Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
537
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meinem Vaterlande vertrieben. tive Wittwe von den Gipfeln der Pyramiden fortge⸗ jagt, floh ich, wie ein von dem Jäger verfolgtes Reh, um mein Haupt in den beinahe unbetretenen Wüſten am oberen Nil zu verbergen. Für manche Perſonen giebt es kein Entfliehen. Hier an den Grenzen von Nubien, volle fünftauſend Meilen von meiner Hei⸗ math, geſellte ſich eines Morgens eine bebrillte Angel ſächſin in meiner Felukke zu mir, der es beinah ge⸗ lungen wäre, aus dem Hageſtolz einen Ehemann zu machen. In der That gelang es mir nur nach den furchtbarſten Anſtrengungen, ihr zu entrinnen. Es war eines meiner ärgſten Abenteuer ein Kampf um Leben und Freiheit. Ich kann nie ohne einen Schauder daran denken, was ich von dieſer unterneh⸗ menden Dame zu leiden hatte.

Voller Verzweiflung kehrte ich nach London zu⸗ rück. Ich hatte beinahe alle Hauptſtädte Europa's beſucht und gehsst, irgend einen Wechſel, irgend eine Verſchiedenheit zu finden, welche der krankhaften Mo⸗ notonie meines Lebens abhelfen könne. Vergebens. Mochte ich mit der witzigen, lebhaften Franzöſin, der

ariſtokratiſchen Oeſterreicherin, der koketten Spanierin

oder mit der hochgebornen blauäugigen Schönheit meines Vaterlandes zu thun haben Eine und Alle hatten Töchter zu verheirathen; Alle wußten, daß ich einen ariſtokratiſchen Titel und jährlich 40,000 Pf. St. Renten zu verzehren hatte. Mein erſter Gang in London war in meinen Club, und nachdem ich dort mein Frühſtück genoſſen und daneben dieMorning⸗ Poſt geleſen hatte, ſchöpfte ich mir Muth, um den Haufen von Briefen durchzuſehen, die meine Rückkehr nach England erwartet hatten. Mit einem Schauder ergriff ich einen, der von meiner Tante Lady Caſtle⸗ Connell war. Ich kannte die Lady von Alters her. Sie hatte ſich wiederholt Mühe gegeben, mich für ihre älteſte Tochter, Lady Eudocia Connell, ein häß⸗ liches Mädchen mit einem Schielauge und ganz rothem Haar, zu fangen.

Ich ergriff die blaßrothe, wohlriechende Botſchaft mit einer zitternden Hand beinahe in derſelben Art, die ich im Orient in Gebrauch geſehen hatte, wenn Briefe mit einem Schiffe angekommen waren, welches Quarantaine zu beſtehen gehabt hatte. Ich ſah die Adreſſe an und legte den Brief dann wieder hin,

zündete mir eine Cigarre an, begann zu rauchen und überlegte, was zu thun ſei. Sollte ich den Brief er⸗

öffnen? Ich meinte im voraus überzeugt ſein zu können, daß ich darin um ein Darlehn angeſprochen werde, oder daß es heißen würde:Meine theure Eudocia ſieht ganz blaß und mager aus. Was rathen Sie mir? ꝛc.

Durch eine ſpecula⸗

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Das Poſtzeichen, welches mich darüber belehrte, daß meine theure Tante und Couſine ſich in Wien befanden, beruhigte' mich zuletzt. In keinem Falle konnte aus dem Oeffnen des koſtbaren Documents eine ſofortige Gefahr entſtehen, und ich gelangte da⸗ her zu dem Entſchluß, meine eigenen perſönlichen Gefühle und Wünſche auf dem Altar der Familien⸗ liebe zu opfern, und brach behutſam das Siegel. Man denke ſich meine Freude, meine Verwunderung! Gleich in der erſten Zeile meldete mir meine Tante, die theure Eudocia ſei vermählt.

Folge.

Ich bin ſicher, theuerſter Courton, ſchrieben Ihro Gnaden,Sie werden mit Ueberraſchung ver⸗ nehmen, daß Ihre Couſine Eudocia vermählt iſt. Bald nach Ihrer Abreiſe nach dem mittelländiſchen Meer wurde mein armer Liebling leidend, und Dr. Halton ertheilte mir den Rath, den Winter mit ihr in Italien zu verleben. Ganz natürlich wurde jedes Bedenken dem möglichen Vortheil zum Opfer gebracht, den eine ſolche Reiſe für mein Kind haben könne, und demgemäß begaben wir uns nach Rom. Dort fanden wir Lord Laneton, einen alten Freund meines armen ſeligen Gemahls. Er beſuchte uns ſehr oft und begleitete uns überall, was ich in Erwägung der frü⸗ heren intimen Beziehungen zwiſchen unſeren Familien für ganz natürlich hielt. Zuletzt unterrichtete er mich zu meiner großen Ueberraſchung eines Tages davon, daß er Eudocien ſeine Hand angeboten habe, die ſie, natürlich unter der Bedingung meiner Einwilligung, angenommen habe. Daß ich ihm dieſelbe freudig gab, können Sie ſich leicht vorſtellen, denn obſchon Lord Laneton bereits ſiebenzig Jahre zählt, weshalb es wenig wahrſcheinlich iſt, daß meine Tochter ſich des Eigenthums des Fideicommißbeſitzes lange erfreuen wird, ſo hat er ihr doch den Beſitz ſehr ſchöner Gü⸗ ter, die nicht Fideicommiß ſind, und außerdem ein ſehr großes Vermögen in den Fonds geſichert. Ich bin ſicher, daß es Sie beluſtigen wird, mein theurer Neffe, daß Ihre Tante, die ſich ſonſt um die Ge⸗ ſchäfte wenig kümmert, in ſolche Einzelnheiten eingeht.

Ich wünſchte ſehr lebhaft, ſofort nach England zurückzukehren, damit die Vermählung in London ſtattfinden könne; aber Lord Laneton wünſchte noch viel lebhafter, ſelbſt dieſen Aufſchub zu vermeiden, und bat um eine Hochzeit ſo ſtill wie möglich. Eu docia iſt ſo artig, daß ſie auch dieſe Bitte bewilligte, die mir, ich muß es bekennen, ſcheinbar unvernünftig erſchien, und mein Schwiegerſohn es ſcheint mir ganz ſpaßhaft, es zu ſchreiben belohnte ihre Will⸗ fährigkeit der Gewähr ſeiner Bitte damit, daß er ihr einen prächtigen Schmuck von Opalen und Dia⸗ manten zum Geſchenk machte. Er war in der That