Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
527
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5 Die Verretuen zen Ehroni

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Vierte Holge.

iſt von einem ſehr verwilderten Volke, den Khonds, bewohnt, und ſie pflegten noch bis zum Antritt der engliſchen Regie⸗ rung einen gräßlichen Menſchenopferdienſt. Indeſſen ge⸗ lang es dem engliſchen Commiſſar, Major John Campbell, durch unermüdliche Beſtrebungen jene Barbarei abzuſchaffen, Dieſer talentvolle Organiſator beſchreibt ſeine Thätigkeit in einem engliſchen Werke, von dem die geographiſche Zeitung Notiz nimmt.

Die ſeltſamſten Gebräuche, gräßlichſten Verirrungen, die uns ſchaudern machen, waren unter den Stämmen der Khonds im Schwange; wir fanden, daß ein ſcheußlicher Aberglaube und ein eben ſo ſcheußlicher Fanatismus bei dieſem Volke tief eingewurzelt war. Wir wußten mit völliger Beſtimmtheit, daß in manchen Bergdi⸗ ſtricten Menſchenopfer vorkamen. Man ſchlachtete ſie theils dem Tado Pennor, dem Gotte der Erde, theils dem Manek Soro, dem rothen Gotte der Schlachten, jenem, weil man Unglücksfälle abwenden oder gute Ernten erzielen wollte, die⸗ ſem, wenn man in den Krieg zog, um günſtigen Erfolg zu haben. Aber auch einzelne Leute brachten ſolche Opfer dar, um die Gunſt der Götter für ihre eigne Perſon zu erwecken. Die Feierlichkeiten dabei waren bei den verſchiedenen Stäm⸗ men etwas abweichend, aber die entſetzliche Grauſamkeit war aller Orten dieſelbe.

Eine Hauptbedingung war, daß die Schlachtopfer, dieMeriahs, angekaufte Perſonen ſein mußten; auf Alter, Geſchlecht oder Religionsbekenntniß kam es weniger an, doch zog man erwachſene Leute in kräftigem Alter vor, weil dieſe theurer bezahlt werden mußten und deshalb der Gottheit will⸗ kommener waren, als wohlfeil angekaufte Kinder oder Greiſe. Ein recht wohlbeleibtes Opfer war das angenehmſte. Die Lieferung der Meriahs war eine gewinnbringende Handels⸗

ſſpeculation in den Händen von beſonderen Agenten oder An⸗ käufern. Dieſe Menſchen hatten mit dem Aberglauben der Khonds gar nichts zu ſchaffen, ihnen kam es lediglich auf das Geſchäft an. Sie zogen, namentlich wenn Hungersnoth war, in den Dörfern der Ebene umher und handelten den armen Leuten Kinder ab, ſtahlen auch wohl dergleichen und verlock⸗ ten junge Burſchen und Mädchen in's Gebirg unter dem Vorwand, ihnen dort eine lohnende Arbeit nachzuweiſen. Dort wurden ſie manchmal jahrelang aufgeſpart und immer gut behandelt; ſie wußten ſehr wohl, was ihnen bevorſtand, ergaben ſich aber mit orientaliſchem Fatalismus in ihr Schick⸗ ſal. Inzwiſchen arbeiteten ſie auf dem Felde; die Mädchen verheiratheten ſich auch wohl mit einem Khond oder auch mit einem männlichen Meriah, und die Kinder wurden dann ebenfalls Schlachtopfer. Der Ankaufspreis wechſelte von 60 bis 300 Rupien, jede zu zwei Drittel Thaler gerechnet, er wurde aber ſelten in baarem Gelde bezahlt, ſondern lieber in Rindvieh, Schwei⸗ nen, Ziegen und Bronzegefäßen. Die religiöſe Feierlichkeit muß unbedingt öffentlich ſein.

und tanzt um das Meriah herum, welches mit Blumen be⸗ kränzt und mit den beſten Kleidern geſchmückt wird. Abend vor dem Todestage führte man das berauſchte Meriah an einen großen Pfahl, auf welchem das Sinnbild einer

Gottheit angebracht iſt, ein Elephant z. B. oder ein Pfau.

ſagt Campbell, und die

Wahn erklärt ſich die Haſt In dem Monate vor dem zum Opfern beſtimmten Tage öu. werden viele Feſtlichkeiten veranſtaltet; man hält Trinkgelage auf hen. Am des Meriah noch an demſelben Tage auf

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Gewalt; wir haben dich gekauft und

biſt unſer, nicht durch Auf uns

jetzt ſollſſt du geopfert werden nach altem Brauch. fällt keine Schuld.

Am andern Tage muß das Meriah ſich abermals be⸗ rauſchen und wird mit Oel eingeſalbt, namentlich an gewiſ⸗ ſen Körpertheilen. Jeder Anweſende berührt dieſelben und ſtreicht das an ſeinen Fingern haftende Oel in ſein Haar. Dann beginnt der feierliche Umzug mit Spielleuten voran, und man trägt das Meriah um das Dorf herum und auf die Felder. Der Prieſter geleitet den Zug um den Pfahl, welcher allemal neben dem Ortsgötzen ſteht; dieſer wird durch drei große Steine repräſentirt. Dann übt er den heiligen Brauch Puga aus, d. h. er läßt durch ein Kind, welches noch nicht ſieben Jahr alt ſein darf, Blumen und Weihrauchdüfte darbringen. Das Kind iſt auf Gemeindekoſten gekleidet und ernährt, auch immer abſeit gehalten worden, damit es rein bleibe; man bezeichnet es als Sumba. Inzwiſchen iſt am Pfahl eine Grube gegraben worden, und am Rande derſelben opfert man ein Schwein. Das Blut fließt in das Loch, und in dieſes muß nun das betrunken gemachte Meriah hineinſtei⸗ gen. Man drückt den Kopf in den blutigen Schlamm und erſtickt es. Nachher ſchneidet der Prieſter ihm ein Stück Fleiſch vom Leibe und rennt damit zu den Götzenſteinen, wo er der Göttin der Erde dieſes zum Opfer bringt. Sobald das geſchehen iſt, ſchneidet jeder Anweſende ſich auch ein Stück ab; wer aus einem andern Dorfe gekommen iſt, rennt mit ſeinem Stücke heim, damit er es recht bald unter ſeinen Ortsgötzen vergraben könne. Der Kopf des Meriah bleibt unberührt in dem blutigen Schlammloche, das zugeſchüttet wird.

Man bringt dann einen jungen Büffel an den heiligen Pfahl, haut ihm alle vier Beine ab und läßt ihn liegen bis zum andern Tag. An dieſem erſcheinen Frauen, die wie Männer gekleidet und bewaffnet ſind; ſie trinken, ſingen und tanzen um den Büffel herum, der nachher verſpeiſt wird. Nun ſchickt man den Prieſter heim, vorher hat er ein Ge⸗ ſchenk bekommen. Dieſe hier beſchriebene Opfermethode iſt noch die am wenigſten grauſame; in manchen Oertlichkeiten wird dem lebendigen Meriah Stück nach Stück abgeſchnitten.

So lautet der Bericht des einen Commiſſars, Ruſſell; der andere, Ricketts, welcher ſeine Erkundigungen an der Grenze von Bengalen einzog, erfuhr, daß dort die Meriahs beſonders dann geſchlachtet würden, wenn man gute Safran⸗ ernten haben wolle. Auf Gegenvorſtellungen antworteten ſie, daß der Safran keine ſchöne Farbe bekomme, wenn man nicht ein Blutopfer dargebracht habe. In manchen Gegen⸗ den zerquetſchte man das Meriah zwiſchen Bambusbretern, die nach und nach immer mehr zuſammengepreßt wurden; zu⸗ letzt hieb der Prieſter mit einer Axt den Kopf ab. In ande⸗ ren Gemeinden wurde die Leiche nicht verſtümmelt; in dieſem Falle bringt das Opfer aber nur dem Einzelnen, welcher daſ⸗ ſelbe bezahlt hat, die Gunſt der Göttin ein. Aus ſolchem mit der Jeder ein Stück Fleiſch abhaben will, denn es kommt ja darauf an, die göttliche Gunſt eine möglichſt große Fläche von Ländereien herabzuzie⸗

Auch iſt das Opfer nur wirkſam, wenn das Fleiſch einer Gemeindeflur eingeſcharrt wird. Es iſt ſehr oft vorgekommen, daß an be⸗ ſtimmten Punkten⸗Eilboten aufgeſtellt waren; einer übergab das Stück Fleiſch dem andern, der dann wie beſeſſen weiter

Man macht Muſtik, tanzt und ſtimmt heilige Geſänge zu Eh⸗ lief; ſo ging es fort, bis daſſelbe an ſeinem weit entfernten

ren der Gottheit an.

währe uns gute Jahreszeiten, gieb uns gute Ernten und ſundheit. Dann wird das Schlachtopfer angeredet:

Wir bieten dir dieſes Opfer. Ge⸗ Beſtimmungsort anlangte. Ge⸗ Du beſtimmten Meriahs aus, und es befanden ſich endlich 500

Nach und nach lieferte man Campbell die zum Opfer