Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
493
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zrden; bei das Schiff Dieſem der dadurch der nur an eaber ein nutzlos her⸗ die einzige ſich in Be⸗ , was eine ſchritt an⸗ Erfolg oder tnur noch weifelhafte erfreulich, Gewißheit Juli auf ſei. In erten von 8 Dam⸗ ſer Zeit dnie ſtark eemanns⸗ das einem e. Wenn ich dieſes en wir er⸗ biſche Ver⸗ zaber die Bürgſchaft lußt ſich mnon und lantiſchen tellte, als n Sturm en Meere chen De⸗ ergaben nie ein erade am en beiden t hatten, ſchaft des Schiffes as Wetter begünſti

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Vierte Folge. 493

ritätsactien für 600,000 Pf. St. ausgegeben, wovon jetzt die letzten 250,000 Pf. St. in Actien zu 5 Pf. St. ausge⸗ ſchrieben ſind. Die Herſtellungs⸗ und Einrichtungskoſten betragen demnach 1,300,000 Pf. St. Da die Geſellſchaft nun auf eine Jahreseinnahme von 1,000,000 Pf. St. für die zu befördernden Depeſchen rechnet, ſo läßt ſich daraus

ſchließen, daß der Preis derſelben ſich ziemlich hoch ſtellen

muß. Zuerſt hatte die Geſellſchaft mit der engliſchen Regie⸗ rung eine Uebereinkunft abgeſchloſſen, worin die Letztere ſich verpflichtete, der Geſellſchaft einen jährlichen Beitrag von 20,000 Pf. St. zu leiſten und die Bürgſchaft für die Zinſen der 89 Prioritätsactien von 600,000 Pf. St. für die Zeit, wo der Telegraph regelmäßig arbeiten werde, zu übernehmen, wogegen die Geſellſchaft ſich anheiſchig machte, den Tarif für das Wort einer Depeſche nicht 5 Schilling(13¾ Thlr) über⸗ ſteigen zu laſſen. Auf den Wunſch der Geſelſſchaft iſt dieſe Uebereinkunft ſchon vor einiger Zeit aufgehoben worden und derſelben ſteht es frei, den Tarif nach ihrem Belieben feſtzu⸗ ſtellen, was ſie aber erſt Anfangs September thun wird, wenn ſie die nothwendigen Erfahrungen über die Schnellig⸗ keit, mit welcher der Telegraph arbeitet, und über die Be⸗ nutzung desſelben von Seiten des Publicums eingeſammelt hat. Die Times glaubt nun, der Telegraph werde das ganze Jahr hindurch Tag und Nacht ununterbrochen arbeiten und jede Minute ſechs bis acht Worte befördern können. Pro⸗ feſſor Thompſon und Herr Varley glauben ſogar, mit der von ihnen erfundenen neuen Maſchine werde es gelingen, jede Minute zwölf Worte zu befördern. Das Jahr von 365 Tagen hat nun 525,600 Minuten, und wenn der Te⸗ legraph ununterbrochen jede Minute acht Worte beförderte, ſo betrüge die Zahl derſelben im Laufe eines ganzen Jahres 4,204,800. Daraus ergiebt es ſich, daß unter dieſen Vor⸗ ausſetzungen der Tarif per Wort nicht unter fünf Schilling geſtellt werden könnte, wenn die Geſellſchaft ſich eine Jahres⸗ einnahme von 1,000,000 Pf. St. ſichern wollte. Wäre da⸗ gegen die Schnelligkeit und die Benutzung des Telegraphen geringer, ſo müßte der Tarif natürlich höher geſtellt werden. Die Times hält ſogar 1 Pf. St. per Wort für nicht zu viel, wofern die Geſellſchaft die Verpflichtung übernehme, inner⸗ halb 24 Stunden die Antwort aus irgend einem Theile Ame⸗ rikas bringen zu wollen. Jedenfalls wird der Tarif ſich ſo hoch ſtellen, daß die Zahl der Perſonen, die ſich dieſes Tele⸗ graphen bedienen, eine beſchränkte ſein wird. Doch über dieſen Punkt wird der September uns belehren. Für jetzt genügt es zu wiſſen, daß die Geſellſchaft den Telegraphen für vollkommen hergeſtellt erklären wird, ſobald ein Telegramm von hundert Worten vermittelſt des Taus nach Amerika ge⸗ langt und darauf eine eben ſo lange Antwort von dort einge⸗ laufen iſt. Sobald das geſchehen iſt, wird der Telegraph ſofort ohne irgend eine weitre Ceremonie für eröffnet erklärt und dem Publicum zur Benutzung überlaſſen werden. Möge dieſes ſo heiß erſehnte Ereigniß nicht lange auf ſich warten laſſen und dieſe neue Telegraphenlinie alle Erwartungen ver⸗ wirklichen, die man ſich mit vollem Rechte jetzt davon macht. C.

Das Hofleben in Mexico.

Dem New-York Herald' wird von einem Correſpon⸗ denten in Mexico das folgende Gemälde des Hofes des Kai⸗ ſers Maximilian mitgetheilt:

Während des Winters gab die Kaiſerin eine Anzahl glänzender Geſellſchaften, denen die reichſten Familien und die Elite der Hauptſtadt beiwohnten. Dazu wurden die geräu⸗

migen, an einander ſtoßenden Säle in dem Palaſte, die an der Plaza liegen, auf welcher die große Kathedrale die Weſt⸗ ſeite bildet, benutzt. Die Gemächer, die ſich in einander er⸗ öffnen und einige hundert Fuß weit ausdehnen, ſind mit Armleuchtern erhellt und reich möblirt. Bei ſolchen Gele⸗ genheiten iſt der Thronſaal eröffnet, welcher einen Theil der glänzenden Scene bildet. In demſelben befinden ſich, außer einigen ſchönen Portraits des Kaiſers und der Kaiſerin, die Bildniſſe Napoleon's III. und der Kaiſerin Eugenie und An⸗ derer und ein ſolches in voller Lebensgröße von Waſhington, das entſchieden das größte und imponirendſte von allen iſt. Das Orcheſter, welches ſich in den weſtlichen Gemächern fin⸗ det, beſteht aus Oeſterreichern, die bei ſolchen Feſten das Ausgezeichnetſte leiſten. Die Kaiſerin tritt, von ihren Ehren⸗ damen begleitet, durch eine Privatthüre im den Ballſaal und ſchreitet langſam an der Seite des Saals, wo die Damen ſich aufgeſtellt haben, um ſie zu empfangen, hinab, während ſie hier und dort anhält, um einige Worte mit den Damen zu wechſeln, die ſie näher kennt, und eine Ehrendame ſchreitet vor ihr her, welche alle Damen nennt, welche bei der Gele genheit der Kaiſerin vorgeſtellt zu werden wünſchen. Die⸗ ſelbe Förmlichkeit findet auf der andern Seite des Saales, wo die Herren ſich aufgeſtellt haben und wo Einer der Kam⸗ merherren die Ceremonie des Vorſtellens zu beſorgen hat, von Seiten des Kaiſers ſtatt. Sobald die Vorſtellung vor⸗ über iſt, beginnt der Ball. Die Kaiſerin betheiligt ſich ge wöhnlich an einem oder ein paar Cotillons während des Bal⸗ les, welcher um 9 Uhr beginnt und bis zwei Uhr oder eine halbe Stunde ſpäter dauert.

Der Anzug der Damen iſt ſtets nach der neueſten Pa⸗ riſer Mode und in manchen Fällen außerordentlich reich, mit einer überraſchenden Verſchwendung von Juwelen, beſonders Diamanten. Der Anzug der Herrn iſt ein ſchwarzer Frack, ſchwarze Beinkleider, Weſte nach Belieben, weiße Handſchuhe, weiße Cravatte und Schuhe oder Stiefeln von lackirtem Leder. Officiere erſcheinen in voller Uniform. Der Glanz der rei⸗ chen Uniformen der franzöſiſchen, öſterreichiſchen und belgi⸗ ſchen Officiere und die prachtvollen ſeidnen Kleider und der Schmuck der ſchönen Mexicanerinnen erzeugt einen ganz be⸗ ſonders ſchönen Effect. Die Kaiſerin iſt ohngefähr 23 Jahr alt, von ſtattlicher Form und eine graciöſe Tänzerin. In einer Geſellſchaft, worin ſich ohngefähr 200 Damen befan⸗ den, war ſie die ſchlankeſte. Außer einer wundervollen Spitze und einem Halsband von Diamanten von der Größe der Ha⸗ ſelnüſſe nahm ich weiter keine Kenntniß von ihrem Anzuge, den zu beſchreiben ich andern Federn überlaſſen will. In den Zwiſchenpauſen erhebt ſich die Kaiſerin mit ihren Ehren⸗ damen, was für Alle das Signal iſt, dasſelbe zu thun, wo⸗ rauf dann ein Rundgang und kurze Präſentationen folgen. Der Kaiſer entfaltet bei dieſen Gelegenheiten unter denen, mit welchen er ſich zu unterhalten wünſcht, eine herzliche Fa⸗ miliarität. Er ſpricht ſechs Sprachen fließend. Ganz beſon⸗ ders gefällt ſeine Haltung, er hat das Anſehn eines Studen⸗ ten und während der Unterhaltung zeigt ſich in ſeinem Ge⸗ ſichte ich kann nicht ſagen, ob von Natur oder aus Kunſt ein freundliches, heitres Lächeln, das ihm eben ſo viele Freunde gewinnt wie ſeine leutſeligen Manieren. Er iſt ſchlank und hat eine imponirende Form, iſt 20 und einige Jahr alt und jeder Zoll an ihm zeigt den Kaiſer. Um Mit⸗ ternacht eröffnet ſich der große Saal, worin das Souper an⸗ gerichtet iſt, und Ihre Majeſtäten ſchreiten voran zur Tafel, die mit dem vollkommenſten Geſchmack verziert und mit allen Delicateſſen bedeckt iſt, welche die feinſte franzöſiſche Koch⸗