Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
503
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halb auf⸗

der d der Salon⸗

ct wie ein dersloo zu. ſtor Sand⸗ geln in der

ahnwitig! und raunte die ſämmt⸗ gräflichen der Mitte Dem Gra⸗

hals ſonſt, ſtreckt, die der feſtge⸗ taufen hal⸗ ung ergab,

daß Wache gatk vor je beſaß nicht denfen, auf Gedanken

ige Natur, aſſen. Er iſten Kopf n, als er ruhig und Ligarre im betrachtete bicke ereil⸗ ſch in den m Cabinet. nach einer nung ſtatt⸗ düber das gen Livia's dem Stuble gten Bogen lickes, ver⸗ unzweifel⸗ te.. Oder des Paſtols 1n gelloben, Von del

, des Gra⸗

Vierte Folge. 503

fen in ſeinem Geiſte Platz gegriffen hatte, gab der Schluß. Umſtand Zeugniß, daß er, der bis auf den Pfennig Sola ubique triumphat. Geizige, bis jetzt noch gar nicht daran gedacht hatte, Die kleine Capelle, das älteſte Gotteshaus der

daß mit Hülſen auch die Summe, welche der Sträf⸗ ling bei ſich trug, verloren war. Oldersloo kam erſt jetzt plötzlich zu der Einſicht, daß er des Paſtors Brieftaſche beſitze, daß er dem Erſchoſſenen unmöglich die Brieftaſche hatte abnehmen können, welche der entflohene Sträfling beſaß.

Dieſer deutliche Beweis, daß ſein Urtheil, ſeine Beſinnung getrübt und ſeine Geiſtesgegenwart ſehr zweifelhaft geworden ſei, trieb dem Grafen das Haar in die Höhe. War es möglich, daß er ſo weit den Kopf verloren hatte, um eine ſo ſehr auf der Hand liegende Thatſache mit einer Fiction zu verwechſeln, ſo hatte Oldersloo in Wahrheit nur ſehr geringe Hoffnung, in der unfehlbar bevorſtehenden Unter⸗ ſuchung über die geheimnißvolle Kataſtrophe ſich un⸗ verdächtig zu behaupten.

Als Oldersloo auf ſein Zimmer kam, zog er eine Schublade auf und nahm die Brieftaſche heraus, welche er dem Erſchoſſenen abgenommen hatte. Sie war mitSiehſt Du dieſe Truhe, Prinzeßchen? fragte Verſen angefüllt, welche die Untreue einer heiß ge⸗ Hülſen, als er Livia in den halbdunklen Räumen der liebten Dame beklagten und bitterer Hoffnungsloſig⸗ Krypte umherführte.In dem Tannenſchrein ruht das keit Worte liehen. In einem Seitentäſchchen lagen Geheimniß des Grafen Herbert von Oldersloo, und einige Briefe, eine kleine blonde Haarlocke und ein ſprengt das Geheimniß ſeine Pforten, dann geht das aus Golddraht mit einem Vergißmeinnicht beſtehen⸗ Grafenhaus mit ſeinem letzten entarteten Sprößlinge

ganzen Provinz und der Sage nach von den beiden Sachſen⸗Apoſteln St. Cosmas und Damianus gegrün⸗ det, lag in der That gleich einer weitſchauenden Warte da, welche die Gegend beherrſchte. Bei Tage konnte ſich Niemand der Capelle nähern, ohne von hier aus bemerkt zu werden.

Hülſen hatte ſeine umſichtigen Vorkehrungen ge⸗ troffen, um mit ſeinem Schützlinge nicht überraſcht werden zu können. Er kannte die Capelle eben ſo genau, wie Schloß Oldersloo. Durch die kleine Sa criſtei ſtieg man in eine Krypte hinab, deren rohe Wandmalereien zu bezeugen ſchienen, daß hier die germaniſchen Urchriſten, wie im ſichern Verſteck, ihre Liebesmahle gefeiert hatten. Unter dem Altarplatze der Krypte befand ſich ein Gewölbe, in welchem eine rohe Truhe von Tannenholz ſtand. Hier hatten bevor die Kaiſer ſie entführten die Gebeine von St. Witpold und Sasbrod geruht.

der Ring. mit Schild und Helm zu Grabe. Herbert von

Die Briefe waren von Georgia geſchrieben Oldersloo iſt es, von welchem das Volkslied ſingt: ſchwärmeriſche Liebesergüſſe, Betheuerungen ewigerDe lateste Here de is nich wert, Treue und all' die ſüßen Nichtigkeiten enthaltend, Dat he mag rhnen en gudes Peerd;

.. ¹ ich wert to dragen

von denen ſich Liebende zu keiner Zeit frei machen Dat(inldan up syn Krazen. konnten..

Nach dieſem Blitzſtrahl überſah Oldersloo mitDer letzte Herr, der iſt nicht werth, . 3.. 2 Daß er mag reiten ein gutes Pferd; einem Blicke den innern Zuſammenhang des ſcheinbar Nicht werth, zu tragen Unerklärlichen. Nach der Verlobung Minneroda's mit Das Gülden(Kleinod) auf ſeinem(Ring) Kragen. Georgia war der Paſtor der Verzweiflung dnhe der Nach geringer Anſtrengung machte Hülſen mit fallen. Er wollte ſich oder Georgia tödten, oder ſeinem Waidmeſſer einige Nägel des Deckels der Truhe durch ein doppeltes Verbrechen ſeine Leiden endigen los und brach denſelben auf. und Rache an der Ungetreuen nehmen, die er in Es zeigte ſich das noch völlig erkennbare Geſicht ihrer bisherigen Behauſung im Parkflügel des Schloſ⸗ eines jung verſtorbenen Frauenzimmers, deren Kopf

ſes aufgeſucht hatte. durch die prachtvollen Zahnreihen und das reiche, Gegen Mittag kamen die Gerichtsherren auf braune Haar einen ganz eigenthümlich ergreifenden Schloß Oldersloo an. Vor allen Dingen ſchien es V Ausdruck erhielt. Man erkannte an dem zermorſchten nothwendig, ſich des entflohenen Geſellſchaftsfräuleins Zeug, daß die Frau in einer leichten Hauskleidung zu bemächtigen, das, wie der Gerichtsdirectorun⸗ geweſen war, als ſie in die Truhe gelegt wurde. Die dauhls dheeee zu dan dehenndnvelnfe Hände waren feſt verſchlungen, krampfhaft zuſammen⸗ lichen C g 4 gedreht ſie mußte einen ſchweren Tod gehabt haben. ichen Connex zu ſtehen ſcheine. Erſchüttert ſtand Livia da. 4Das iſt die Verſchollene! ſagte Hülſen mit dumpfer Stimme.Das iſt die Dame, welche der Maeſtro Tonno vergebens in ganz Europa aufzufin⸗