Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
536
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Knopf, und Manzana der Apfel. Es iſt aber bekannt, wie die Hieſigen außerordentlich gerne das Diminu⸗ tivum gebrauchen. Einen ſechs Schuh großen Peter nennen ſie ſtatt Pedro Pedrillo, Peterlein, und eben ſo nennt man ganz allgemein, wahrſcheinlich weil die Knöpfe rund wie die Aepfel ſind, alle Knöpfe leiden⸗ ſchaftlich gerne Manzanillas. Deuten Sie mir das nicht übel. Es iſt eigentlich nicht meine Schuld.

Sie ſind zur Hälfte ein Narr, ſagte ich,zur andern ein Schlingel, und wenn es möglich wäre, mehr als zwei Hälften zu haben, glaube ich für die⸗ ſelben noch weitere ganz artige Titel zu finden. Jetzt aber meine letzte Frage: Wer iſt dieſer langweilige Ramon?.

Ah! ſagte Glebel,der es iſt ihr Lieb⸗ haber, oder vielleicht auch ihr Mann, ich weiß es nicht ſo genau. Der lange, einfältige Menſch hat mich auch ſchon genirt. Er iſt ſo eigen! Wiſſen Sie was? Ich glaube, daß der Schlingel innen im Hauſe ſteckte, als wir das erſte Mal mit Mercedes ſprachen; deswegen führte ſie uns nicht hinein und ſchloß die Thüre.

Und heute, dachte ich,ſteckte ſie drinnen und er ließ mich nicht hinein.

Ich ſagte indeſſen Glebel nichts von dieſem mei⸗ nem verfehlten Beſuche, ſondern reichte ihm ſchwei⸗ gend die Hand.

Sie ſind ein edler junger Mann! rief er ge⸗ rührt;Sie vergeben mir die kleinen Mißverſtänd⸗ niſſe, die ſich da eingeſchlichen haben, und ich will dankbar ſein und Ihnen zu einer andern Mondſchein⸗ partie verhelfen, die ſich gewaſchen hat.

Aber ich dankte ihm und bat ihn ſtatt deſſen, gegen unſere Landsleute von der Geſchichte zu ſchwei⸗ gen, da es mir ſcheinen wollte, als habe ich mich ein wenig blamirt oder wenigſtens in einer lächerlichen Situation befunden. Das iſt die Geſchichte meiner Mondſchein⸗Studien von See aus.

Windler ſchwieg, und ich fragte ihn, ob er ſpä⸗ ter noch dazu gekommen ſei, welche zu machen.

Nein, verſetzte er;ich habe mich mit dem Land-Mondſcheine begnügt. Man muß nicht von Allem haben.

Einige Tage ſpäter holte er mich ab, um Gle⸗ bel zu beſuchen, der ziemlich genau der Schilderung entſprach, welche Windler von ihm entworfen hatte. Von jener nächtlichen Waſſerfahrt wurde keine Sylbe geſprochen. Als wir aber gingen, ſagte der Künſtler:

Jetzt will ich Sie zu Mercedes führen. Ich habe ſie aufgeſpürt und Sie werden ſich wundern!

Wir gingen durch die ganze Altſtadt, hierauf durch den Almendral, und als wir endlich in's Freie

Novellen⸗Zeitung.

gekommen waren und eine Strecke die dort ziemlich ſteil anſteigende, nach Santjago führende Straße verfolgt hatten, zeigte Windler auf eine mäßig große Verkaufsbude, deren dort zu jener Zeit mehrere auf⸗ geſchlagen waren, und in welchen Obſt, Brod, Pisco und verwandte Gegenſtände zu haben waren.

Sie hat alſo noch ſtets einen Obſthandel, wahr⸗ ſcheinlich hat ſie aber das Schmugglerhandwerk auf⸗ gegeben? ſagte ich.

Ja, verſetzte Windler;ſie verkauft noch Früchte, und das liebe Kind nimmt ſich reizend aus zwiſchen ihren Aepfeln, Orangen und Waſſermelonen.

Wir traten hinzu und unvillkürlich rief ich natürlich in deutſcher Sprache aus:

Pfui tauſend! Das iſt ja ein ganz abſcheuliches Geſchöpf!

Die kleine und ungebührlich fette Perſon ſchien in der That von allen ihren Früchten irgend eine Eigenſchaft angenommen zu haben. Ihr Körper glich einer runden Waſſermelone, der Kopf einem Leder⸗ apfel und ihre Geſichtsfarbe war die einer Orange.

Finden Sie ſie wirklich häßlich? ſagte Wind⸗ ler.Nun, es kann ſein, daß ſie ſich ein wenig ver⸗ wachſen hat, die Frauen hier im Lande werden all⸗ zufrühe gerne ein wenig voll.

Er kaufte hierauf einige Aepfel und wir ent⸗ fernten uns wieder, ohne daß das mindeſte Zeichen irgend einer früheren Bekanntſchaft oder eines Ein⸗ verſtändniſſes zu bemerken geweſen wäre. Ich hatte meine Bedenken.

Windler, Windler! ſagte ich;mir will es

da erzählten, erdichtet.

Brav, mein lieber Landsmann, verſetzte er, brav! Das höre ich gerne. Erdichtet iſt der wa e Ausdruck; denn giebt es einen größeren Blödſinn, als von Lügen zu ſprechen, wenn es ſich um eine Geſchichte» oder eine«Erzählung» handelt? Nun aber kein Wort mehr, denn meine Geſchichte iſt zu Ende! 4

Buletzt doch erwiſcht.

Nach dem Engliſchen

von Friedrich Coßmann.

Es war im November 1862. Ich hatte ein Jahr in Aegypten und in Paläſtina verlebt, buchſtäblich durch die ſchamloſe Jagd der Mütter und Töchter

Alt⸗Englands, mich in's Ehejoch zu ſpannen, aus

faſt ſcheinen, als ſei die ganze Geſchichte, die Sie mir

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