Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
507
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t von Beiden aͤre der Fal, Nutterſprache ohn dem Va⸗ nächſten ſteht, iſt, ſo iſt die Alemachſte, pft iſt und ſie d mit den Cl⸗ nem Volke ver⸗ fortfährt, ihr haft iſt durch it immer mehr von Anbeginn ind mir Wohl⸗ wich ihrer be⸗ ng und ÜUnter⸗ ft, wie unleug⸗ ſee offenbar bei Mutterſprache

he, in diſen det nicht wehr atriot. Es'iſt er Betrachtung angt. Aber von ggehen mögen, ift geführt, Nationalität iſt nichts ald gemeinſamen Vaterlandes , jeder Hauch

tiſches Syſtem

Vierte

heit des Reiches iſt, was Dante immer am ſtärkſten betont. Aber dieſe Einheit iſt eine ideale, welche die Mannigfaltigkeit der Nationen, der Staaten und Staatsformen nicht ausſchließt, ſondern zu ihrer Vor⸗ ausſetzung hat. Der Monarch iſt nicht der unmittel⸗ bare Regent der Völker, ſein Amt iſt die Ordnung des Ganzen, die Wahrung des Friedens, die Auf⸗ rechthaltung der Geſetze; er iſt Haupt und Beſchützer verbündeter Staaten, der perſönliche Ausdruck des einträchtigen Willens der Menſchheit.Wenn ich be⸗ haupte, heißt es im Buch von der Monarchie,das menſchliche Geſchlecht kann nur durch einen oberſten Herrn regiert werden, ſo iſt das nicht ſo zu verſtehen, als ob die kleinſten Rechtshändel eines jeden Städt⸗ chens von ihm allein unmittelbar entſchieden werden ſollten; denn Völkerſchaften, Reiche und Verfaſſungen

haben Eigenthümlichkeiten, die nicht durch gleiche Ge⸗

ſetze zu regeln ſind; ſondern der Sinn iſt der, daß das menſchliche Geſchlecht im Intereſſe der allgemei⸗ nen Wohlfahrt von ihm regiert und durch eine ge⸗ meinſchaftliche Regel von ihm geleitet werde. Das Kaiſerthum iſt alſo nicht die Aufhebung der natio⸗ nalen Beſonderheiten, ſondern die Verwirklichung des allgemeinen Friedensideals; es bezieht ſich weniger

auf die einzelnen Staaten als auf die Menſchheit,

es hat eine weſentlich ideale Bedeutung.

Im Buch von der Monarchie entwickelt Dante auf philoſophiſche und hiſtoriſche Weiſe die Theorie des Kaiſerthums. Beweiſt er hier etwa, daß das Kai⸗ ſerthum an die deutſche Nation geknüpft und dieſes ſomit zur Herrſchaft über die Welt berufen ſei? Er beweiſt das gerade Gegentheil. Er kennt kein deut⸗ ſches, er kennt nur ein römiſches Kaiſerthum. Er be⸗ weiſt, daß das römiſche Volk vermöge ſeiner Weis⸗ heit und übermenſchlichen Tugend von Gott den Be⸗ ruf der Weltherrſchaft erhalten habe.Die Römer ſind das edelſte Volk, das allen anderen vorangeht; alle ihre Kriege bezweckten den allgemeinen Frieden, Gott hat durch ſeine Wunder ihre Herrſchaft legiti⸗ mirt, ja der Sohn Gottes hat, indem er unter der

Feui Die Akademikerinnen.

Ueber dieſen Gegenſtand ſagt die Independance belge Folgendes:

Als die Kaiſerin Eugenie kürzlich der berühmten Male⸗ rin Fräulein Roſa Bonheur das Kreuz der Ehrenlegion ver⸗ lieh, ſtellte man die Frage, ob das Inſtitut der ſchönen Künſte der neuen Ritterin ſeine Pforten eröffnen würde. Man ſtellte

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Regierung der römiſchen Monarchie geboren wurde, damit ihre Rechtmäßigkeit anerkennen wollen. Wäre doch ſelbſt die Sünde Adam's in Chriſto nicht wirk⸗ lich geſtraft, wenn nicht ein legitimer Richter das Strafamt vollzogen hätte! So hat Chriſtus ſelbſt Rom die Weltherrſchaft beſtätigt, wie Petrus und Paulus durch ihr Martyrium Rom zum Apoſtelſitz weihten. Rom iſt der geheiligte Ort für die zwei Führer der Welt; hier waren die beiden Sonnen, welche den Weg zur irdiſchen und zur himmliſchen Glückſeligkeit erhellen. Der Mittelpunkt Italiens iſt auch der Sitz der Weltherrſchaft.. Lang hat daher nicht Unrecht, wenn er andeu⸗ tet, daß man es lächerlich finden müſſe, in Dante zugleich auch einen guten Genius für die zukünftige Einheit Deutſchlands zu erblicken. Frei vom moder⸗ nen Kosmopolitismus, kümmerte er ſich nur um das Wohl ſeines eigenen Landes, und jeder Poet hat in der That vollauf zu thun, wenn er dieſes patriotiſche Streben redlich verfolgen will. Wohl aber könnte Deutſchlands Hebung ſehr gefördert werden, wenn die deutſche Literatur ſich an der ſchönen Nationalbegei⸗ ſterung Dante's ein Vorbild mit zeitgemäßer Modi⸗ ficirung nähme.

Zu den vielen ſchon vorhandenen und zum Theil vorzüglichen Ueberſetzungen, an deren Spitze die von Kannegießer, Gries, Streckfuß und Philalethes ſtehen, geſellt ſich jetzt noch die von Karl Eitner, indem ſie drei Bändchen zur Bibliothek ausländiſcher Claſſiker bildet, ein ſchon in dieſem Blatte empfohlenes und trefflich angefaßtes Unternehmen, was jetzt bis zum zehnten Bande vorgeſchritten iſt. Der Verfaſſer hat bei der Terzinenform die muſtikaliſchen Reize des Rei⸗ mes aufgegeben, um deſto zwangloſer der wörtlichen Treue folgen zu können. Da die meiſten Ueberſetzun⸗ gen bis jetzt dem Reime huldigten, der Geſchmack des Publicums aber auch in dieſer Beziehung ſehr verſchieden iſt, ſo wird auch eine reimloſe Erzählung des großen, ewig jugendlichen Inhaltes einen beträcht lichen Kreis von Verehrern finden.

(leton.

dieſe Frage nur aus Scherz, denn man wußte mit Beſtimmt⸗ heit, daß ſie verneinend beantwortet werden würde. Es wäre ein förmliches Wunder, wenn die Mitglieder der Akademie der ſchönen Künſte jemals eine talentvolle Dame beriefen, in ihrer Mitte einen Sitz einzunehmen. Das würde eine Neue⸗ rung, ein Fortſchritt, eine Revolution ſein. Man würde dann ſagen:Es war unſerm Zeitalter der Einſicht vorbe⸗