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Vierte Holge.
eckigen Zimmer, in deſſen Mitte ſich eine gedeckte Tafel befand. Die Wände waren mit braunem, ge⸗ ſchnitztem Eichenholz getäfelt. Die künſtliche Holzdecke oben zeigte zwiſchen dem braunen Gebälk reiche De⸗ coration von Blau und Roth mit einer Unzahl von Goldſternen. Die Scheiben zwiſchen dem Maßwerk der Fenſter waren bemalt und brannten im Scheine der Morgenſonne. An den Wänden hingen reizende Landſchafts⸗ und Jagdbilder. In einer Erkerniſche war ein Pianino aufgeſtellt. Heitere Unterhaltung tönte Livia entgegen.
Die beiden Damen aus dem Parke lehuten in einem Fenſter, das Geſicht in's Zimmer gewandt, und zollten der roſigen Laune eines jungen, ſchlanken Mannes ihren Beifall.
Neben einem runden Büchertiſche, eine Zeitung in der Hand haltend, ſaß ein ſchwarzgekleideter Mann, ſehr blaß, ſehr ernſt ausſehend. Die ſchneeweißen, ſchlanken Finger, mit denen er ſein langes, ſchlichtes Schwarzhaar und ſeinen dichten Backenbart durch⸗ wühlte, zitterten. Er las nicht, ſondern beobachtete den mit Humor geſegneten Blondkopf, der ſich bei Livia’'s Eintritt umwandte und in ein langgedehn⸗ tes Ah! der Ueberraſchung ausbrach.
„Mais voici, que c'est charmant!“ ſagte der Blonde, vor Livia eine Verbeugung machend, und dann mit einer Handbewegung— als ſtelle er Livia vor— ſich an die beiden Damen wendend, welche beide plöͤtzlich zu Eis erſtarrt ſchienen.
„Fi donc!“ ſagte die ältere Dame laut.„Wenn Herr von Minneroda ſich darauf capricirt, der Mam— ſell Aufmerkſamkeiten zu erweiſen, ſo thut er das am Beſten, ohne daß wir zugegen ſind, Georgia!“
Der junge Mann ward blutroth, drehte ſeinen Schnurrbart, verbeugte ſich einige Male und ging nach dem finſtern Zeitungsleſer.
„Herr Paſtor Sandhage,“ ſagte er, gezwungen lachend,„vorhin ſind Sie bei Gräfin Georgia in Ungnade gefallen— und jetzt folgt Ihnen bereits ein Anderer in's Exil. Bemühen wir uns, möglichſt anſtändig zu verzweifeln.“
Der Paſtor nickte kaum mit dem Kopfe.
.„Iſt dies nicht in der That eine bezaubernde Erſcheinung?“ fragte Herr von Minneroda halbleiſe.
„Herr Baron, meine Lectüre hat mich ſehr ab⸗ ſorbirt—“ antwortete der Paſtor achſelzuckend, und ſein bleiches Geſicht ſchien eine fahle Farbe anzunehmen.
„O, o; aber integrirende Theile unſeres liebens⸗ würdigen Paſtors ſcheinen doch nicht in's Reich des Aethers entwiſcht zu ſein,“ ſagte Minneroda.
„Baron, ich muß dringend bemerken: Ihr Hu⸗ mor frommt nicht einem Jeden!“ 8
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„Merci;— er iſt auch nicht für Jeden geiſtlos genug!“.
„Es müßte Ihnen nicht ſchwierig werden, hier nachzuhelfen“, murmelte der Geiſtliche mit eiſiger Ruhe.
„Wahrhaftig, Paſtor, Sie ſind ein capitaler Menſch!“ rief Minneroda, gutmüthig lachend und den Paſtor auf die Schulter ſchlagend, daß dieſer— wie von einem Blitze berührt— zuſammenfuhr.„Sie rennen mich aus dem Sattel und auf den Sand, daß ich die Ferſen in die Luft ſtrecke, und finden auch nicht für ein Jota Beluſtigung an Ihrem Siege.“
Der Paſtor ſchob die Zeitung vor ſich, warf das Haar zurück und ſtand auf— eine untadelhafte, ſchlanke Geſtalt zeigend.
Die Gräfinnen, Mutter und Tochter, hatten in— zwiſchen der Mamſell einige Fragen vorzulegen die Gnade gehabt.
„Sie heißen Meyer, und Julie dazu,“ ſagte Gräfin Geſina von Oldersloo, die Mutter.„Pardon, aber das iſt zu viel Gewöhnliches auf ein Mal. Meyer— ganz entſchieden unmöglich; Mamſell Meyer, empörend plain! Mamſell Julie— Julchen; das Geſinde ſagt ganz unbedingt: Jule! Impossible, Georgia!“
„Wir könnten ſie Juliette nennen,“— meinte Georgia, eine Blume zerzupfend und nach dem Paſtor von Zeit zu Zeit hinüberblickend.
*„Ich ſchwärme für die ſüddeutſchen Namen; weißt Du noch, Georgia, unſer Stubenmädchen am Traunſee— dieſer Name! Engelhaft und doch ſo volksthümlich, ſo durchaus anſpruchslos.. Wie war's doch nur?“
„Ich dächte, das Mädchen hieß Mirzel— eine Abkürzung von Marcellina,“ ſagte Georgia zerſtreut.
„Mirzel?“ fragte Livia.„Der Name gefällt mir nicht.“
„O, davon iſt keine Rede, Mama!“
„Ich verſichere Sie, Mamſell,“ ſagte die Gräſin ſehr hochfahrend,„daß die Mirzel vom Traunſee nicht allein ſchöner war, als Sie, ſondern auch eine durch⸗ aus geſchmackvolle Tournüre beſaß.“
Livia ſah die Gräfinnen feſt an.
„Wir können ja des Namens wegen ſpäter Ar⸗ rangement treffen,“ meinte Georgia.„Es iſt zunächſt Hauptſache, ob Mamſell meinen Forderungen ent⸗ ſprechen kann. Italieniſch ſprechen Sie nicht?“
„Preferisco parläre italiano à scrivere——“
„Ah, Mama, das iſt köſtlich!“
„Mir ſcheint Engliſch das weſentliche Erforder⸗ niß zu ſein, Georgia,“ murmelte Gräfin Geſina.
„English?“ antwortete Livia beſcheiden.„I do


