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Novellen⸗Zeitung.
Bitte ſehr kühn war, ſo war es die zweite nicht weniger; doch das Wort eines Kaiſers iſt heilig, und da er das Verſprechen gegeben hatte, ſo war er gezwungen, es auch zu halten, und demzufolge wurde das Gold, Silber und die Juwelen des Kaiſers dem Gefangenen zur Verfügung geſtellt, der dieſe Schätze mit vollen Händen unter die Höflinge vertheilte und ſich durch ſeine Freigebigkeit eine Menae Freunde gaewann. Der Kaiſer begann nun, ſich außerordentlich unbehaglit) zu fühlen. Da er nicht ſchlafen konnte, ſtieg er am dritten Tage ſehr früh auf und ging, mit Furcht im Herzen, ins Gefäng⸗ niß, um zu hören, welches der dritte Wunſch des Gefangnen ſei.„Nun,“ ſagte er zu dem Gefangnen,„ſagen Sie mir
Ihren dritten Wunſch, daß ich denſelben ſofort erfülle, und
Sie dann gleich gehängt werden können, denn ich bin Ihrer Bitten überdrüſſig.“„Sire,“ antwortete der Gefangne,„ich habe nur noch eine Gunſt von Ew. Majeſtät zu erbitlen, und wenn Sie mir dieſelbe gewährt haben, ſo werde ich zu⸗ frieden ſterben. Laſſen Sie denen die Augen ausſtechen, welche geſehen haben, daß mein Vater den Fiſch umwandte.“ „Ganz gut,“ antwortete der Kaiſer,„Ihre Bitte iſt ganz na⸗ türlich und kommt aus einem guten Herzen. Nehmt den Kammerherrnfeſt,“ fuhr er fort, ſich an ſeine Wachen wendend. „Ich, Sire!“ rief der Kammerherr;„ich habe nichts davon geſehen; es war der Haushofmeiſter.“„Dann ergreift den Haushofmeiſter,“ fuhr der Kaiſer fort. Aber der Haushof⸗ meiſter betheuerte mit Thränen in den Augen, er habe nicht das Mindeſte davon geſehen, was berichtet worden ſei, es ſei der Mundſchenk. Der Mundſchenk erklärte, er habe nichts davon wahrgenommen, einer der Diener müſſe es gethan haben. Dieſe aber verſicherten, es ſei ihnen nichts von dem bekannt, deſſen der Graf beſchuldigt worden ſei; kurz es ſtellte ſich heraus, daß Niemand zu finden war, welcher geſehen haben wollte, daß der Graf das Verbrechen begangen hatte, worauf die Prinzeſſin ſagte:„Ich appellire an Sie, mein Vater, als an einen andern Salomo. Wenn Niemand den Grafen das Verbrechen hat begehen ſehen, ſo kann derſelbe nicht ſchuldig ſein und mein Gemahl iſt folglich unſchuldig.“ Der Kaiſer machte zuerſt eine finſtre Miene und die Höflinge fingen an zu murren; aber dann lächelte er, und ſofort ſtrahl⸗ ten ihre Geſichter vor Freude.„Laßt es ſo ſein,“ ſagte Seine Majeſtät,„laßt ihn leben, obſchon ich manchen Mann wegen eines geringern Fehlers, als der ſeinige iſt, habe hinrichten laſſen. Aber wenn er auch nicht gehangen wird, ſo iſt er doch vermählt. Die Gerechtigkeit iſt vollzogen worden.“
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Der Prinz und ſeine Ponies.
Dem„Montreal Herald“ ſchreibt ein Pariſer Corre⸗ ſpondent:
Der kaiſerliche Prinz wächſt ſehr raſch, er wird hübſch und hat ſehr artige und einnehmende Manieren. Man ſagt, er habe ſeinen eignen, feſten Willen, und darüber kann man ſich gar nicht wundern, da ſein Vater und ſeine Mutter ja bekanntlich ſich durch die Feſtigkeit ihrer Entſchlüſſe auszeich⸗ nen. Glücklicher Weiſe hat der Prinz ein ſehr gutes Herz und viel Großmuth, was verſpricht einen Charakterzug zu mäßigen, der außerdem leicht zu Hartnäckigkeit und zum Ei⸗ genſinn ausarten könnte. Er iſt ein ausgezeichneter kleiner Reiter und iſt gerade jetzt ſehr erfreut darüber, daß der Ma⸗ ler Janet, der im vorigen Jahr einzig und allein durch ein Mißverſtändniß eine Einladung nach⸗Compisgne erhielt, aber ſeitdem ein Günſtling am Hofe geworden iſt, ihn in einem Gemälde als einen ſoltem Knaben von funfzehn Jahren dar⸗
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geſtellt hat. Auf dem Gemälde ſteht der kleine Camerad in einem Jagdkleide aus der Zeit Ludwig's XV. unter einem Baume neben ſeinem Lieblings⸗Pony, Buttercup, den er von der Königin Victoria zum Geſchenk erhalten hat, während berittene Grooms ihm folgen. Bis ganz kürzlich ritt der Prinz gewöhnlich ganz allein aus und ihm folgten Diener, da aber dieſe Einrichtung ihm nicht zuſagte, fand er ſich in
Len letzten Tagen im Studirzimmer feines Vaters ein. ging
an den Tiſch, an dem derſelbe beſchäftigt war, und ſagte zu hm:„Mon pere, ich bin gezwungen, allein auszureiten was ſehr ermüdend iſt. Das Reiten würde mir weit meyr Vergnügen machen, wenn Einer meiner kleinen Freunde, zum Beiſpiel der kleine Conneau, mit mir ritte.“
„Ganz gut,“ entgegnete der Kaiſer,„nichts würde mir willkommener ſein, als daß Du Deine kleinen Freunde bei Dir hätteſt. Aber der kleine Conneau hat kein Reitpferd.“
„Daran habe ich gedacht,“ antwortete der Knabe freu⸗ dig,„aber ich habe drei Ponies und könnte ihm einen derſel⸗ ben geben.“
„Dagegen habe ich nichts einzuwenden,“ ſagte der Kai⸗ ſer,„welchen willſt Du ihm ſchenken?“
„Am liebſten möchte ich ihm den Buttercup geben,“ ent⸗ gegnete der Prinz.
„Buttercup!“ rief der Kaiſer aus,„ei, das iſt ja Dein Lieblings⸗Pony.“
„O ja, er iſt bei weitem der beſte!“ erwiderte der kleine Prinz,„und gerade deshalb wollte ich ihn gern dem kleinen Conneau geben. Welch ein Verdienſt würde es ſein, wenn ich ihm den Pony gäbe, aus dem ich mir am wenigſten mache?“
Der Kaiſer lächelte bei dieſer Antwort und gab dem Prinzen ſeine Billigung dieſer Geſinnung zu erkennen, fuhr
aber fort ihm zu zeigen, daß, ſo recht und paſſend es auch
aus dem angegebenen Grunde erſchiene, ſeinem kleinen Freunde Buttercup zu ſchenken, es doch nicht recht und paſ⸗ ſend ſein werde, das zu thun, weil Buttercup ein Geſchenk von der Königin Victoria ſei. zeige er Ihrer Majeſtät nicht die ihr ſchuldige Dankbarkeit und Hochachtung. Deshalb ſei es beſſer, wenn er auch ferner den Buttercup ſelbſt reite und dem kleinen Conneau einen von den beiden übrigen ſchenke. Der kleine Prinz, der die Angelegenheit nicht von dieſem Geſichtspunkte betrachtet hatte, war ſofort von der Stärke des kaiſerlichen Beweiſes überzeugt; doch da er die Erlaub⸗ niß des Kaiſers erhalten hatte, den liebenswürdigen kleine Sohn des Doctor Conneau einzuladen, ihn auf ſeinen Spa— zierritten zu begleiten und demſelben einen ſeiner Ponie zu ſchenken, ſo ging er voller Jubel fort, ſchickte ſogleich nach ſeinem kleinen Freunde, der ganz in der Nähe der Tutlerien wohnt, und theilte ihm die erfreuliche Thatſache mit, daß er tünftig mit ihm ausreiten ſolle, und dann nahm er ihn mit in den Marſtall, wo er ihm ſofort den beſten Pony nach But⸗ tercup zum Geſchenk machte. 4 C.
Das Schiff in der Afriraine von Meyerbeer.
Die Idee Meyerbeer's, in der Africaine ein Schiff auf ). 2
den Bretern, die das Leben bedeuten, erſcheinen zu laſſen, hat nicht allein die Aufführung der Oper ſehr verzögert, ſondern auch viele unglückliche Verwicklungen veranlaßt. Das Schiff beunruhigt das ganze Opernhaus.
Hainl durch die ungeheure Maſchine, die ihren Weg verfehlte, beinah an ſeinem Pulte getödtet worden. Eine Woge riß
Wenn er ihn verſchenké, ſo— 13 und ka
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