Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
526
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Kugeln in die Luft ſteigen und in einem Bogen von ſilbernem Schaum wieder zurückfallen, um zu neuen Spielen ſich zu erheben. Selbſt den Marmor übertreffen ſie an Glanz und Durchſichtigkeit. Wenn man dieſes Becken anſchaut, ſo glaubt man eine feſte Maſſe Eis vor ſich zu ſehen, von welcher Waſ⸗ ſer herabfließt, und dennoch iſt es unmöglich zu unterſcheiden, welches von beiden flüſſig iſt. Iſt dieſer Springbrunnen nicht eine wohlthätige Wolke, welche ihr Waſſer reichlich auf die Löwen herabſchüttet? So ſind auch die Hände des Kali⸗ fen, welcher ſeine Belohnungen unter die Soldaten, die Lö⸗ wen des Krieges, vertheilt. O Du, der Du dieſe Löwen be⸗ trachteſt, ſei ohne Furcht; ihnen fehlt das Leben und ſie können ihre Wuthenicht zeigen!

Nichts iſt geeigneter, eine gute Vorſtellung von dem üppigen Leben der Mauren vor 400 Jahren zu geben, als dieſer Löwenhof. Man ſtelle ſich den König von Granada vor, wie er auf ſeidenen Kiſſen, die in Granada ſelbſt ſo herr⸗ lich fabricirt wurden, umgeben von ſeinen Lieblingsfrauen und Courtiſanen in dieſem Hofe ruht und dem Plätſchern der Fontaine zuhört. Von den Gallerien erſcholl dann mauriſche Muſik und die Dichter recitirten ihre Verſe.

Als der Venetianer Andrea Navagero 1524 die Alham⸗ bra beſuchte, machte der Löwenhof auf ihn, der doch durch die Schönheiten ſeiner Vaterſtadt verwöhnt ſein mußte, einen mächtigen Eindruck. Er ſchildert die Einzelnheiten des Lö⸗ wenbrunnens und erzählt, daß, wenn man ganz leiſe in die Maulöffnung des einen Löwen hineinſpräche, an dem Munde eines der anderen Löwen dies ganz deutlich zu hören ſei. Na⸗ türlich mußten die Waſſer dann nicht fallen. Jetzt liegt die⸗ ſer Prachtbrunnen das ganze Jahr über trocken und verſtaubt, und nur am 2. Januar, dem Jahrestage der Uebergabe Gra⸗ nada's an die Chriſten, ſpeien die Löwen wieder Waſſer.

Monument der Art in Spanien. Leider iſt aber auch im Laufe der Zeit Vieles an ihm zerſtört oder durch Moderniſi⸗ rung verdorben worden.

Wenn man den Löwenhof beſucht, dann unterläßt es der Führer nie, die Fremden ſofort auf einige rothe Flecken am Brunnen und den Platten, welche dieſen umgeben, auf⸗ merkſam zu machen. Das iſt das Blut der Abencerragen, welches der Marmor hier getrunken hat und das noch heute, nach 400 Jahren, ihre Mörder anklagt. Der lich ſagt, daß dies nur eine Art rother Roſt ſei, der im Laufe der Zeit auf dem weißen Marmor entſtand, und daß die Ze⸗ gris niemals die Abencerragen hinterliſtig überfielen. An dere gehen noch weiter und behaupten, daß dieſe beiden Fa⸗ milien niemals exiſtirten und daß ſie lediglich eine Phantaſie der Dichter ſeien. Doch ſehen wir hiervon ab und geben wir die Geſchichte, wie ſie im Munde des Volkes lebt oder von Chroniſten erzählt wird.

Die Zegris und Abencerragen waren zwei edle grana⸗ diniſche Familien, die ſich tödtlich haßten. Die letzteren er⸗ ſcheinen in den mauriſchen Romanzen unter dem Namen B'ni⸗ Serradſch, d. h. Söhne des Serradſch; dieſer war in der Mitte des 11. Jahrhunderts Vezier des Königs von Cordova. Als aber dieſe Stadt im Jahre 1235 in die Hände der Chriſten fiel, flüchteten die Abencerragen nach Granada und hier ge⸗ langten ſie zu großem Anſehen; ihre Zahl wuchs ſo anſehn⸗ lich, daß man gegen Ende des 15. Jahrhunderts 500 ihres Geſchlechtes zählte.

Die Zegris ſtammten aus Saragoſſa und anderen Städten Arragons. Als auch dieſes Land in die Hände der Spanier fiel, zogen ſie ſich gleichfalls nach Granada zurück,

Novellen⸗ZJeitung.

Noch heute iſt dieſer Patio das vollſtändigſte mauriſche

Skeptiker frei⸗

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wo ſie, nach dem arabiſchen Namen für Arragon, Tſeghr, als Tſegri oder Zegris bezeichnet wurden.

Der Haß, welchen dieſe beiden Geſchlechter gegen ein⸗ ander nährten, ward noch durch die Rivalität der beiden Frauen des Königs Abdallah von Granada vergrößert. Die eine, Ayeſcha, war des Königs Baſe. Die andere war von Geburt eine Spanierin, welche den arabiſchen Namen Zo⸗ raya, Abendſtern, angenommen hatte. Nach mauriſchen Ge⸗ ſchichtsſchreibern war ſie die eigentliche Urſache des Unter⸗ ganges von Granada. Als die Stadt Martos von den Mauren eingenommen ward, wurde Iſabella de Solis, ſo war ihr chriſtlicher Name, als Gefangene nach Granada ge⸗ führt. Dort kam ſie in den Harem Abdallah's, der, entzückt von ihrer großen Schönheit, ſie zu ſeiner Gemahlin erkor. Ayeſcha ſah bald in ihr eine gefährliche Feindin, gegen welche ſie im Geheimen zu intriguiren begann, und nun bildeten V ſich am Hofe und in der Stadt zwei Parteien; die Abencer⸗ ragen gingen mit Zoraya, während die Zegris ſich für Aye⸗

ſcha erklärten. Blutige Fehden brachen aus und ſchwächten V das Königreich, welches allmählich ſeinem Untergange entge⸗ gen ging. Um Zoraya zu verderben, beſchloſſen die Zegris, ſie des Ehebruches mit einem Abencerragen anzuklagen. Abdallah ſchenkte ihren Worten Glauben und beſchloß, alle Abencerra⸗ gen durch die Zegris ermorden und die Königin verbrennen zu laſſen. Die tapferen Abencerragen hatten gerade in der Vega einen ſiegreichen Kampf gegen die Chriſten beſtanden, aus dem ſie mit zwei eroberten Fahnen und 30 abgeſchnitte⸗ V nen Köpfen heimkehrten. Der König ſchien über die Nach⸗

richt erfreut zu ſein und ließ ſie einzeln, einen nach dem an⸗ V dern, in den Löwenhof rufen. Dort ſtanden die Zegris und ihre Verwandten, die Gomelas und Maſas, zum Meuchel⸗ morde bereit. Das erſte Opfer war Abencarrax; als er ein⸗ getreten war, ſchloß man hinter ihm die Thüren, und von allen Seiten überfallen, endete er lautlos, ohne daß ſeine draußen ſtehenden Freunde etwas von dem Morde ahnten. Dann ward der ſchöne Halbinhamad hereingerufen, welcher des Ehebruchs mit der Königin beſchuldigt worden war. Es erging ihm wie ſeinem Vorgänger, und noch 34 edle Aben⸗ cerragen färbten mit ihrem Blute die weißen Marmorplatten des Löwenhofes. Da wollte es der Zufall, daß ein kleiner Abencerragenpage ſeinem Herrn neugierig durch das Thor nachſchaute. Mit Entſetzen erkannte er das blutige Schau⸗ ſpiel und ſtürzte eilig zurück, um die übrigen Abencerragen vor dem ihnen bereiteten Schickſal zu warnen. Ihr General Muſa ließ die Anafilen, jene weithin ſchmetternden mauri⸗ ſchen Kriegstrompeten, erſchallen, und ſämmtliche Abencerra⸗ gen verſammelten ſich zum Werke der Rache auf dem Biba⸗ rambla⸗Platze. Wüthend drangen ſie mit ſtürmender Hand in die Alhambra ein und mehr als 500 Zegris, Gomelas und Maſas ſielen unter ihren Streichen. Das iſt die Ge⸗ ſchichte von den Abencerragen und Zegris. Die Vertretung der Wahrheit müſſen wir den alten ſpaniſchen Chroniſten überlaſſen. 9.

Der Menſchenopferdienſt der Khonds in Indien. Das alte indiſche Königreich Oriſſa mit der jetzt ent⸗ deckten Trümmerſtadt Bhahaneſan, die ein zweites Palmyra geweſen ſein ſoll und wo man Inſchriften im Alter von 2000 Jahren gefunden hat, gehört nun auch zum Gebiete der Eng⸗ länder. Beſonders der gebirgige Theil dieſes Landſtriches, der Gondwana heißt und vdm Mahanuddy durchſtrömt wird,

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