durch dieſe Aufmerkſamkeit für meine Wünſche nicht fangen; ſo half ich ihr in den Sattel, ohne ein Wort zu ſagen. Ich erinnere mich, wie ſehr mein Herz klopfte, als ich ihren niedlichen Fuß in meiner Hand hielt. Damals wunderte ich mich dar⸗ über, weshalb das der Fall ſei jetzt weiß ich es.

Unſer Spazierritt war köſtlich. Effie ritt, wie alle iriſchen jungen Damen, ſehr gut und furchtlos.

Beinahe ein Jeder, dem wir begegneten, kehrte ſich um und blickte mit Bewunderung nach ihr. Ich hielt ſie dieſen Nachmittag für ſehr argliſtig. Der Pole(ich haſſe den Namen dieſes Mannes) hatte am Morgen den Damen einen Beſuch gemacht, und ich fühlte mich überzeugt, daß dieſer Beſuch der eigent⸗ liche Grund von Effie's außerordentlicher Liebens⸗ würdigkeit gegen mich war. Der Dummkopf will mich veranlaſſen, Effie zu heirathen, damit meine Tante ihm um ſo leichter zum Opfer fällt. Ohne Zweifel denkt er, daß Mylady im Beſitz eines reichen Witthums iſt.

Einige Abende nach unſerm Spazierritt in dem Prater fand der ſo viel beſprochene Ball in der eng liſchen Geſandtſchaft ſtatt. Euphemia war vor Ver⸗ gnügen ganz außer ſich und in den letzten zwei oder drei Tagen vorher drückte ſie bei dem Gedanken, daß ſie nun förmlich in die Geſellſchaft eingeführt werden ſollte, eine ſolche kindiſche Freude aus, daß ich bei⸗ nah meinen Vorſatz vergeſſen hätte; doch Lady Caſtle⸗ Connell war die Veranlaſſung, daß es nicht ganz geſchah. Sie war aFſchint und übertraf ſich ſelbſt. Sie ſprach ſo viel von der unſchuldigen Freude ihres Kindes, daß mein alter Verdacht in Bezug auf die polniſche Verſchwörung wieder erwachte.

An dem Ballabende wußte ich Herrn C., den Secretär der Geſandtſchaft, zu beſtimmen, meiner Tante ſeinen Arm zu geben und insdieſer Art mir Effie zu ſichern.

Ich ſehe mich nicht gern von Damen mittlern Alters beläſtigt; gewöhnlich liegt es ihnen noch weit mehr am Herzen, unter die Haube zu kommen, als jungen Mädchen, und überdies hatte ich für meine Couſine, trotz ihrer Doppelzüngigkeit, einige Rückſicht, obſchon ich meine Idee nicht aufgegeben hatte, ihr zum Trotz mich in eine andere Dame zu verlieben.

Ich ſah mich eben nach einem Seſſel für meine Couſine um, als eine ſo außerordentlich ſchöne Dame eintrat, daß ein leiſes Murmeln der Bewunderung ſich erhob. Man denke ſich die ſchoͤnſte griechiſche Statue, ihr Geſicht von ein paar wundervollen Au⸗

gen beleuchtet, ihre langen Haarflechten von goldenen