Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
479
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den Souffleurkaſten mit ſich fort und zerbrach den Violinbo⸗ gen, den der Chef des Orcheſters in ſeiner Hand hielt.

Jetzt will Niemand mehr den neuen Leviathan beſteigen; , die Sänger beklagen ſich, gezwungen zu ſein, der Eine auf ddeer Branſtenge des Fockmaſtes, der Andere auf dem Verdeck, ein Dritter auf dem Hißtau, ein Vierter in dem Maſtkorbe

zu ſingen; die Choriſten fürchten ſich vor der Dunkelheit der Vonſtabelskammer. Perrin iſt in der größten Aufregung; der Maſchiniſt ſpricht davon, daß er ſich erhängen will; das ganze Perſonal iſt in einem troſtloſen Zuſtande.

Dazu kommt, daß die Probe am Donnerſtag, trotzdem daß man das Ballet unterdrückt hatte und die Ballettänzerin⸗ nen nur einen Marſch machen ließ, der beibehalten werden ſoll, doch beinah ſieben Stunden dauerte.Kürzen Sie die Muſik ab, ſchreit das Orcheſter;ſtellen Sie das Ballet wieder her, ertönt es von Seiten der Abonnenten;laſſen Sie das Schiff weg! ſagt G. Hainl. Aber Herr Fétis und Madame Meyerbeer zeigten ſich unerbittlich, und das iſt gut, denn ſie müſſen die Partitur des Componiſten dem Publicum unverkürzt vorführen. Was das Ballet anbetrifft, ſo weiß man, daß Meyerbeer es in ſeiner Oper nicht ange deutet hat, und ſo bleibt nur noch die Frage des Schiffes zu löſen und in dieſer Hinſicht iſt es wahrſcheinlich, daß die Muſik des Meiſters auch ohne die Mitwirkung dieſes enor⸗ men Schiffskörpers, deſſen Entfernung von der Bühne einen 4.4 Zwiſchenact von 45 Minuten erfordert, einen Erfolg errei⸗

chen mag, der nichts zu wünſchen übrig läßt. C. Misrellen.. Die Juden zu Conſtantinopel ſtritten ſich einſt mit den

Muſelmännern über das Leben im Paradieſe, und behaupte⸗ ten, ſie allein würden hinein kommen. Die Türken fragten ſie nun:Weil ihr das nun ſo gewiß wißt, wo ſollen wir

ddenn hinkommen? Die Juden wagten es nicht zu ſagen, daß ddie Türken gänzlich davon ausgeſchloſſen ſein ſollten, ſondern erwiderten blos:Ihr bekommt euern Platz vor den Mauern aund könnt uns inwendig anſehen. Dieſer ſeltſame Streit gelangte bis zu den Ohren des Großveziers, der ſchon lange fauf nichts mehr dachte, als wie er unter einem erträglichen Vorwande den Juden neue Abgaben auflegen wollte. Er ſagte daher ſogleich:Weil uns denn das Volk außer die Mauern des Paradieſes verweiſt, ſo iſt es billig, daß es uns wenigſtens Zelte ſchafft, damit wir doch nicht allem Ungemach der Witterung ausgeſetzt ſind. Es wurde auch wirklich von Stund an, außer dem gewöhnlichen Tribute, den Juden noch ein Leibzoll auferlegt, zu Anſchaffung der Zelte des Grohherrn, den ſie noch jetzt bezahlen.

I Vonm deutſchen Züchermarkt.

Erinnerungen deutſcher Officiere von H.

Dehnel. Hannover, Verlag von Carl Rümpler.

Der Autor iſt ein hannoverſcher Oberſt und hat ſein Buch allen deutſchen Kriegern gewidmet, deren Corps in den Jahren 1805 bis 1816 dem britiſchen Heere einverleibt wa⸗ een und unter dem Oberbefehle Wellington's kämpften. Der Serausgeber iſt reich an Erfahrung, da er ſelbſt ſieben Feld⸗ züge mitgemacht hat. Ihm wurde in ſeiner Stellung und in ſeinem zahlreichen Bekanntenkreiſe vielfach Gelegenheit gebo⸗ ten, die Tagebuchblätter, die Memoiren, die dienſtlichen Auf⸗

zeichnungen betheiligter Officiere einzuſehen und dieſe ver

djievenartigen Fragmente als eine Bilderreihe aneinander zu

trägt das Gepräge der

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nüpfen. Die Arbeit iſt gewiſſenhaft,

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Vierte Folge.

Authentik und giebt einen intereſſanten Beitrag zur Antwort auf die Frage:wie es im Kriege zugeht?

Nicht blos der Geſchichtsſchreiber wird ſich durch dieſe Specialien bereichert fühlen, ſondern auch dem gebildeten Publicum werden viele davon in ihren lebensvollen Scene⸗ rien eine ſo anregende als belehrende Lectüre bieten.

Am ſchwierigſten war es bis jetzt immer, den Feldzug auf der pyrenäiſchen Halbinſel möglichſt klar darzuſtellen, denn obgleich er ungemein reich an romantiſchem Stoff und draſti⸗ ſchen Momenten iſt, ſo leidet er doch durch das unaufhörliche Hin und Wieder der kleinen Nebenactionen an einer aben⸗ teuerlichen Zerfahrenheit. Hier treten nun ganz beſonders Memoiren hülfreich ein, und ſchon aus dieſem Grunde möch⸗ ten wir den auf ſpaniſchem Terrain ſpielenden Kriegsſcenen dieſes Buches vor andern darin enthaltenen den Vorzug geben.

Die Auswahl iſt ſehr reichhaltig und das umfangreiche Werk, trefflich ausgeſtattet, wird durch viele Citate und An⸗ merkungen für Laien und Kenner unterſtützt. O. B.

Das ſchwarze Buch von Berlin, herausgegeben von J. Retcliffe. Leipzig, Verlag von Guſtav Purfürſt.

Wem der Verfaſſer des ſchwarzen Buches ſowie deſſen Muſe und deſſen literariſche Anſchauung unbekannt ſein ſollte, der wird ſich ſchon einen näheren Begriff davon bilden können, wenn er hört, daß Herr Reteliffe im Begriff iſt, einen großen hiſtoriſchen Roman über Abraham Lincoln herauszugeben, welcher bekanntlich vor kürzeſter Zeit erſt ermordet wurde. (Gewiß zeigt ſolche literariſche Production von raſcheſter Kühnheit. Bei einem ſolchenSchnellbeiderhand könnte es einſt begegnen, daß einem Schriftſteller, der einen eben ver⸗ ſterbenen Helden ſchleunigſt zum Sujet benutzt, dieſer in der Wirklichk it am dritten Tage, als ſcheintodt begraben, wieder auflebt und der dann natürlich zur Hälfte ſchon fertige Ro⸗ man ſich als überflüſſig erweiſt.) Wer ſich aber dennoch keine rechte Idee von der Phantaſie machen könnte, die im ſchwar⸗ zen Buche von Berlin herrſcht, und gewiß auch inAbraͤham Lincoln herrſchen wird, der mag ſich nur in dem hier vor⸗ liegenden bis zur 25. Lieferung gelangten Werke durch irgend eine beliebige Scene, wie die folgende iſt, ergreifen laſſen: Eine gewiſſe Adele, deren Verhältniſſe hier nicht weiter zum Verſtändniß wichtig ſind, ſoll in eine geheime Geſellſchaft ein⸗ geweiht werden und befindet ſich mit einer Gräfin, die die Rolle einer Novize dieſes Ordens ſpielt, im verſchloſſenen Einweihungszimmer. Adele fragt die Gräfin:Und wes⸗ halb muß man drei Tage lang hier bleiben?Um in. den Zweck dieſer Geſellſchaft dem erſten Grade gemäß einge⸗ weiht zu werden.Und welcher iſt dieſer Zweck?Tre⸗ ten Sie hierher. Sie zog Adelen an's Bett.Dieſes Ge⸗ rippe, was am Bette ſteht, haben Sie ſchon geſehen, nicht wahr? Es flößte Ihnen Entſetzen ein. Mit dieſem Gerippe müſſen Sie nach den Regeln der Geſellſchaft drei Tage und drei Nächte verleben.Hier in dieſem Zimmer? In dieſem Zimmer. Sie haben noch nicht die Worte gele⸗ ſen, welche an der Tafel, die ſich über dem Gerippe befindet, angebracht ſind. Leſen Sie.Da ſteht: Genieße das Leben, bevor dich der Tod zu dieſem Elende verdammt!» Nachdem Adele dieſe Worte geleſen hatte, ſchlug die Gräfin die Bettgardine zurück. Adele entſetzte ſich. Es befand ſich kein Bett hinter dieſer Gardine, es ſtand da vielmehr ein großer, ſchwarzer Sarg. Ueber dieſem Sarge hing ein großes

Gemälde, welches den Tod in ſeinen entſetzlichſten Geſtalten und auf die verſchiedenſte Art darſtellte.