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faſt heulenden Echo tief in den Wald hinein tönend.
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Vierle Folge. 501
ſie ſorgfältig. Es ging entlang des Corridors, den eine Thür ſchloß. Hülſen gebrauchte ſeinen Haupt⸗ ſchlüſſel und führte Livia in einen ſchmalen, langen Garten, dicht an dem breiten Waſſergraben des Schloſ⸗ ſes liegend. V
„Hier muß der Kahn liegen!“ murmelte Hülſen und nach kurzem Suchen fand er die kleine Landungs-⸗ treppe und das lecke Fahrzeug, das ihn und ſeine Begleiterin raſch auf den jenſeitigen Wieſengrund trug.
Ein Tannenkamp war keine zweihundert Schritte entfernt. Als Hülſen mit Livia im Dickicht der Jung⸗ tannen angekommen war, machte er Halt.
„So leicht ſoll uns Graf Oldersloo nicht fin⸗ den,“ murmelte er.„Meine Schweißhunde ſind auf dem Gute längſt zur Fabel geworden. Faſſe Muth, Prinzeßchen, denn bei Gott— es iſt zwar Alles eins— aber der Mörder, der entſprungene Sträf⸗ ling, welcher hier neben Dir ſteht, iſt ein Mann, der ſeine Schuld im Rechnungsbuche der Hölle nicht wei⸗ ter vergrößern will. Es überkam mich ſeltſam⸗ſchreck⸗ lich, als ich Sie, die Sie mich ſpeiſten und tränkten, mit dieſem Meſſer durchbohren wollte. Iſt Tonno Ihr Vater? Dann habe ich an der Tochter einen Theil des Unrechts zu vergüten, das Tonno durch Oldersloo zugefügt wurde— ein Unrecht, dem ich wenigſtens nicht fremd geblieben bin. Haben Sie ſich erholt, Prinzeßchen? Wollen Sie mit mir gehen oder zu dem mörderiſchen Grafen Oldersloo zurückkehren? Wäre meine alte Mutter hier, die ich ſeit zwölf Jah⸗ ren nicht geſehen habe— die alte Ilſe wird ſie ge— nannt, wie ſie mir ſchrieb— ſie würde Ihnen ſagen, Prinzeßchen, daß Oldersloo einen Mord nicht höher anſchlägt, als es ein Tiger oder Panther thut!“
Zwei raſch hinter einander folgende Schüſſe knall⸗ ten jetzt, vom Schloſſe herüber ſchallend und in einem
„Was war denn das?“ ſagte Hülſen für ſich.„Iſt das ein Alarmzeichen? Macht man ſich auf, um uns zu verfolgen? Prinzeßchen, wir dürfen uns hier
wir uns bereits in unſerm Aſyl befinden. Wenn es Jemand giebt, der dieſen Ort um keinen Preis der V Welt betreten möchte, ſo iſt es Graf Oldersloo.“ Damit ging es weiter durch Tannen und Unter⸗ holz. Das Seidenkleid Livia's ward zerriſſen, die Stiefelchen waren zerfetzt, und als endlich der Tan⸗ nenforſt überwunden war, beſaß ſie keine Kraft mehr, um die ſtarrenden Haidebüſche zu überwinden. Hülſen, die Füße hoch hebend und mit wuchti⸗ gem Tritte dem Geſträuch auf den Kopf tretend, ſchritt anſcheinend ohne die geringſte Ermüdung da⸗ hin. Er nahm Livia auf den Arm und ſeine Raſch⸗
ſei die Thür des Saals geöffnet worden. In der nächſten Secunde mußte Livia's Todesſchrei ertönen.
Regen ging rieſelnd nieder und nichts war von den
im Cabinet plötzlich verſchwand.
heit ſchien durch dieſe Laſt nicht im geringſten ver⸗ mindert.
„Laßt mich hier!“ ſeufzte Livia.„Ihr habt mich jetzt wohl zwei Stunden lang getragen. Ueberlaßt mich meinem Geſchick. Der Tag iſt angebrochen und ich werde mich ſchon nach einem Dorfe hinfinden..“
„Man muß kein Werk halb thun, Prinzeß!“ ſagte Hülſen.„In wenigen Minuten ſind wir am Ziele. Sehen Sie dort oben auf dem Sandberge das winzige, alte Capellchen, die Waldcapelle genannt, obgleich, außer dem halben Dutzend Tannen drüben, nichts von Bäumen zu ſehen iſt? Gut, dort werden Sie ſo lange wohnen, bis eine ſichere Unterkunft für Sie gefunden iſt.“
Eben war die Sonne aufgegangen, als Hülſen die blos angelehnte Thür der Capelle aufſchob und Livia auf einen der alten, ſeltſam geſchnitzten Chor⸗ ſtühle niederſetzte.
Getroffen. .... Aquilinum Hic deplumavit. Konradin's Grabſchriſt. Gryphus ut has angit.. Genuas Deviſe.
In höͤchſter Aufregung, aber dennoch mit klarem Blick und feſtem Wollen hatte ſich Graf Oldersloo auf die Lauer geſtellt, um den Ausgang des gegen Livia beſchloſſenen Anſchlags abzuwarten.
Er konnte nicht ſehr nahe gehen, und ſich den Fenſtern des Gartenſaals gegenüber aufſtellen, denn er mußte befürchten, daß Hülſen, welcher im tiefſten Herzen Haß und Mißtrauen gegen ihn hegte, ihn bemerkte und ſeiner Zeugenſchaft irgend ein verdäch⸗ tiges Motiv unterſchob. Außerdem war es unzweck⸗ mäßig, Hülſen's Aufmerkſamkeit, die ſich auf die Er⸗ füllung ſeiner blutigen Miſſion concentriren mußte, durch Nebenſachen abzulenken.—
Oldersloo hatte aber noch einen letzterund ent⸗ ſcheidenden Grund, weshalb er ſich verbarg und, hin— ter einem ſtark vorſpringenden Wandpilaſter ſich deckend, das Thun Hülſen's beobachtete.
Der Sträfling blieb ſehr lange im Gebüſche ſte⸗ hen; dann ſah Oldersloo ganz deutlich, wie die rie⸗ ſige Geſtalt den vom Lichte matt erhellten Weg zwi— ſchen den Büſchen und der Freitreppe überſprang.
Athemlos horchte Oldersloo. Es war ihm, als
Aber Alles blieb ſtill. Der Wind brauſte, der
Vorgängen drinnen zu bemerken, als daß das Licht


