Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
531
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Vierte Folge.

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nicht? Ihr hättet heute Morgen ſchon beim Zeuge die Mercedes auffing und mit lauter Stimme die

ſein ſollen!

Sennorita Mercedes, rief ich zornig,was will der Menſch? Ich verlange augenblicklich zurück⸗ geführt und an's Land geſetzt zu werden. Ich bin nicht gewöhnt

Mercedes ließ mich nicht ausreden.

Stille, rief ſie mit gedämpfter Stimme,ſtille, fangt keinen Streit an. Du biſt ein Narr, Ramon, und ich weiß, was Dir fehlt. Aber der Sennor Clepello ſagte ſelbſt, daß wegen der Manzanillas es ſich der Mühe nicht lohne, den Sennor an Bord zu ſenden. Nicht wahr, Sennor?

Natürlich, ſagte ich;wer wird wegen Man⸗ zanillas an Bord gehen; es iſt der Mühe nicht werth Manzanillas! Es wäre zum Lachen!

Die Wahrheit zu geſtehen, hatte ich keinen Be griff, an welchen Bord ich hätte gehen ſollen, noch weniger aber, was Manzanillas bedeutete, obgleich ich der ſpaniſchen Sprache ziemlich mächtig war. Manzanillas hieß eigentlich Aepfelchen. Was hatte ich aber mit Aepfelchen zu thun? Ich gab aber Mer⸗ cedes Recht, theils um jenen langen Schlingel zu ärgern, theils um mir keine Blöße zu geben.

Freilich war ich einfältig genug, daß ich bis jetzt nicht begriffen hatte, um was es ſich handelte, aber auf einmal fiel es wie Schuppen von meinen Augen, denn bald, nachdem ich dieſe Manzanillas ſo weg⸗ werfend behandelt hatte, ſtand Mercedes auf und wechſelte mit Diego den Platz, und ſobald es geſche⸗ hen war, zog Ramon Stahl und Stein aus der Taſche und ſchlug Feuer.

Draußen in See erſchien jetzt auf einige Au genblicke ein Licht, welches indeſſen raſch wieder er⸗ loſch, während unſer Boot raſch wie ein Pfeil nach jener Gegend hinflog.

Wir waren alſo ohne allen Zweifel auf einer Schmugglerfahrt begriffen.

Hätte ich in dieſem Augenblicke den Sennor Cle⸗ pello vor mir gehabt, ſo hätte ich ihn nicht zum Ar⸗

tigſten behandelt.

Es dauerte indeſſen nicht lange, bis ein dunkler Körper vor uns bemerkbar wurde, und kurze Zeit darauf lagen wir dicht an der Seite eines mäßig großen Kauffahrers.

Im Stillen bewunderte ich jetzt Mercedes, die

mit großer Geſchicklichkeit das Anlegen leitete, und

der jetzt Alle an unſerem Bord ganz unbedingten Ge⸗ horſam leiſteten und von welcher man auch an Bord des größeren Schiffes allein Notiz zu nehmen ſchien, indem man vom Decke desſelben etwa achtzehn oder zwanzig nicht ſehr große Packe in unſer Boot warf,

oben ausgeſprochenen Zahlen wiederholte, während Cayetano und Fredrico dieſelben unter den Ruder⸗ bänken verſteckten. Dann wünſchte man von oben eine glückliche Reiſe und verſprach ſich morgen am Lande einzufinden, und ich vermuthe, der Ausſprache der wenigen ſpaniſchen Worte halber, die ich hörte, daß unſere Schmuggel⸗Freunde Engländer oder Nord⸗ amerikaner waren, was mir indeſſen zienmlich gleich⸗ gültig war, indem ich wenig Luſt trug, ihre Bekannt⸗ ſchaft zu cultiviren.

Nachdem unſer Geſchäft beendigt, machten wir uns raſch wieder auf den Weg, jedoch in einer anderen Richtung als der, in welcher wir gekommen waren, nämlich auf die Stadt zu, da wir unſere Waaren wahrſcheinlich in der idylliſchen Hütte von Mercedes bergen wollten, und wirklich näherten wir uns jetzt dem Lande und die Lichter des Hafens und der Stadt waren bereits in der Ferne ſichtbar, als plötzlich Ramon einen grauenhaften Fluch ausſtieß. Der Grund desſelben mußte faſt gleichzeitig von Mercedes erkannt worden ſein, denn in demſelben Augenblicke wendete ſie das Boot ſo raſch, daß ich glaubte, es würde umkippen, und nun nun, jetzt begann eine vollſtändig regelmäßige Jagd auf uns, wie man eine ſolche hundertmal geleſen hat oder er⸗ zählen hörte, denn der Gegenſtand des Schreckens war einfach ein Boot der Douane, welches ich ſelbſt, zu meinem nicht ſehr großen Vergnügen, jetzt deut⸗ lich wahrnehmen konnte.

Welche angenehme Folge konnte es für mich ha⸗ ben, wenn es jenen Schlingeln gelang, uns einzuho⸗ len! Ich ſage Schlingeln, denn der Natur der Sache gemäß nahm ich jetzt Partei für meine Cameraden im Boote, und wünſchte wenigſtens auf das Lebhaf⸗ teſte ihr Entkommen.

Eine Zeit lang ſchien dies auch wirklich in Aus⸗ ſicht zu ſtehen. Das Boot der Douane war uns vom Hafen aus, etwa in gleicher Entfernung vom Lande wie wir, entgegengekommen; und obgleich Mercedes in ſchiefer Richtung eben auf das Land zuhielt, ſo gelang es unſeren Feinden doch nicht, uns abzuſchnei⸗ den, ſondern ſie mußten ſich damit begnügen, uns zu verfolgen, und obgleich ſie ſicherlich mehr Ruder zur Verfügung hatten als wir, ſo ſchien ſich die Entfer⸗ nung zwiſchen beiden Booten in der That zu mehren.

Jetzt aber entfaltete ſich plötzlich ein Segel an ihrem Bord, und obgleich wir alsbald auch das un⸗ ſere aufhißten, ſo kamen ſie uns nun doch erſichtlich näher und näher, denn ohne Zweifel war unſer Boot ein beſſeres Ruderboot als das ihre, aber dieſes ſe⸗ gelte beſſer.