Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
511
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hinterlaſſen. Mit und eines Han⸗ delshauſes, das in der Finanzbewegung unſrer Epoche eine bedeutende Rolle geſpielt hat. Was aber nicht vergehen wird, das ſind die der Sache der Menſchheit ohne Unterſchied des Cultus und der Partei geleiſteten Dienſte; das ſind die zu Gunſten der Unglücklichen errichteten ſchönen Anſtalten; das iſt ganz beſonders das Beiſpiel eines Lebens, das Allem ſich widmete, was rechtſchaffen, nützlich, philanthropiſch und großmüthig war. Das Andenken eines Mannes, dem bei ſeinem Tode mit vollem Rechte ein ſolches Lob geſpendet werden kann, bleibt ſicher in Ehren. Friede ſeiner Aſche! C.

Karl Heine hat keine directen Erben ihm endigt der Name einer großen Familie

Das Studium der neuern Sprachen in Frankreich.

Ueber dieſen Gegenſtand ſpricht ſich eine Pariſer Cor⸗ reſpondenz an ein Provinzial⸗Journal in folgenden Wor⸗ ten aus:

Werden die lebenden Sprachen bei uns ernſtlich ſtudirt? Vor acht Tagen dinirte ich an der Seite eines jun⸗ gen Mannes, der kürzlich aus einem Lyceum in Paris aus⸗ getreten iſt. Er hat daſelbſt vier Jahr nach einander die deutſche Sprache ſtudirt und darin die erſten Preiſe davon getragen. Uns bediente als Kellner ein guter Würtemberger, der ein ziemlich reines Deutſch ſprach und der den in ſeinem Vater⸗ lande eingeführten unentgeltlichen Unterricht ſehr gut benutzt hat. Er lieſt und ſchreibt ſeine Mutterſprache ſehr rein und ſchreibt eine Seite Franzöſiſch ebenſogut, wie die Mehrzahl der Zöglinge unſrer Elementarſchulen.

Der Herr des Hauſes und der Diener wechſelten einige Worte im Deutſchen.

Verſtehen Sie, was geſprochen wird? fragte ich mei⸗ nen jungen Nachbar.

Nicht ein Wort! antwortete er mir.

Können Sie wenigſtens ein deutſches Journal oder Buch überſetzen?

Offen geſtanden, nein.

Und Sie haben im Deutſchen die erſten Preiſe zuer⸗ kannt erhalten?

Drei Jahr nach einander.

Nun, die⸗Meiverſität hat Ihnen vielleicht ein Deutſch gelehrt, das man in Deutſchland nicht verſteht; das iſt nicht Ihre Schuld! C.

Der Japaneſe und dieglückliche Batſchaft. Selbſt in Japan reißt die Inſubordination ein und die Japaneſen fangen an, es überdrüſſig zu werden, die ihnen von dem Kaiſer vermittelſt eines Degens geſchickteglückliche Botſchaft, deſſen ſie ſich bedienen ſollen, um ſich ſelbſt damit ihren Bauch aufzuſchlitzen, zu vollziehen, und ſie finden diefe Todesart außerordentlich unangenehm, ſelbſt wenn der Degen ein Wunder der Kunſt und des Glanzes iſt. Kürzlich hatte der Kaiſer von Japan Urſache, mit einem ſeiner höhern Be⸗ amten ſehr unzufrieden zu ſein, und er ſchickte ihm den be rühmten Degen, eine Art von Ehrendegen, der ſehr ſchön ge⸗ di arbeitet und verziert iſt. Da dieſer Beamte einen hohen Rang bekleidete und bisher ſeinem Souverän nur Veranlaſſung zur wt Zufriedenheit gegeben hatte, ſo ſandte der Letztere, um die e Wirkung der Botſchaft ſoviel wie nur möglich zu mildern, dig ihm einen ſeiner eignen, mit Diamanten beſetzten Degen und

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wählte ſeinen Premierminiſter zum Ueberbringer derglück⸗

Folge. 511 lichen Botſchaft. Der Beamte empfing das Geſchenk und verſtand recht gut die Bedeutung desſelben. Nachdem er das Inſtrument ſeiner Beſtrafung achtungsvoll betrachtet hatte, verließ er ruhig ſein Haus, begab ſich in den Hafen und dort an Bord eines franzöſiſchen Schiffes, das eben nach Havre abſegelte und an deſſen Bord er glücklich in Frankreich ankam. Dort begab er ſich ſofort nach Paris, wo er jenen Degen für 150,000 Franken verkaufte und ſich in dieſer Art die Mit⸗

tel verſchaffte, fern von ſeiner Heimath leben zu können. C.

Misrellen.

Auf dem Coſtnitzer Concilium hatte Don Diego von Anaya, Geſandter des Königs Johann II. von Caſtilien, mit dem engliſchen Geſandten, der ihm den Vorrang ſtreitig machte, einen Wortwechſel, dem er damit ein Ende machte, daß er ſeinen Widerſacher mitten um den Leib faßte und ihn wie ein Kind der Engländer war ſehr klein davon trug und ihn in ein Grabgewölbe, das gerade offen war, hin⸗ ein warf. Als er nun wieder auf ſeinen Platz zurück kam, ſagte er zu ſeinem Collegen Don Martin Fernandez von Cor⸗ dova:Als Prieſter hab' ich ſo eben den Geſandten von Eng⸗ land zu Grabe beſtattet; thut nun das Uebrige als Kriegs⸗ mann und als Ritter.

Der junge Herzog von Burgund, Enkel Ludwig's XV., hielt ſich einen Nelkenflor; ein Schmeichler überredete ihn, in⸗ dem er an die Stelle eben bepflanzter Töpfe andere mit Blu⸗ men ſetzte, die Nelken, die er pflanzte, wüchſen und blüheten in einer Nacht. Der junge Prinz zweifelte nicht, daß die Natur ſeinem Willen gehorche. Als er in einer Nacht nicht ſchlafen konnte, wollte er aufſtehn; man ſtellte ihm vor, es ſei noch ganz finſter.Ich will aber, verſetzte er,daß es Tag werde!

Vom deutſchen Büchermarkt.

Helvetia. Muſen⸗Almanach, herausgegeben vom ſchweizeriſchen literariſchen Vereine. Bern, Heu⸗ berger's Verlag.

Dieſer Almanach charakteriſirt einige ſchweizeriſche Dich⸗ ter, von denen einige durch nationale Coſtumbilder dafür ſchadlos zu halten ſuchen, daß ſich kein bedeutendes neueres Talent unter ihnen regt. O. B.

Unterwegs und daheim. Leipzig, Verlag von

Otto Purfürſt. Dieſe bis zum zwölften Band vorgeſchrittene, nur der leichten Lectüre zugewandte Sammlung bringt hierEin Schüler Calvin's von Stern undAus dem Strome der Gegenwart von Ernſt Fritze. Die erſtere Novelle gehört unter die in ihrem ganzen Weſen bekannte der geſchichtlichen oder culturgeſchichtlichen. Sie vergnügen ſich durch eine freie Erfindung innerhalb eines hiſtoriſchen Rahmens. Ernſt Fritze geht auf eine moderne Unterhaltungslectüre aus, doch würde er dieſen Zweck beſſer erreichen, wenn er in ſeinem Styl etwas gewählter wäre. O. B. Verſchollen.

*4 V Inhalt: Gedichte von Emil Walther. Haidelied. Literariſche Briefe von Otto Banck. Feuilleton. Die Akademikerinnen. Das Studium der neuern Sprachen in Frankreich. unnd dieglückliche Botſchaft. Miscellen. chermarkt.

Novelle von Adolph Görling.(Schluß) Herbſtklang.

Der Banquier Karl Heine. Der Japaneſe Vom deutſchen Bü⸗