Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
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Vierte Folge.

gewählt wurde. Ihre Wahl erfolgte 1782 und die Akade⸗ mie nahm 1789 ihr Ende. Von 1669 bis 1789, alſo in einem Zeitraume von 120

Jahren wählte die Akademie 14 Künſtlerinnen zu ihren Mit⸗ gliedern. Man muß eingeſtehen, daß mehrere von ihnen jetzt ganz unbekannt ſind, doch ganz dasſelbe läßt ſich von einer Menge Akademiker ſagen. Außer der Roſalba, die ſich eines europäiſchen Rufes erfreute, zählte man aber unter ihnen mehrere talentvolle Frauen: Eliſabeth Chéron, Marie The⸗ reſe Bedoul, Gattin des Malers Vien, welcher bei Gelegen⸗ heit eines ihrer Blumengemälde, das man bewunderte, von ihr ſagte:Sie verbreitet Blumen über mein Leben; Anne Balleyer, die ſich ebenſo ſehr durch ihre Blumen⸗ wie Obſt⸗ gemälde auszeichnete, und endlich Louiſe Eliſabeth Vigée, aus welcher Madame Lebrun wurde, die berühmte Portraitmalerin, die ihrer Aufnahme nach zu den letzten Akademikerinnen ge⸗ hört, ihrem Verdienſte nach aber die erſte derſelben iſt. Ma⸗ dame Lebrun war ohne Zweifel die ausgezeichnetſte Akade⸗ mikerin. Während ihrer Reiſen, die ſie noch 1789, wo ſie Frankreich als Emigrirte verließ, machte, wurde ſie in die Akademieen von Bologna, Rom, Parma, Berlin, St. Peters⸗ burg und wir wollen hinzufügen manche andere aufgenom⸗ men, denn man iſt ein Mitglied ſovieler Akademieen, ohne es noch von manchen andern zu ſein. Sie hielt viel auf ihre Diplome. Ihre Biographen verſichern, ſie ſei untröſtlich da⸗ rüber geweſen, ihren Platz in der neuen Akademie der ſchönen Künſte des Inſtituts, das der frühern Malerakademie folgte, das aber, weniger galant, keine Damen zuließ, nicht wieder gefunden zu haben.

Die eben gemachte Aufzählung der akademiſchen Di⸗ plome der Madame Lebrun beweiſt, daß die frühere Maleraka⸗ demie in Paris nicht allein die Galanterie hatte, das ſchöne Geſchlecht in ihre Mitte aufzunehmen. Die Akademieen im Norden wie die im Süden rechneten es ſich zum Ruhme, dem weiblichen Talent Ehrenbezeigungen zu Theil werden zu laſſen. Als Angelica Kaufmann in Rom ſtarb, wohnte die Academie de Saint Luc in corpore ihrem Leichenbegängniß bei und wie bei der Beerdigung Raphael's wurden ihre beiden letzten Gemälde hinter ihrem Sarge getragen.

Wir haben geſagt, die Akademie der ſchönen Künſte des Inſtituts laſſe keine Frauen zu. Das verlangt eine Erklä⸗ rung. Man muß zwiſchen der Regel und dem Gebrauche einen Unterſchied machen. Es iſt unbeſtreitbar, daß es nicht Gebrauch iſt, Damen das akademiſche Diplom zu verleihen; man würde aber einen Irrthum begehen, wenn man glaubte, das Reglement des Inſtituts widerſetzte ſich dem. Wenn Je⸗ mand einwenden wollte, das Reglement mache keine Erwäh⸗ nung von Akademikerinnen, ſo würden wir antworten, die Statuten der frühern Malerakademie enthielten ebenfalls keine Beſtimmung in Bezug auf weibliche Wahlen, was aber nicht verhinderte, daß dennoch von ihr vierzehn Akademike⸗ rinnen gewählt worden ſind.

Das Reglement des Inſtituts ſagt:Niemand kann Akademiker werden, wenn er nicht Franzoſe, wenigſtens 25 Jahr alt und in Paris domicilirt iſt. Sind die Frauen durch dieſen Artikel und alle andern, worin von Akademikern geſprochen wird, ohne eine Anſpielung auf Akademikerinnen zu machen, ausgeſchloſſen? Das glauben wir nicht. Wenn man ſagt, daß die Franzoſen vor dem Geſetze gleich ſind, wird dann nicht darunter verſtanden, daß dasſelbe Princip der Gleichheit auch auf die Franzöſinnen anwendbar iſt? Wenn daher die Akademie der ſchönen Künſte des Inſtituts eine Malerin, Kupferſtecherin, Bildhauerin zu ihrem Mit⸗

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glied wählte, ſo würde ſie ebenſowenig gegen das Recht ver⸗ ſtoßen, wie der Richter, der zu Gunſten einer Franzöſin ein Urtheil erläßt, ohne zu unterſuchen, ob ſie reich oder arm, vornehmen oder geringen Standes iſt. Es fragt ſich freilich, was die Behörde thun würde, welche die Wahlen des Inſti⸗ tuts zu genehmigen hat; doch damit haben wir uns hier nicht zu beſchäftigen; für uns handelt es ſich blos um das Recht.

Wenn nun aber auch das Reglement des Inſtituts der Zulaſſung der Frauen nicht förmlich zuwider iſt, ſo iſt es doch gewiß, daß der Gebrauch ihnen die Pforten der Akade⸗ mie verſchließt. Hat der Gebrauch darin ganz Unrecht? Wir würden es nicht wagen, auf dieſe Frage verneinend zu antworten, trotz der großen Beſorgniß, die uns der Gedanke macht, uns das Mißfallen unſrer liebenswürdigen Leſe⸗ rinnen zuzuziehen, indem wir ihre Sache plötzlich aufzugeben ſcheinen. Zuerſt wollen wir bemerken, daß der Gebrauch ſich nicht zufällig, willkürlich, aus Tradition und aus Routine eingebürgert hat, ſondern daß er auf ganz ernſte Erwägun⸗ gen gegründet iſt. Wir wollen ſehen, von welcher Beſchaf⸗ fenheit dieſe Erwägungen ſind und was davon zu halten iſt.

Der Marquis de Vaudièéres ſchrieb im Jahr 1753 an den Director der Malerakademie in Paris:

Mein Herr, Herr de Saint Conteſt hat mich gebeten, den ſchwediſchen Maler Roslin in die Malerakademie auf nehmen zu laſſen. Ich wünſche, daß er geprüft werde, um mir die Gewißheit zu geben, ob er im Stande iſt, zugelaſſen zu werden. Ich verlaſſe mich auf das Urtheil geſchickter Künſtler, und da ſie über jedes Vorurtheil und über jeden Grund der Parteilichkeit erhaben ſein müſſen, ſo vertraue ich auf ihre Aufrichtigkeit und auf ihre Einſichten. Es handelt ſich daher darum, das Verdienſt des Bewerbers durch ein ſtrenges Scrutinium in einer Verſammlung der Akademie nachzuwei⸗ ſen, und ich erwarte den Erfolg davon, um dann dem Herrn de Saint Conteſt zu antworten. Ermahnen Sie Ihre Her⸗ ren Collegen, nur auf das Talent Rückſicht zu nehmen; jede andre Erwägung muß der Wahl eines Akademikers fremd ſein. Ihre Achtung ſoll ihn wählen; ſeine Werke müſſen für ihn ſprechen.

Wenn die Grundſätze, welche dieſer Brief auseinander ſetzt, ihre Anwendung bei allen akademiſchen Wahlen erhiel⸗ ten; wenn man gewiß wäre, daß man nur das Talent berück⸗ ſichtigte, daß jede andre Erwägung der Wahl eines Akademi⸗ kers fremd bliebe, daß die einzigen Empfehlungen eines Can⸗ didaten ſeine Werke wären: ſo würde es ſicher keine Schwie rigkeit haben, den Akademikern zu erlauben, Akademikerinnen zu ernennen; aber wer wäre wohl naiv oder wenig aufrichtig genug, um zu behaupten, daß dem ſo iſt?

Die Art, wie die Wahlen im Inſtitut vorbereitet werden, iſt für Niemanden ein Geheimniß. Die Candidaten machen den Mitgliedern der Akademie Beſuche, um ſie um ihre Stimme zu bitten. Iſt nicht zu befürchten, daß dieſer Ge⸗ brauch den mit den Reizen der Jugend und der Schönheit geſchmückten Bewerberinnen einen großen Vortheil geben

werde? Steht nicht zu befürchten, daß häufig die Schönſte, die Verführeriſcheſte den Sieg davon tragen und daß ſchöne Augen über das Talent triumphiren würden? Man müßte die menſchliche Natur und ihre Schwächen ſehr wenig kennen, um nicht von dieſer Gefahr frappirt zu werden. Aus dem früher Geſagten hat man erſehen, daß man in der frühern Malerakademie die Zahl der Akademikerinnen beſchränken mußte. Es iſt nicht zu bezweifeln, daß die eben erwähnten Uebelſtände jene Maßregel herbeigeführt haben. Das Ueber⸗

handnehmen ſchöner Geſichter in der Verſammlung war eine