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„Im Parkflügel, im Gartenſaale— Du erin⸗ nerſt Dich doch?“
„Ja, ja!“
„Befindet ſie ſich im Schlafcabinet, ſo iſt die Thür leicht mit dieſem Hauptſchlüſſel zu öffnen...“ V „Sie? Iſt's ein Weib? Ein Mädchen?“
„Ein Mädchen— alſo iſt Alles ganz gefahrlos!“ murmelte Graf Oldersloo.„Haſt Du ein Meſſer?“
„Ein Waidmeſſer, ja!“
„Gut; ſchieße nur im Nothfalle. Wenn Du Dich entfernſt, ſo halte Dich rechts, geh' quer über den breiten Fahrweg am Park und nimm die Richtung in den Wald. Wenn ich Dich zum Schein verfolgen laſſe, bin ich dann ſicher, ſo Du mir nicht etwa durch einen malitiöſen Zufall in die Hand läufſt. Vorwärts jetzt! Halte Dich wacker!“ V zu.
Beide gingen im Parke hinab, dem Schlo Aus dem Schloßflügel ſtrahlte Licht. „Sie ſchläft nicht!“ flüſterte Hülſen.„Einerlei!
Ich gehe hier ab. Hier iſt der Schlüſſel! Auf gutes Gelingen!“ Hülſen blieb einige Minuten lang ſtehen, dann ging er mit einer wilden Bewegung vorwärts bis in die dem Gartenſalon nächſten Gebüſche. Das Licht befand ſich im Cabinet. Es brannte nicht hell, war vielleicht eine Nachtlampe. Kein Schatten bewegte ſich— Alles war lautlos und ſtill, wie verzaubert. Raſch überſchritt der Sträfling den Weg, ſtand oben auf der Freitreppe und druückte ſich feſt an die d Glasthür. Jetzt hätte Jemand unten an der Treppe vorbeigehen können, ohne ihn zu bemerken. Der Schlüſſel ſteckte im Schloſſe. Mit ſeinen eiſenfeſten Fingernägeln faßte der Sträfling die hervorſtehende Kuppe des Schlüſſels, drehte denſelben um und ſchob ihn mit ſeinem Hauptſchlüſſel zurück; klingend fiel er im Saale auf die Täfelung. Die Thür war offen; der Unheimliche ſchlüpfte in den Saal und wandte ſich zu der Cabinetsthür. Er bemerkte ſehr bald, daß innen ein Riegel die Thür zuhalte. Die Thür beſaß Flügel— der Eindringling legte ſich ruhig auf die Kniee, brachte ſein Meſſer unter die Thür und ſchob den Verticalriegel empor. Oben kam er eben ſo leicht mit einer ähnlichen Manipulation zu Stande. Die Thüren gaben nach; der mittlere Querriegel war faſt nutzlos geworden und gab einem ſanft angewandten, aber energiſchen Drucke mit dem Knie nach. Hülſen ſtand in dem Cabinet Livia's. Nahe dem Fenſter brannte eine dem Verlöſchen ſich zuneigende Wachskerze. Livia ſchien die Abſicht gehabt zu haben, wachend zu bleiben. Sie war völ⸗
lig angekleidet und hatte ſogar die Stiefelchen nicht Sie hatte ſich wahrſcheinlich nur auf das
abgelegt.
Novellen⸗Zeitung.
„Was wollt Ihr hier?
Bett ſetzen wollen, war aber, vom Schlummer über⸗ wältigt, mit dem Oberkörper ſeitwärts geſunken. Für das Meſſer des Mörders lag ſie nicht eben bequem, denn es war die rechte Seite der Bruſt, welche ſich dem Strolche darbot. Das Geſicht war nicht zu ſehen,
ohne daß Hülſen näher trat.
Er wollte wenigſtens ein Mal in das Antlitz Derjenigen blicken, welcher er den Tod zu geben im Begriffe war. Leiſe ſchritt er vorwärts und ſchaute ſie mit ſeinen Falkenaugen ſtarr an. In demſelben Augenblicke erhob ſich Livia, als wenn ſie geweckt worden wäre, und ſah mit bewußtvollem Blicke in das Geſicht des Mörders.
Er hielt ſein Waidmeſſer hinter ſich und erhob die eine Hand gebieteriſch, um Livia am Schreien zu verhindern..
„Kein Wort! Ganz ſtill! Aber das iſt ein Wahn, ein Blendwerk— Sie ſind nicht das Prin⸗ zeßchen! Sie haben mir keinen Rum, kein Brod ge⸗ geben...4
„Ich that's und Ihr fagtet, daß Euer Name Hülſen ſei,“ antwortete Livia, wunderbar beruhigt, daß ſie nicht den Paſtor Sandhage vor ſich ſah.— Wie ſeid Ihr hereingekom⸗ men? Bringt Ihr mir etwa Nachricht vom Maeſtro Tonno?“
„Kommen Sie, Prinzeß! Kommen Sie!“ ſagte Hülſen, und ergriff kräftig Livia's Arm, eben als das Wachslicht unter der ſilbernen Löſchklappe erloſch. „Jede Secunde hier kann Ihnen den Tod bringen. Raſch— raſch— um Gotteswillen!“
„Ich gehe nicht!“ antwortete Livia.
Dann ſind Sie verloren!“ keuchte Hülſen.„Ich bin hier— ein gedungener Möͤrder— den Graf Oldersloo ſandte. der Taſche.“
„Aber wohin bringen Sie mich? ohne die Geige fort.
„Ich kaufe Ihnen eine andere... Glauben Sie
nur das Mal einem Unglücklichen, Geächteten— der
aber dennoch mehr Gefühl in der Bruſt trägt, als
Graf Oldersloo.“
„Gott möge mich ſchützen!“ flüſterte Livia und ließ ſich von Hülſen aus dem Cabinet hinausführen. „Ihr werdet mich an einen Ort bringen, der mein Kirchhof werden ſoll.“
„Ich entreiße Euch dem Tode, der bereits ſeine Flügel über Eurem Haupte ſchwang: Hierher, nicht in den Park!“
Wie Jemand, der im Schloſſe auf Tritt und
Schritt Beſcheid wußte, öffnete Hülſen die nach einem
Corridor führende innere Salonthüre und verſchloß
Hier habe ich den Judaslohn in
Ich kann nicht
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ſe ſogfät 3 ine Thür ſllſel l und Garten, dich ſes liegend. „Hier und nach neppe und Begleiteri Ein? entfernt.) tannen an, „So den,“ murn dem Gute Piinzeßchen eins— ab (ing, welche ſeine Schul ter vergröf lchh, als ie mit dieſer Ihr Vate Theil des Olderslo wenigſten erholt, zu dem u Wäre mei ren nicht nannt, wi Prinzesch auſchlägt, Jwe ren zetzt, faſt heu „Was das ein uns zu nicht au wir und
Jemand Welt be


