Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
489
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Vierte Literariſche Briefe von Otto Banck.

Friedrich Bodenſtedt's geſammelte Schrif⸗ ten. Berlin, bei Decker. Otto Ule's ausge⸗ wählte kleine naturwiſſenſchaftliche Schrif⸗ ten. Halle, Schwetſchke'ſcher Verlag. Theodor Mügge's Romane. Breslau, bei Trewendt. Herloßſohn's geſammelte Schriften. Prag, bei Kober.

Nur ſelten können Sie wahrnehmen, daß noch lebenden Autoren das Glück zu Theil wird, eine Ge⸗ ſammtausgabe ihrer Werke oder die einer größeren Sammlung aus denſelben zu veranſtalten. Dürfen Sie aus der Veranſtaltung einer ſolchen Ausgabe auch nicht immer eine Schlußfolgerung für den Werth der Productionen ziehen, ſo iſt doch dieſelbe mitre⸗ dend bei der Gunſt, die das Publicum dieſem oder jenem Schriftſteller theilweiſe oder für alle ſeine Edi⸗ tionen zugewandt hat. Jedenfalls iſt eine Geſammt⸗ ausgabe gleichbedeutend mit einer halben Erneuerung der betreffenden Werke ſelbſt,

führt werden, die ſich bei einem theueren Preis nicht aufgelegt fuͤhlten, als Käufer theilzunehmen. Und es

kommt bei der öffentlichen Förderung eines Werkes nicht minder auf die Zahl der Käufer, als auf die

der Leſer an, da die Erſtern die Auflage und das pecuniäre Wohlergehen des Verfaſſers bedingen und ihm ſomit Muße und Antrieb zu immer neuem Schaf⸗ fen ſichern. Dieſer Segen kann durch die Leſer der Leihbibliothek nicht herbeigeführt werden. Sie ver⸗ anlaſſen nur das Bekanntwerden. Es hat aber in Deutſchland eine große Anzahl geachteter und be⸗ rühmter Autoren gegeben und giebt deren noch, die vom Publicum nur homöopathiſch genoſſen werden. Zwölfhundert Eremplare ihrer Schriften reichten hin,

fünfzig Millionen Menſchen(denn in Amerika und

andern außerdeutſchen Ländern leben auch noch Deutſche) ein für allemal zu verſorgen, wobei ungefähr auf vier⸗

zigtauſend ſchöne Seelen ein Exemplar kommt. Wenn

dabei die Schriftſteller meiſtens durch den ſchweren Kampf um das Daſein von der Freiheit und Rein⸗ heit ihres Schaffens abgezogen wurden, ſo betrog ſich das Volk ſelbſt durch ſeinen Mangel an Theilnahme um den größten Theil jenes geiſtigen Nutzens und jener Herzensveredelung, die es durch die Werke ſei⸗ ner Schriftſteller hätte gewinnen können.

Von Zeit zu Zeit hat die Nation eine Ausnahme von ihrem Indifferentismus gemacht, und man thut wohl, ſich lieber über die Fälle zu freuen, wo dieſe

Ausnahme durch geſunden Geſchmack herbeigeführt

da dieſelben in dieſer billigen Geſtalt vielen Kreiſen des Publicums zuge⸗

Folge. 489 war, und jene ruhen zu laſſen, wobei ein krankhafter Ungeſchmack den Antrieb dazu bot.

Eine von ſolchen erfreulichen Erſcheinungen iſt die Geſammtausgabe der Bodenſtedt'ſchen Werke, die der kürzlich herausgegebenen Auerbach'ſchen ſo ziem⸗ lich auf dem Fuße folgt.

Bodenſtedt hat es in einem Vorwort übernom⸗

men, ſelbſt über ſich einiges Biographiſche und Kri⸗ tiſche zu ſagen. Er thut es mit Unbefangenheit und, was leider oft erſt nach dem Tode eines berühmten Mannes durch einen Andern geſagt zu werden pflegt, er eröffnet zugleich beachtenswerthe Blicke in ſeine Selbſtbetrachtung und literariſche Laufbahn. Bilder von unglücklichen Poeten, ſo heißt es in dieſem Bekenntniß,die durch Selbſtüberſchätzung ein klägliches Ende genommen, trübe Jugendeindrücke und Schickſale ließen ſchon früh in mir den Entſchluß reifen, mit Sammlung eigener Gedichte deren Anfänge in mein achtes Lebensjahr zurückreichen nicht eher an die Oeffentlichkeit zu treten, bis ich mir durch andere Arbeiten einen geachteten Namen errungen haben würde. Das Glück kam meinen Be⸗ ſtrebungen entgegen. Gleich mein erſtes größeres Werk die Völker des Kaukaſus⸗ hatte ſich, trotz der höchſt ungünſtigen Zeit, in welcher es erſchien(es fiel mitten in die Märzſtürme des Jahres 1848 hin⸗ ein), eines ſo durchgreifenden und nachhaltigen Er⸗ folges zu erfreuen, wie ſelten einem ähnlichen Buche in Deutſchland zu Theil wurde. In den nächſtfol⸗ genſten Jahren erſchienen die mehr einer poetiſchen Auffaſſung der Menſchen und Dinge ſich zuneigenden beiden Bände der erſten Ausgabe von ⸗Tauſend und Ein Tag im Orients, deren Erfolg denjenigen der Völker des Kaukaſus noch übertraf. Lennds Werke erlebten wiederholte Auflagen, wurden in fremde Sprachen überſetzt und fanden in der Küten wie in der neuen Welt gleich günſtige Aufnahme.

Nun erſt trat ich mit Sammlungen eigener Ge⸗ dichte hervor, welche zum größten Theil ſchon viele Jahre in meiner Mappe geruht hatten, und mit meh⸗ reren Bänden poetiſcher Ueberſetzungen, welche eben⸗ falls theilweiſe einer früheren Zeit angehörten. Dieſe Arbeiten wurden anfangs mehr gelobt als gekauft; erſt nach und nach gelang es ihnen, ſich in der deut⸗ ſchen Literatur einzubürgern; allein es ſcheint mir kein übles Zeichen zu ſein, daß ihre Anerkennung und Verbreitung mit den Jahren wächſt, ſtatt abzunehmen. Sie würden von vornherein eine wärmere Aufnahme gefunden haben, wenn ich meine literariſche Laufbahn damit begonnen hätte und wenn ſie in eine günſti⸗ gere Zeit gefallen wären; denn das Urtheil der Welt über die zeitgenöſſiſchen Autoren, denen es gelingt,