Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
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Reiſe mit einem vermögenden Gönner gemacht habe, der aber leider geſtorben ſei; daß es ihm zwar mit Hülfe deutſcher Landsleute dennoch gelungen, ſich einige Jahre im Lande zu halten, daß er aber end⸗ lich nach Hauſe zurückgekehrt, Glück mit ſeinen mit⸗ gebrachten Skizzen gehabt, und nun wiedergekehrt ſei, um Neues zu ſammeln.

Er zeigte mir hierauf vielfache Farbenſkizzen und war erfreut, als ich genau die Gegenden wieder erkannte, welche ich ebenfalls bereits bereiſt hatte.

Hat man zu Hauſe bei uns, ſagte ich,die Luft nicht zu blau, das Sonnenlicht nicht zu grell und die Cordillera nicht zu hoch gefunden?

Freilich, erzählte er lachend,das Alles fand man anfänglich zu ſtark, zu manierirt, und bei einigen Landſchaften, welche ich für Liebhaber im Großen ausführte, mußte ich wohl oder übel Alles dämpfen, eruhiger halten und dem wolkenloſen Himmel ſelbſt einige Wolken aufdrängen, denn die Meiſten drüben in der Heimath wiſſen beſſer, wie es hier ausſieht, als wir, die wir an Ort und Stelle mit eigenen Augen ſehen.

Eine Mondſcheinlandſchaft fände ohne Zweifel mehr Glauben, ſagte ich.

Der Künſtler ſah mich einige Augenblicke for⸗ ſchend an, dann ſagte er:

Wie meinen Sie das?

Wie ich das meine?

Ich glaube, daß das Mondlicht hier wohl noch intenſiver und kräftiger als bei uns, und durch ſeine Klarheit überraſcht, ſehen wir die erſten Vollmondnächte. Verhältnißmäßig bie⸗ tet es aber immer nicht die ſo ſcharfen und faſt grel⸗ len Unterſchiede zwiſchen Licht und Schatten, als das Sonnenlicht; der Mangel an hier in Chile fehlender Luftperſpective fällt bei ihm nicht in die Augen, und Duft und nächtliche Nebelformen mildern, namentlich hier an der Küſte, die allzuſcharfen Abſtände.

Der verdammte Schneider, rief Windler verdrüßlich,hat alſo doch geplaudert!

Ein Schneider? ſagte ich höchlich verwundert, was für ein Schneider? Wie kommt ein Mitglied dieſer höchſt ehrenwerthen Zunft in meine chileniſche Mondſchein⸗Landſchaft, gezeichneter Kunſt⸗Gelehrſamkeit gezeichnet?

Glebel, der Hund! verſetzte Windler.

faſt

Glebel? Ich habe in meinem ganzen Leben

dieſen Namen nicht gehört, und kenne noch weniger einen Menſchen, der ſo heißt.

Aber ich, ſagte der Künſtler jetzt lachend,ich kenne den alten Gauner außerord dntli genau, er wohnt noch, wie vor acht Jahren, auf dem Cerro de

Novellen⸗Zeitung.

lich in Val

ſeine Liebesgeſchichte, und es wird ein Stück über⸗

in meiner Geſchichte, iſt aber bei Leibe nicht die

welche ich ſoeben mit ſo aus⸗

Carretas, und mein erſter Gang, nachdem ich Val⸗ paraiſo betreten, war zu ihm.

So viel ich weiß, ſagte ich,wohnen auf dem Cerro de Carretas blos äußerſt unbemittelte Leute, Subjecte, welche man bisweilen mit dem Namen «Lumpe⸗ zu bezeichnen pflegt.

Als Glebel in das Thal des Paradieſes, näm⸗ paraiſo, einzog, verſetzte der Künſtler, war er wirklich ſo ziemlich in dieſe Reihe zu ſtellen; durch Fleiß und Umſicht aber gelang es ihm, ſichf emporzuſchwingen, das heißt Geld zu erwerben; er iſt jetzt ein vermögender Mann, aber entweder der Gewohnheit halber, oder vielleicht auch wegen der Umſicht⸗, blieb er auf dem Cerro de Carretas woh⸗ nen. Was er Unſicht zu nennen pflegt, werde ich Ihnen ſpäter mittheilen, und iſt es Ihnen nicht unlieb, ſo führe ich Sie ſelbſt zu dem würdigen denn ich glaube jetzt, daß Sie die Mond⸗ ſcheingeſchichte wirklich nicht von ihm erfahren haben.

Auf Ehre nicht, erwiderte ich,und ich hoffe, dieſelbe von Ihnen zu hören. Ohne Zweifel iſt es

ſeeiſche Sentimentalität dabei abgewickelt,

ſchon aus dem Mondſcheine hervor. Die Liebe in

chen Modificationen,

das geht

ſagte Windler,zieht ſich, wie.

Freilich bisweilen an Stellen dünn wie ein ſchmäch⸗ tiger Zwirnsfaden, wo ſie ſtark ſein ſollte wie ein Tau, an andern aber wieder ungebührlich dick, wo ſie eigentlich gar nicht hingehört. Sie ſteckt alſo auch

der bekannte rothe Faden, durch Alles auf der Welt.

Hauptſache, und noch weniger iſt von Sentimentali⸗ tät die Rede. Kommen Sie aber heute Abend in die Schenke am Hafen, hält. Gäſte und Speiſen paſſen dort trefflich zu dem, was ich Ihnen erzählen werde.

Ich ſagte zu und fand mich in der Negerkneipe

allen ihren reizenden und häßli⸗

welche der rieſenhafte Neger

ein, jenem ausgezeichneten Hötel, deſſen ich bereits an einem andern Orte erwähnte und in welchem ein Subject die Speiſen bereitete, von dem niemals Je⸗ mand genau erfahren hat, ob es ein Affe oder ein Neger, ein Männchen oder ein Weibchen war, und Windler, der mich bereits dort erwartet hatte, begann ohne weitere Umſchweife ſeine Erzählung.

Wenn man jung und allein ſich in einem frem⸗

den Lande befindet, ſo hat man ſtets eine aufrichtige Freude, wenn man ſo glücklich iſt, einen Landsmann au treffen, und da zudem zu jener Zeit in Chile noch weniger Deutſche angeſiedelt waren, als gegenwärtig, ſo war mir daher Glebel eine wahre Wohlthat. Die

reichen deutſchen Kaufleute, welche ſich damals in

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