Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
488
Einzelbild herunterladen

yyy

488

am liebſten die ganze Saline genommen und Dich geheirathet hätte.

Papa, Du ſprichſt, als wenn Minneroda für mich unwiederbringlich verloren wäre! ſagte Georgia in großer Aufregung.

Was ich jeden Augenblick zu verlieren fürchte, iſt nicht mein! Die Schnepfe gehört mir, wenn ſie in meiner Jagdtaſche ſteckt! N'en parlons plus!

Beſter Papa, wenn dieſe Geigenſpielerin fort ſein wird...

Zum Diantre ſoll ſie geſandt werden! fuhr Oldersloo auf.Dann kommt ein anderes Dämchen, oder wer weiß, was ſonſt. Ich will gar nichts weiter hören.

Theuerſter Papa, nur noch ein Wort...

Ueberflüſſig, Georgia! Liebt Dich Minneroda, oder liebt er Dich nicht? Um dieſe Frage dreht ſich Alles! Antworte nach Deinem beſten Wiſſen!

Ich glaube ach, ich dächte; ich weiß es, daß er mich liebt! flüſterte Georgia, ihr Geſicht an der Schulter Oldersloo's verbergend.

Bon! Wir wollen ſogleich die Probe machen..

Papa, welchen Schritt... Q Gott, was haſt Du im Sinne?

Ich werde Minneroda, wie einen Büffel, ſofort

bei den Hörnern nehmen.

Du willſt ihn fragen?... Unmöglich...

Ich will ihn nicht fragen ich habe einen Wunſch, das heißt einen Befehl auszuſprechen! Faſſe Dich! Wenn Jemand compromittirt wird, ſo ſollſt Du es ſicherlich nicht ſein. Dort kommt Deine Mut⸗ ter und Dein Auserwählter...

Kann ich mich entfernen? fragte Georgia zit⸗ ternd.

Du biſt ja die Hauptperſon! Offenes Viſir und offener Angriff!

Als Minneroda ſich mit der Gräfin und Livia

näherte, winkte Oldersloo derMamſell, damit ſie zurückbleiben möge.

Lieber Minneroda, ſagte Oldersloo,ich habe vorhin Gelegenheit genommen, meiner Tochter der Gräfin Georgia mitzutheilen, daß Graf Arnsburg ſeine frühere Bewerbung um ihre Hand zu erneuern gedenkt, vorausgeſetzt, daß keine Hinderniſſe vorlie⸗ gen, welche in der Neigung der Gräfin Georgia ihren Grund haben.

Georgia war todtenblaß geworden und Minne⸗ roda trat, indeß ihm das Blut wie Purpur in's Ge⸗ ſicht ſchoß, einen Schritt zurück. Die alte Gräfin öffnete die Augen weit vor Ueberraſchung, fand ſich aber mit meiſterlichem Tact in die Situation.

:4

Novellen⸗Zeitung.

Graf Arnsburg... ſtammelte Minneroda.

So iſt's! erwiderte Oldersloo.Wir Män⸗ ner von Oldersloo ſind von jeher berühmt geweſen, daß wir uns nicht in Metaphern ausdrücken. Unſere Damen müſſen ſich dieſer Familien⸗Eigenſchaft wohl oder übel fügen... Ich komme zu dem, was Sie betrifft, Minneroda! Georgia hat mir ſoeben erklärt: Sie ſollten über die Hoffnungen des Grafen Arns⸗ burg das Urtheil ſprechen!

Minneroda richtete ſich auf. Er war ſo erregt, daß er nicht daran dachte, der Graf Oldersloo habe das edle Gewerbe ſeiner Vorfahren die Buſchklep⸗ perei noch nicht vergeſſen können, habe ihn auf offener Straße, nach dem Kunſtausdruckeniederge⸗ rannt.

Gräfin Georgia, rief Minneroda;ich habe nur eine Antwort Sie wiſſen es obwohl meine Lippen das Geheimniß noch nicht ausgeſprochen ha⸗ ben: ich liebe Sie, ich bete Sie an, und ich werde mit Jedem, wer es auch ſei, um Ihren Beſitz kämpfend in die Schranken treten.

Er ergriff die Hand Georgia's und heftete einen Kuß darauf..

D'accord, Georgia? fragte Oldersloo.

Ja! hauchte die Dame, in die Arme des Va⸗ ters ſinkend.

Nun, Vapeurs ſind heute nicht am Orte die paſſen nicht zu einem Verlobungsfeſte... Min⸗ neroda, empfangen Sie aus meiner Hand Gräfin Georgia Oldersloo als Ihre Braut!

Minneroda umarmte Georgia er ſchien wie verwandelt. Seine neckiſche Laune war tiefem, feier⸗ lichem Ernſt gewichen.

Georgia, empfangen Sie von mir Wort und Handſchlag, ſagte er und legte dann Georgig's Arm in den ſeinigen.

Die Mutter weinte, beglückwünſchte das ſchöne Paar und rief den Paſtor herbei.

Herr Paſtor, nehmen Sie Antheil an unſerer Freude, ſagte die Gräfin, durch Thränen lächelnd. Wir haben Ihnen ein Brautpaar vorzuſtellen!

Miinneroda verneigte ſich.

Der junge Geiſtliche ſah nur Georgia an, ſtier, unbeweglich; dann griff er in die Luft, als ſuche er nach einer Stütze und ſank vor den Füßen der Braut

ohnmächtig nieder. h 3(Schluß folgt.)

Literar

Fried ten. Berl wählte 15 ten. Hal⸗ Müugges Herloßſ bei Kober

Nur lebenden A ſammtausga Sammlung Sie aus d auch nicht i der Produc dend bei de jenem Schri lionen zuge dusgabe gle der benreffe billigen Ge führt werd aufgelegt kowamt hei nicht mind der Leſer a pecuniäre2 ihn ſomit? fen ſichern. Leihbibliot anlaſſen n deutſchlan rüͤhmter A vom Publ Zwölfhund fünfig R andern auf

ein für all jigtauſend dabei die anpf un heit ihres das Volh un den g jener der ner Stri

Von von ihrer wohl, ſt Ausnahm