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494 Novellen⸗Zeitung.
kunſt herzuſtellen vermag. Gleichzeitig finden ſich auf der Tafel die ausgeſuchteſten Weine, welche der Kaiſer mit aus Europa gebracht hat, und eine Laſt von prachtvollem Silber⸗ und Porcellangeſchirr, welches das kaiſerliche Wappen trägt. Man kann ſich nicht leicht einen größern Reichthum, Ueber⸗ fluß und einen feinern Geſchmack denken, als hier entfaltet wird. Ihre Majeſtäten ziehen ſich ſofort zurück, ſobald die Geſellſchaft beginnt, die Formalitäten aus den Augen zu ſetzen und lebhafter zu werden, und dann wetteifern Officiere und Civiliſten in ihren Aufmerkſamkeiten gegen die Damen, welche dem Hofe nicht gefolgt ſind. Die Kaiſerin Charlotte iſt entſchieden und unbeſtreitbar hübſch. Die Augen und die Stirn ſind voll Intelligenz und während der Unterhal⸗ tung erhellt ſich ihr Geſicht mit einem Lächeln, welches ein reines und gütiges Herz anzeigt. Zuweilen zeigt ſich indeſſen in ihrem Geſicht ein Grad von Stolz, welcher, obwohl er der Kaiſerin vollkommen zuſteht, doch der gewinnenden An⸗ muth ihres ſchönen, ovalen Geſichts Abbruch thut. Jeder Geſichtszug verkündigt Talent, Einſicht, Feſtigkeit und vor Allen Ehrgeiz. Da ſie die Couſine der Königin Victoria, die Tochter des Königs Leopold von Belgien, die Enkelin von Ludwig Philipp iſt, ſo rollt das beſte Blut Europas in ihren Adern, und da ſie an dem engliſchen Hofe erzogen wor⸗ den iſt, ſo füllt ſie ihre Stellung mit jener Grazie, Würde und Selbſtbeherrſchung aus, die von der hohen Geſellſchaft, worin ſie ſeit ihrer Kindheit lebte, unzertrennlich ſind. Die Kaiſerin wünſcht durch dieſe geſelligen Vereinigungen die ein⸗ flußreichſten Familien des Kaiſerreichs und die Officiere der verſchiedenen Fremdenlegionen einander näher zu bringen und ſoviel wie möglich die ſcheinbare Herbheit der militäri⸗ ſchen Beſatzung zu mildern. Fremde Civiliſten werden ſelten zu dieſen Geſellſchaften eingeladen und eine Karte der Kaiſe⸗ rin, welche die Gegenwart irgend eines Ausländers wünſcht, der die Hauptſtadt beſucht, wird als ein Zeichen von beſon⸗ derer Gunſt betrachtet.“ C.
Eine ſonderbare Geſthichte. Unter dieſer Ueberſchrift theilt die Times vom 17. Juni Folgendes mit: „Ein Brief aus Neapel in der, Union“ giebt die folgen⸗ de Auskunft: Da die italieniſche Regierung ſich für ganz
füttern, das iſt eine koſtſpielige Sache! Vor Allem hüten Sie ſich ein zweites Kriegsſchiff kommen zu laſſen, denn in dieſem Falle würde das Löſegeld verdreifacht werden.“ Der engliſche Conſul ſah, daß er es mit entſchloſſenen Burſchen zu thun hatte, und daß er ſich mit ihnen ſofort verſtändigen müffe. Nachdem er darüber mit der italieniſchen Regierung verhandelt hatte, kam man überein, die Bedingungen anzu⸗ nehmen, und zwar ſollte die Provinz Salerno 20,000 Du⸗ cati, England aber ebenſoviel zahlen. Den Briganten wurde gemeldet, ihre Forderung ſei bewilligt, und gleichzeitig ver⸗
ſtändigte man ſich über die Zeit und den Ort, wann und wo
die Gefangnen ausgelöſt werden ſollten. Giardullo beſtand darauf, daß ihm für ſeinen Delegirten ein doppelt ſichres Geleite ertheilt werden ſolle. Zur beſtimmten Stunde erſchien der engliſche Conſul mit einer Escorte von 20 italieniſchen Soldaten am beſtimmten Platze. Der Brigante kam allein. Nach dem Austauſch weniger Worte wurde dem Abgeſandten Giardullo's das Geld ausgezahlt. Da der Conſul einige Bemerkungen über die von ihm erpreßte enorme Summe ge⸗ macht hatte, antwortete der Brigante, der ohne Zweifel gut unterrichtet worden war, was er auf ſolche Bemerkungen zu entgegnen habe, in einem ziemlich ſpöttiſchen Tone:„Abbiate patienza, Signor Consule; beruhigen Sie ſich, Sir, Sie haben die Summe ſelbſt beſtimmt.“„Wie? Ich?“
„Ganz gewiß; Sie können ein gewiſſes Schiff, den Cagliari, nicht vergeſſen haben, das mit Revolutionären be⸗ mannt war und das unſer Land revolutioniren ſollte. Das Schiff wurde genommen und confiscirt; und die Volontairs, unter denen ſich zwei Engländer befanden, wurden ins Ge⸗ fängniß geſetzt. Darüber zeigte England ſich empört, bedrohte im Mißbrauch ſeiner Stärke unſern König Ferdinand II., zwang ihn, das geſetzlich mit Beſchlag belegte Schiff heraus⸗ zugeben und die beiden Engländer in Freiheit zu ſetzen, ja, was noch mehr war, denſelben für ihre verlorne Freiheit eine Ent⸗ ſchädigung von 18,000 Ducati auszuzahlen. Daher iſt das Löſegeld dem engliſchen Tarif gemäß 18,000 Ducati, denn ich kann nicht glauben, daß England die Freiheit eines ehrli⸗ chen Mannes niedriger anſchlägt, als die eines ſchlechten. Fügen Sie dann den Unterſchied des Geldwerthes jetzt gegen den vor acht Jahren und die Auslagen, welche Ihre Landsleute uns verurſacht haben, während ſie ſich bei uns be⸗ fanden, hinzu, dann werden Sie, Signor Conſule, das ganz
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0 außer Stande erklärt, die beiden von dem Briganten Giar⸗ genaue Aequivalent der urſprünglich geforderten 20,000 unde dullo in der Provinz Salerno gefangen genommenen Englän⸗ Ducati finden. Was die übrigen 20,000 Ducgati betrifft, U der zu befreien, ſo mußte der engliſche Conſul ſich direct mit ſo ſind ſie die Folge der Gegenwart Ihres Kriegsſchiffes in Deon der Angelegenheit beſchäftigen und ſich mit den Briganten Salerno; denn,“ fuhr der Brigante mit einer ſtolzen Miene Pn nan in Verbindung ſetzen. Als es ihm gelungen war, perſönlich fort,„wir ſind keine Kinder, welche ſich einſchüchtern laſſen 3 Lund 3 mit denſelben zu ſprechen, fragte er, welchen Preis ſie für oder von denen durch Furcht irgend etwas zu erlangen iſt.“ fähr ehbo die Freilaſſung der beiden Gefangnen verlangten. Ihre Si non vero, è ben trovato. C. dhr an de Antwort lautete:„20,000 Ducati.“ Der Conſul ſprach 4— ad 4 von einen Ausruf des Erſtaunens aus und brach die Conferenz 4. in Bo ab. Er ließ, ohne Zweifel um die Briganten einzuſchüchtern, Sir John Richardſon. d In de eine Fregatte kommen, während die italieniſchen Soldaten In dieſem Manne, der am 5. Juni c. plötzlich in Gras⸗ Sddi⸗U ihrerſeits gegen dieſelben ausrückten. mere ſtarb, hat England einen ausgezeichneten Naturforſcher 1 5 und Da dieſe Mittel ſich als gänzlich erfolglos herausſtell⸗ verloren, der ſich nicht nur durch ſeine naturhiſtoriſchen dundh für 1 ten, ſo eröffnete der Vertreter Englands von neuem Unter⸗ Schriften, ſondern auch dadurch, daß er Sir John Franklin 43 die alt handlungen mit dem Anführer der Bande, Giardullo, an den auf zwei Reiſen in den nördlichen Polargegenden begleitet, in ds ndeh er die Frage ſtellte: weiten Kreiſen bekannt gemacht hat. n in wenie „Wieviel Löſegeld verlangen Sie wirklich für die Aus⸗ Er wurde 1787 in Dunfries geboren, beſuchte in ſei⸗ V ſen werden lieferung Ihrer Gefangnen?“„40,000 Ducati,“ entgegnete ner Vaterſtadt die Grammar School oder das Gymnaſium, der Bandit,„das iſt mein letztes Wort. Beeilen Sie ſich, bezog dann im Alter von 14 Jahren die Univerſität in Edin⸗„. wenn Sie nicht wünſchen, noch mehr zu bezahlen, denn bei burg und ſtudirte dort Medicin. Nach Beendigung ſeiner en uns ſind die Nahrungsmittel theuer und einen Engländer zu Univerſitätsſtudien trat er als Hülfschirurg in die Marine rung zu 8 4 4 „


