Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
525
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.. Vierte führt worden, die Verleugnung aller Gerechtigkeit, welcher ſein Client zum Opfer geworden ſei! Er vergoß Thränen der Entrüſtung indem er im Namen ſeines würdigen Colle⸗ gen, Herrn Nieva, proteſtirte, der gleich einem Verbrecher im Gefängniß ſchmachte. die Unterſuchung wegen des gegen Claudio bei ſeiner nächt⸗ lichen Verhaftung unternommenen Vergiftungsverſuchs, er beſtand mit aller ihm zu Gebote ſtehenden Energie auf die Abhörung mehrerer wichtigen Zeugen und die Abſendung einer Erörterungscommiſſion nach Amerika, wo ſein Client achtzehn Jahre gelebt habe. Endlich, nachdem er unbegreif⸗ licher Weiſe die Bewilligung neuer Erörterungen nicht er⸗ reicht hatte, bekämpfte er Schritt vor Schritt die Grundlage der Anklage, er überſchüttete ſie mit Spott und Aeußerungen der Entrüſtung, und nachdem er die Ausſagen der erpreßten Belaſtungszeugen in ihrer Geſammtheit betrachtet, wendete er ſich mit vernichtender Kritik gegen das erſte Urtheil, und alle Welt glaubte, daß er nach dieſem heißen Kampfe die Freiſprechung und Rehabilitation erreicht haben werde.

Der aus vier Richtern beſtehende Appellhof von Bar⸗ celona billigte jedoch das Verfahren des erſten Richters, und die einzige Conceſſion, welche er der öffentlichen Meinung machen zu müſſen glaubte, beſtand darin, daß er die über den unglücklichen Claudio verhangene zwölfjährige Zwangsarbeits⸗ ſtrafe auf neun Jahr herabſetzte.

Damit hatte die Sache aber noch nicht ihr Ende erreicht. Herr Caſo entwarf eine Eingabe an den höchſten Gerichtshof in Madrid und überreichte dem Senat und den Cortes eine dringliche Beſchwerde wegen Ungeſetzlichkeit des Verfahrens und Mißbrauchs der Amtsgewalt, mit welchem man vom erſten Tage an gegen ſeinen Clienten vorgegangen ſei.

Jedoch der unverſöhnliche Marquis von Villamediana, nicht dadurch befriedigt, Denjenigen, welcher urſprünglich von der Familie als ein Bruder aufgenommen worden war, aus dem bürgerlichen Leben verbannt zu haben, verfolgte den Verurtheilten noch in der Perſon ſeines ausgezeichneten Sach⸗ walters, indem er gegen denſelben wegen deſſen energiſcher Vertheidigung einen Diffamationsproceß anhängig machte.

Die ſpaniſche Juſtiz hat jedoch auf die Klage des Mar⸗ quis erkannt, daß keine der von dem furchtloſen Vertheidi⸗ ger in ſeinem Plaidoyer angeführten Thatſachen eine Ver⸗ leumdung involvire. Durch dieſes Erkenntniß iſt Claudio implicite als unſchuldig erachtet, er iſt alſo Claudio de Fon⸗ tanellas!

Der Einfluß des reichen Marquis blieb jedoch noch mächtig genug, einen Augenblick lang die amtliche Stellung des Herrn Caſo in Frage zu ſtellen. Derſelbe hatte ſich bin⸗ nen wenigen Tagen zu entſcheiden, ob er ſein Amt als te⸗ niente fiscal premiero al consejo del Estado(erſter Gene⸗ raladvocat beim Staatsrath) dem Vertheidiger Claudio's opfern wolle. Herr Caſo verharrte ohne Zögern in der treuen Hingebung für ſeine Aufgabe und wurde auch endlich ermächtigt, ſowohl ſeine Stelle beizubehalten, als ſich auch ſeiner Miſſion als Vertheidiger zu widmen. Er ſeinerſeits hat die Richter von Barcelona vor den höchſten Gerichtshof in Madrid citirt und der Pflichtverletzung beſchuldigt. Wie man denken kann, ſetzen dieſe Himmel und Erde in Be⸗ wegung, um ſich ſchuldlos darzuſtellen. Alle Welt iſt auf den Ausgang dieſes in ſo hohem Grade intereſſanten Proceſſes auf das Aeußerſte geſpannt. Wie die Entſcheidung deſſelben aber auch ausfallen möge, jedenfalls hat er dazu gedient, die craſſen Mängel der ſpaniſchen Juſtizverfaſſung in das grellſte Licht zu ſetzen. e.

Folge. 525

Ueber die berühmte Alhambra von Granada bringt die geographiſche Zeitung nach den beſten Quellen der neueren Reiſenden, die Spanien beſchrieben, eine ſehr feſſelnde Schil⸗

V Der Löwenhof in der Alhambra.

Er verlangte auf das Nachdrücklichſte derung. Wir entheben derſelben nur einen kurzen Abſchnitt,

der den Löwenhof, dieſen ſo häufig erwähnten Prachtbau der Alhambra, zum Gegenſtand hat und den Kampf der Abencer⸗ V ragen und Zegris erwähnt. V Jener Löwenhof, Patio de los Leones, iſt der vollkom⸗ menſte Theil der Alhambra und durchaus nicht ſo groß, wie V man ihn ſich gewöhnlich nach Abbildungen vorſtellt. Er iſt V ein 120 Fuß langes und 60 Fuß breites Parallelogramm, das von einem aus 168 ſchlanken, glatten Marmorſäulen be⸗ ſtehenden Porticus umgeben iſt, der in der Mitte der beiden Schmalſeiten zu zwei viereckigen, in den Hof hineinragenden Pavillons anwächſt. Die Säulen werden durch Bogen von ungemein graciöſer Arbeit verbunden; ihre Capitäler, die alle dieſelben Umriſſe zeigen, erſcheinen auf den erſten Anblick gleichförmig gearbeitet. Bei näherer Betrachtung gewahrt man jedoch, daß die Zeichnungen, Ornamente und Inſchrif⸗ ten auf dem Marmor alle ganz verſchieden ſind. Die Capi⸗ täler waren früher bemalt und vergoldet; da wo die Farben noch erhalten ſind, ſieht man, daß die Arabeske blau und der Grund roth war; die Inſchriften, wie ein Theil der Verzie⸗ rungen waren golden. Das dazu verwandte Gold kam aus Afrika und wurde in Granada zu feinen Blättchen ausge⸗ ſchlagen, und allein ſchon die ungeheure Menge, die man zur Ausſchmückung des Gebäudes verbrauchte, giebt uns einen Begriff von dem großen Reichthum der Könige von Granada.

In der Vertheilung der vielen Säulen bemerkt man eine kleine Unregelmäßigkeit; theils ſind ſie zu zweien und zweien gekuppelt, theils ſtehen ſie vereinzelt da. Aber der Eindruck, den dieſe Abweichung von der Symmetrie hervor⸗ bringt, iſt ein durchaus wohlthuender und gewiß mit Vorbe⸗ dacht ausgeführt, um die Monotonie zu zerſtören. Auch die Säulen waren einſt ganz vergoldet, und ſtatt ſie nach der Er⸗ oberung neu aufzuſchmücken, fand man es zweckdienlicher, das Gold ganz abzukratzen. Die Inſchriften, in kufiſchen Zeichen, ergehen ſich ausnahmslos im Lobe Gottes. Unter dem Gie⸗ belfelde des Hauptbogens zieht ſich eine elegante Inſchrift in Curſivcharakteren hin, welche Segenswünſche für den Sultan enthält.

Im Mittelpunkt des Patio erhebt ſich der Löwenbrun⸗ nen, eine große zwölfeckige Schale aus weißem Marmor, welche noch von einer kleinern runden überragt wird. Beide ſind mit ſehr ſchön ausgeführten Ornamenten und Inſchrif⸗ ten bedeckt. Die untere Vaſe wird von zwölf Löwen getra⸗ gen, die auch in weißem Marmor ausgeführt ſind. Dieſe (Löwen, welche man ebenſogut für Panther oder Tiger anſehen

könnte, ſind aber weit davon entfernt, naturwahr gearbeitet zu ſein. Die mauriſchen Künſtler, welche ſich am liebſten von der Phantaſie beherrſchen ließen, gaben nichts auf die treue Nachahmung der Natur. So erſcheinen uns denn dieſe Löwenköpfe viereckig, plump und durchaus mißgeſtaltet. Der Rachen wird durch ein rundes Loch bezeichnet, durch welches ſich Waſſer in ein Baſſin ergießt; die Mähne iſt durch einige rohe Striche angedeutet und viereckige Stützen ſtellen die Füße dar. Aber ganz abgeſehen von dieſer rohen, faſt bar⸗ bariſchen Darſtellungsweiſe bietet der Brunnen doch einen ſehr hübſchen Totaleindruck. Die Inſchriften des Brunnens lauten folgendermaßen:

Betrachte dieſe ſchimmernden Perlen, die gleich kleinen