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ſolcher Erretteten vom verſchiedenſten Alter und beiderlei Ge⸗ ſchlechts in ſeinen Händen. Es ward Sorge getragen, ihnen die Freiheit und eine humane Behandlung zu ſichern.
Eine merkwürdige Molluske.
Paris wird nächſtens Gelegenheit haben ein merkwür⸗ diges Thier zu betrachten, das die ſchätzenswerthe Eigenſchaft beſitzt, ſüßes Waſſer, welches ſeinen Lieblingsaufenthalt bildet, in vortrefflichen Weineſſig zu verwandeln.
Es handelt ſich um die berühmte Molluske, deren ſich die tatariſchen Mongolen in der Provinz Leao⸗tong in ihrem Wanderleben bedienen, um ſich mit Weineſſig zu verſorgen.
Der Miſſionär, Pater Huc, welcher das geheimnißvolle Reich der Mitte zuerſt von Peking bis nach Hlaſſa, der Haupt⸗ ſtadt von Tibet und der Reſidenz des Groß⸗Lama, durch⸗ wanderte, hat dieſes merkwürdige Thier zuerſt erwähnt.
Seine Behauptungen, welche von Gelehrten und Rei⸗ ſenden in Zweifel gezogen wurden, haben jetzt durch die Ab⸗ ſendung dieſer Molluske von dem franzöſiſchen Generalcon⸗ ſul in Shanghai an den franzöſiſchen Miniſter des Auswär⸗ tigen, Herrn Drouyn de Lhuys, eine officielle Beſtätigung erhalten.
Aus dem Briefe, welcher die Sendung dieſer Molluske begleitet, erhellt, daß dieſes intereſſante Geſchöpf eine belie⸗ bige Quantität ſüßes Waſſer, in das es geſetzt wird, in einer kurzen Zeit in guten Tafeleſſig verwandelt. C
Misrellen.
Amyot, der als Großalmoſenier von Frankreich ſtarb, ſtudirte in der erſten Zeit ſeiner Jugend beim Scheine einer Lampe, die auf der Straße an den Füßen einer zur öffent⸗
Novellen⸗Zeitung.
„Geſchichte aus dem Leben gegriffen“ ſteht auf dem Ti⸗ tel dieſer dreibändigen Erzählung, und allerdings ſollte jede Novelle der Wirklichkeit entnommen, das heißt wahr und na⸗ türlich ſein. Dieſe gehört den modernen Zeitzuſtänden an und ſucht ihre Charaktere in intereſſante Beziehungen zu ihrer wechſelvollen Lage zu bringen.. In den Scenen, welche die Hauptperſonen auf einer Reiſe in Italien ſchildern, ergiebt ſich eine Aehnlichkeit der literariſchen Behandlung, die an ein anderes in demſelben Verlag erſchienenes Werk, die Reiſen eines arabiſchen Prin⸗ zen, erinnert. Wir haben es ſeiner Zeit der darin befindli⸗ chen treffenden Raiſonements wegen lebhaft hervorgehoben⸗ O. B.
Robert Burns' Lieder und Balladen. Deutſch von Carl Bartſch. Hildburghauſen, Bibliographiſches
Inſtitut. 1865.
Die Lieder dieſes Poeten ſind ſo berühmt und zu claſſi⸗ ſchem Nimbus erhoben, daß es ihnen keinen Schaden thut, ſie einer gewiſſen romantiſchen Veraltung anheimfallen zu ſehn. Auch das ſchottiſche von uns gar nicht verſtandene ſprachliche Nationalcoſtum hindert nicht an der Burns mit Recht zufallenden Verehrung.
Einigen ſchon vorhandenen guten Ueberſetzungen reiht ſich dieſe von Bartſch an. ginalrhythmus geachtet, und da ſich dieſes Bändchen als ein Heft der Bibliothek ausländiſcher Claſſiker durch Billigkeit auszeichnet, ſo wird es ein ſiegreicher Concurrent werden.
O. B.
Griſella. Eine Erzählung aus der Geſchichte
lichen Verehrung aufgeſtellten Bildſäule der heil. Jungfrau angebracht war.
Nikolaus de Olemangis ſtand während ſeiner Jugend des Nachts auf, um bei dem Scheine der Lampe in der Ka⸗ pelle des Collegiums zu Navarra, wo er ſich in Penſion be⸗ fand, zu ſtudiren. Er ſtarb endlich als Vorſteher des nämli⸗ chen Collegiums und bat, daß man ihn unter ſeiner Studir⸗ lampe beerdigen ſollte. Man ſetzte daher auf ſeinen Leichen⸗ ſtein die Inſchrift:
Qui lampas fuit ecclesiae, sub lampade jacet.
Vom dentſchen Büchermarkt. Glückskind und Wilddieb. Von Ludwig von Blum. Leipzig bei Kollmann, 1863.
Schottlands von F. K. Wild. Stuttgart, Verlag von Steinkopf.
Dieſe an ſpannenden Begebenheiten nicht arme Geſchichte charakteriſirt durch einzelne Scenen die ſchottiſche Reforma⸗ tionszeit zu Ende des ſiebzehnten Jahrhunderts und iſt be⸗ ſonders für die Jugend berechnet und mit der fühlbaren Un⸗ terlage einer moraliſchen Tendenz verſehen. O. B.
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Inhalt
* Des Juden Rache.— Literariſche Briefe von Otto Banck.
Im Verlage der Dürr'ſchen Buchhandlung in Leipzig iſt
erſchienen und in allen Buchhandlungen vorräthig: Otto Banck,
Kritiſche Wanderungen in drei Kunſtgebieten. — Erſter Band:—
Aus der deutſchen Bühnenwelt.
Dramaturgiſche Studien über Theater und Theaterdichtung, Schau
ſpielkunſt und Schauſpieler, mit Hinblick auf die Blüthezeit der Münchener Muſtervorſtellung im
Dresdener Hofbühne und die Jahre 1854.
28 Bogen gr. 8. Preis 1 Thlr. 20 Ngr.
jede Buchhandlung zu beziehen:
Glüchskind und Milddieb. Geſchichte
aus dem Leben gegriffen
von
Ludwig von Blum. 3 Bde. Schillerf. 1865. geh. 2 Thlr.
Redigirt un
ter Verantwortlichkeit von Ollo Sriedrich Dürr in Leipzig.— Verlag der Dürr'ſchen Buchhandlung in Leipzig.— Druck von u. Edelmann in Leipzig.
Er hat oft ſehr auf den Ori⸗
Mondſchein⸗Studien. Von Ernſt Freiherrn von Bibra.—
Feuilleton. Ein Drama in Spanien.— Der Löwenhof in der Alhambra.— Der Menſchenopferdienſt der Khonds in Indien.— Eine merkwürdige Molluske.— Miscellen.— Vom deutſchen Bücher⸗ markt.
Bei Chr. E. Kollmann in Leipzig erſchien und iſt durch
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