Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
542
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nen, von denen ein Drittel von Sir J. Herſchel in der ſüdli⸗ chen Hemiſphäre entdeckt ward. Sehr viele derſelben ſind zweifelsohne nur optiſch Doppelſterne d. h. ſie liegen bei⸗ nahe in derſelben Linie des Geſichtsfeldes, jedoch in verſchie⸗ denen Entfernungen und ohne eine wirkliche Beziehung zu einander zu haben. Ungefähr 700 derſelben haben jedoch erwieſenermaßen in ihren relativen Poſitionen Veränderun⸗ gen erlitten, welche einen Beleg für eine Revolution um ihren gemeinſchaftlichen phyſiſchen Schwerpunkt geben, und man erkennt jetzt binäre Syſteme nicht blos aus der gegenwärtigen Nähe und dieſen Veränderungen, ſondern in vielen Fällen auch aus wirklicher Berechnung der Elemente, woraus die Kreiſe beſtehen, welche von dem einen oder anderen der mit einander verbundenen Sterne beſchrieben werden. Dieſe Berechnung, welche in einigen Fällen merkwürdige excentriſche Kreiſe und lange Umlaufsperioden nachweiſt, iſt nunmehr bis auf ungefähr ſechszehn Doppelſterne angewandt worden. Einer derſelben, Hercules, hat bereits, beobachtetermaßen, zweimal ſeinen dreißigjährigen Umlauf zurückgelegt und das thatſächliche Phänomen der Verfinſterung eines Fixſterns durch einen andern ſehen laſſen eine Verdunkelung, welche ebenſo abſolut iſt, wie alle, welche wir in unſerm Syſtem verzeichnet finden. Die Calculation von zwei beſonderen Umlaufsperioden bei Doppelſternen, in mehr als 500 oder 600 Jahren reſpective, dürfte eine Idee von dem Maßſtabe geben, nach welchem dieſe entfernten Bewegungen im Raume ausgemeſſen werden; wir können die Großartigkeit und Voll⸗ kommenheit der Unterſuchung nicht beſſer veranſchaulichen, als indem wir anführen, daß Beſſel, nachdem er die Entfer⸗ nung des einundſechszigſten Sternes des Schwanes, eines Doppelſternes, feſtgeſetzt, auf Grund deſſen und der bereits ermittelten Kreisbewegungen im Stande war, auf die Maſſe und das Gewicht dieſer ſo durch gegenſeitige Anziehungskraft verbundenen zwei Sterne zu ſchließen.

Nur im Vorübergehen können wir auf die merkwürdigen Beobachtungen Struve's, Arago's und Herſchel's über die contraſtirenden und Complementär⸗Farben vieler Doppel⸗ ſterne aufmerkſam machen und müſſen unſerm Autor raſch durch die weiteren Fragen rückſichtlich der Entfernung der Fixſterne, der Eigenbewegung unſerer Sonne und ande⸗ rer Sterne im Raume, ſowie des, Vorhandenſeins eines gemeinſamen Central⸗, Schwer⸗ und Umlaufspunktes für das ganze ſideriſche Syſtem, zu welchem unſer Sonnenſyſtem ge⸗ hört, folgen. Auf einige dieſer Punkte haben wir bereits Veranlaſſung gehabt beiſpielsweiſe anzuſpielen. Die Be⸗ ſtimmung der Entfernung gewiſſer Fiyſterne iſt eine der Er⸗ rungenſchaften der letzteren Jahre. Damit ward die Erfül⸗ lung eines ſehr alten Wunſches gegeben, welcher in Folge der Mangelhaftigkeit der Inſtrumente, der Schwierigkeit, die parallaktiſchen und Eigen⸗Bewegungen der Sonne abzuſchei⸗ den, ſowie anderer Urſachen, fruchtlos bleiben mußte. Abs⸗ tract genommen, iſt das Problem des Auffindens der Paral⸗ laxe ein einfach trigonometriſches, und ſchon hatten Aſtrono⸗ men uns das Maß des Durchmeſſers der Erdbahn als eine Baſis für die Berechnung unterbreitet. Doch ſelbſt bei dieſer ungeheueren, beinahe 200 Millionenlengl.) Meilen umfaſſenden Baſis konnte man mit den älteren bei dieſem Verſuche an⸗ gewandten Inſtrumenten keinen Parallaxenwinkel erzielen. Und nicht eher ward das große Reſultat entſchieden erzielt, bis die Werkſtätten Münchens ihre vortrefflichen Refractoren nebſt Mikrometern geliefert, mittelſt deren der 60,000ſte Theil eines Zolles bezeichnet werden kann..

Novellen⸗Zeitung.

Der General Marquis d'jHautpoul.

Im Juli ſtarb auf ſeinem Gute Saint Papoul im De⸗ partement de l'Aube der General, Marquis Alphonſe Henri d'Hautpoul, Großreferendar des Senats, im Alter von 76 Jahren, in dem der Kaiſer Napoleon III. abermals einen ſehr treuen Anhänger verloren hat.

Geboren am 4. Januar 1789 in Verſailles wurde er von ſeinem Vater, der eine hohe Stellung als Cavallerieoffi⸗ cier bekleidete, frühzeitig für die militäriſche Laufbahn be⸗ ſtimmt und deshalb der Militärſchule in Fontainebleau als Zögling übergeben, um ſich dort für ſeinen Lebensberuf aus⸗ zubilden. Im Alter von ſechszehn Jahren trat er 1805 als Souslieutenant in das 59. Linien⸗Infanterie⸗Regiment ein und in dieſer Stellung machte er 1806 und 1807 die Feld⸗ züge gegen die Preußen bis zum Tilſiter Frieden mit. Von 1808 bis 1812 war er mit ſeinem Regimente in Spanien und Portugal und unter vielen andern Treffen wohnte er auch am 22. Juli 1812 der von dem Herzog von Raguſa ſo ungeſchickt gelieferten und verlornen Schlacht bei Arapiles bei, in der er zwei gefährliche Wunden davon trug, welche die Veranlaſſung dazu gaben, daß er in engliſche Gefangenſchaft fiel und nach England gebracht wurde, wo er zwei Jahre als Kriegsgefangner lebte. Er war damals Capitain und Regi⸗ ments⸗Adjutant..

Die erſte Reſtauration gab ihm ſeine Freiheit zurück, und der Herzog von Angoulème, der in d'Hautpoul edle Ge⸗ ſinnungen erkannte, ernannte ihn zum Bataillonschef. In dieſer Eigenſchaft wurde er 1815 in dem Feldzuge im ſüdli⸗ chen Frankreich dem Armeecorps des Prinzen beigegeben. Im Juli 1815 zum Oberſten befördert, commandirte d'Haut⸗ poul zuerſt die Legion in Aude, dann das vierte Linien⸗Re⸗ giment und endlich das dritte Infanterie⸗Regiment der könig⸗ lichen Garde. Im Jahr 1823 bekleidete er als Obriſt die⸗ ſes letztern Corps den Rang als maréchal de camp oder Brigade⸗General, als welcher er in dieſem Jahr den Feldzug in Spanien mitmachte, indem ihm die Ehre zu Theil wurde, ſeinen Namen zweimal in dem Tagesbefehl ehrenvoll erwähnt zu ſehen. Im Jahr 1828 zum wirklichen Brigade⸗General ernannt, vertraute man ihm die Direction der Kriegsverwal⸗ tung an.

In dieſer Stellung fand ihn 1830 die Juli⸗Revolution. Während der erſten Regierungsjahre Ludwig Philipp's blieb er zur Dispoſition geſtellt, doch 1838 übernahm der Marquis d'Hautpoul das Commando in den Departements des ſüdli⸗ chen Frankreichs. Im Jahr 1841 erfolgte ſeine Ernennung zum General⸗Lieutenant und man vertraute ihm die Gene⸗ ral⸗Inſpection der Truppen in Algerien an, was eine ſehr ſchwierige Miſſion war. Im folgenden Jahr hatte er das Commando über die zweite Diviſion im Lager an der Marne. Von 1843 bis 1847 hatte er die General⸗Inſpectionen zu beſorgen und am 17. April 1848 erhielt er von der republi⸗ kaniſchen Regierung ſeinen Abſchied.

Am 10. October 1848 machte der Prinz⸗Präſident die von der ihm vorangegangenen Regierung zum Nachtheile der Generäle der Armee begangne ÜUngerechtigkeit wieder gut. Der Name des Marquis d'Hautpoul wurde wieder in die Activitätsliſten in der erſten Section eingetragen, aus denen der Tod allein ihn ausſtreichen konnte, da er in Folge deſſen betrachtet wurde, als habe er als Chef commandirt.

Von dieſem Zeitpunkte an hatte der General große Miſſionen zu erfüllen. Am 31. October 1849 übertrug der Prinz⸗Präſident ihm das Portefeuille des Kriegs, das er

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