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192 Novellen⸗Zeitung.
Schiffe, dasſelbe ſollte aber noch 1500 Tonnen mehr aufneh⸗ men, doch erſt wenn es den Medway verlaſſen und ſich nach dem Nore begeben hatte, was am 24. Juni Morgens geſche⸗ hen ſollte. Am Nore ſollte es außer den 1500 Tonnen Koh⸗ len verſchiedne andere Vorräthe einſchiffen, und die Geſammt⸗ ladung des Great Eaſtern, die Maſchine eingeſchloſſen, be⸗ trägt dann über 21,000 Tonnen, eine ungeheure Laſt für ein Schiff, doch da die Tragfähigkeit desſelben 24000 Ton⸗ nen Laſt ſind, ſo findet doch keine Ueberbürdung desſelben ſtatt.
Mit dieſer Ladung wird der Tiefgang des Great Eaſtern 32 ½ Fuß ſein. Ehe die nächſte Springfluth gegen den 6. oder 7. Juli eintritt, wird das Schiff nach Valentia in Irland abſegeln, wo man es gegen den 9. oder 10. Juli erwartet, und wo es die beiden Kriegsſchiffe Terrible und Sphinx an⸗ treffen wird, die den Great Eaſtern während der Expedition des Verſenkens des Taus begleiten ſollen. Dieſe beiden Schiffe ſind mit den beſten Apparaten für das Sondiren der See an ſehr tiefen Stellen und mit Bollen's Nachtlichtſignalen zur See ꝛc. verſehen. Um jedem Unfalle vorzubeugen, wird der Great Eaſtern ſich in einer Entfernung von 20 bis 25 Mei⸗ len von der iriſchen Küſte hatten und nur ſo lange in Sicht von Valentia bleiben, als es Zeit bedarf, um das 25 Meilen lange Endſtück des Taus, das direct nach Valentia geſchickt und bei der Ankunft des Ereat Eaſtern bereits gelegt ſein wird, in das Haupttau einzufügen, was in Zeit von etwa 5 Stunden gethan ſein ſoll. Dieſes Endſtück iſt das ſtärkſte und ſolideſte Tau, das bis jetzt gefertigt worden iſt, was ſich ſchon deutlich daraus entnehmen läßt, daß das Gewicht des⸗ ſelben die Hälfte des Metallgewichts einer Eiſenbahn von gleicher Länge beträgt. Das Endſtück des Taus an der Küſte von Neufoundland iſt nur drei Meilen lang und dasſelbe be⸗ findet ſich am Bord des Great Eaſtern. Sobald das End⸗ ſtück an der iriſchen Küſte mit dem Tau verbunden iſt, beginnt ſofort die Operation des Verſenkens des Taus und von dieſer Zeit an wird jeden Abend und jeden Morgen zu einer feſtge⸗ ſetzten Stunde vermittelſt des Taus eine Reihe von Signalen nach Valentia und von da nach London abgefertigt, welche berichten, in welchem Längen⸗ und Breitengrade ſich das Schiff befindet, wie das Wetter iſt und wieviel Meilen des Taus verſenkt worden ſind. Zuerſt wird das Tau in dem Behält⸗ niß auf dem Vordertheil des Schiffes, dann das im mittlern Behältniß und zuletzt das in dem Behältniß auf dem Hinter⸗ theil des Schiffes verſenkt. Man rechnet darauf, daß der Great Eaſtern, wenn beim Verſenken Alles gut geht und kein Unfall eintritt, bei ſeiner Ankunft an der Küſte von Neufound⸗ land noch 800 Meilen unbenutztes Tau am Bord haben wird, das man mehr gefertigt hat, um durch einen möglichen Unfall nicht in Verlegenheit zu gerathen. Wir wollen hier gleich erwähnen, daß der Apparat, deſſen man ſich zum Ver⸗ ſenken des Taus bedienen wird, ſich bereits als fehlerlos be⸗ währt hat. Die Herrn Temple, Clifford und Canning haben die Operation des Verſenkens zu leiten und zu überwachen; Herr De Santy iſt von Seiten der Fabrikanten des Taus be⸗ auftragt, die elektriſche Beſchaffenheit des Taus zu conſtati⸗ ren; Herr Varley vertritt die atlantiſche Telegraphengeſell⸗ ſchaft, und Profeſſor Thompſon iſt der wiſſenſchaftliche Rath⸗ geber und Berichterſtatter. Dieſe Herrn ſtehen aber nur an der Spitze der erwähnten verſchiedenen Departements, von denen ein jedes einen zahlreichen Stab an Bord hat.
Was nun das Verfahren des Verſenkens des Taus be⸗ tal der transatlantiſchen Telegraphengeſellſchaft betrug ur⸗
trifft, ſo hofft man, daß es dem Great Eaſtern möglich ſein wird, während der ganzen Expedition die gleichmäßige Schnel⸗ ligkeit von 6 Knoten die Stunde einzuhalten. Eine größere
Geſchwindigkeit könnte die Operation leicht gefährden; bei einer geringern Schnelligkeit könnte jeder Wind das Schiff leicht aus ſeiner Bahn und auf die Seite treiben. Dieſem Uebelſtande, wenn er eintreten ſollte, hofft man aber dadurch vorbeugen zu können, daß man die Schaufelräder nur an einer Seite des Schiffes arbeiten läßt. Sollte aber ein Sturm eintreten, ſo würde dieſes Mittel ſich als nutzlos her⸗ ausſtellen und das iſt auch jetzt noch buchſtäblich die einzige Gefahr, die zu fürchten iſt. Was menſchliche Vorſicht in Be⸗ treff des Taus und der Schiffe an die Hand giebt, was eine lange Erfahrung oder der wiſſenſchaftliche Fortſchritt an⸗ rathen können, dafür iſt geſorgt worden, und der Erfolg oder das Mißlingen des großen Unternehmens iſt jetzt nur noch eine Frage des Wetters. Das iſt der einzige zweifelhafte Punkt, aber gerade in dieſer Beziehung iſt es ſehr erfreulich, daß der Capitain Anderſon des Great Eaſtern mit Gewißheit behauptet, daß gerade in dieſem Theile des Monats Juli auf dem atlantiſchen Meere kein Sturm zu befürchten ſei. In ſeiner langen vieljährigen Erfahrung und Hunderten von Reiſen nach und von Amerika als Befehlshaber eines Dam⸗ pfers der Cunardlinie hat er ſtets gefunden, daß zu dieſer Zeit auf dieſem Theile des atlantiſchen Meeres der Wind nie ſtark bläſt, ja er hat ſogar während dieſer Periode ſeines Seemanns⸗ lebens nie von einem ſo ſchlechten Waſſer gehört, das einem Schiffe wie der Great Eaſtern etwas anhaben könnte. Wenn ſich dieſe Behauptung des Capitain Anderſon auch dieſes Jahr beſtätigt und ſonſt Alles gut geht, dann dürfen wir er⸗ warten, daß bis zum 20. oder 21. Juli die telegraphiſche Ver⸗ bindung mit Amerika hergeſtellt ſein mag. Daß aber die Erfahrung des Capitain Anderſon durchaus keine Bürgſchaft für die anhaltende Dauer des guten Wetters bietet, läßt ſich recht deutlich daraus erkennen, wie es dem Agamemnon und dem Niagara bei dem Verſenken des erſten trasatlantiſchen Taus ging, das bekanntlich ſich als nutzlos herausſtellte, als es kaum gelegt war. Damals behauptete man, ein Sturm zur Zeit der Sonnenwende ſei auf dem atlantiſchen Meere etwas Unerhörtes, und die Berichte der meteorologiſchen De⸗ partements der Marine in England und Amerika ergaben wirklich, daß ſeit funfzig Jahren an dieſem Tage nie ein Sturm ſtattgefunden habe. Nun war es aber gerade am 21. Juni, wo der Sturm, mit dem die erwähnten beiden Schiffe ſchon ſeit einigen Tagen zu kämpfen gehabt hatten, ſeine höchſte Stärke erreichte, ſo daß die Mannſchaft des Agamemnon jeden Augenblick dem Untergange des Schiffes entgegen ſah. Es iſt recht ſehr zu wünſchen, daß das Wetter dieſes Jahr das Unternehmen mehr als damals begünſti⸗ gen mag.
Was das Tau ſelbſt anbetrifft, ſo läßt es durchaus nichts zu wünſchen übrig.
Das Tau von Malta nach Alexandrien war gegen das erſte transatlantiſche Tau eine ſehr große Verbeſſerung; noch viel beſſer als das Tau von Malta nach Alexandrien iſt das im perſi⸗ ſchen Meerbuſen gelegte, das aber weit hinter dem zurückſteht. das jetzt Europa mit Amerika verbinden ſoll. Die damit veranſtalteten Proben ſind ſo fein, daß man ſogar einen klei⸗ nen Riß an einer der vier Gutta⸗Percha⸗Hüllen entdeckte, die Stelle, wo er ſich befand, bis auf einen. Yard beſtimmen konnte, worauf dann dieſe Stelle herausgeſchnitten wurde.
Zuletzt wollen wir unſern Leſern noch Einiges über den Koſtenpunkt des Unternehmens mittheilen. Das Actiencapi⸗
ſprünglich 600,000 Pf. St. Hierzu kam zuerſt eine 59 An⸗ leihe von 100,000 Pf. St. und dann wurden noch 89 Prio⸗
2.
rläterien fl di lebeen 25 ſrieben ſind betragen demn nun auf eine die zu beförd ſchließen, do muß. Zuerſ rung eine Ue verpflichtete, 20,000 Pf. der d Prio wo der Teleg wogegen die das Vorte ſteien zu laſ Aebereinkunſt derſelben ſteh ſtellen, was wenn ſie dien keit, mit wer nutzung desſ hat. Die Ti Jahr hindurc jede Minute feſſor Thom von ihnen jede Minut 365 Tagen legraph un ſo betrüge 4201,800 ausſetzungen geſtellt werd einnahme vo gegen die S geringer, ſo Die Times! wofern die( halb 24 St ritas bringe hoch ſelen graphen be dieſen Pun genügt es z vollkommen von hunde langt und laufen iſ. ſefort ohne und dem


