das Blut ſich ſtufenweiſe aus unſern erhitzten Geſichtern zu⸗ rückzog und eine Bläſſe ſich auf denſelben bemerkbar machte, worin ſich die Furcht, von der wir plötzlich befallen worden waren, deutlich ausſprach.
Während wir ſo da ſtanden und einander anblickten, und Jeder von uns mit Gedanken beſchäftigt war, die auszu⸗ ſprechen er ſich fürchtete, kam ganz in unſere Nähe ein ſchlan⸗ kes, kleines Reh verſtohlen aus dem Gebüſch und ging furcht⸗ ſam auf das Waſſer los. Ich ſah es zuerſt und indem ich meinem Gefährten ein Zeichen gab, ſich nicht zu rühren, er⸗ hob ich ruhig mein Gewehr, legte an und feuerte. Das Thier ſtürzte ſofort, doch bevor ich einen Triumphruf ausſtoßen konnte, ertönte das wilde ſchreckliche Brüllen irgend eines Raubthiers durch die Dſchungles, das mich vor Schrecken er⸗ zittern ließ.
„Mein Gott, was iſt das?“ rief mein Begleiter, der ſich ganz unwillkürlich dicht an meine Seite drängte.
„Ohne Zweifel ein Tiger!“ antwortete ich.
„Dann ſind wir verloren!“
„Noch nicht, ſo lange noch Leben in uns iſt!“ entgeg⸗ nete ich mit einer beruhigenden Kühnheit, obwohl ich nicht be⸗ zweifle, daß ich in der Wirklichkeit nicht weniger erſchrocken war als er.„Sieh Dich ſcharf um, während ich mein Ge⸗ wehr wieder lade, und erinnere Dich, daß wir, wenn wir an⸗ gegriffen werden, nicht als Feiglinge ſterben wollen!“
Wir ſetzten uns dann in einen ſo guten Vertheidigungs⸗ ſtand, als die Umſtände es erlauben wollten, indem wir uns mit dem Rücken an einen großen Baum lehnten, und wachten und warteten ſo wohl eine halbe Stunde lang; als wir aber fanden, daß Alles ruhig blieb, beſchloſſen wir uns ein Mahl von unſerm Wild zuzubereiten, und ſollte es ſelbſt unſer letz⸗ tes ſein. Wir zündeten deshalb ein Feuer an, ſchnitten von dem Reh einige zarte Stücken Fleiſch ab, röſteten ſie und lie⸗ ßen ſie uns, trotz der gefährlichen Lage, worin wir uns be⸗ fanden, ſehr gut ſchmecken. Unſer Mahl ſtärkte uns und be⸗ lebte unſern Muth wieder, und da wir fühlten, daß wir keine Zeit mehr zu verlieren hatten, ſo ſetzten wir uns durch die dichten Dſchungles kräftig in Marſch und gaben uns der Hoff⸗ nung hin, daß wir die Bucht vor dem Eintritt der Nacht er⸗ reichen würden.
Wir waren indeſſen zu einer ſehr traurigen Enttäuſchung verurtheilt. Wir ſchritten Meile vor Meile voran und als die Schatten der Nacht uns bereits einzuhüllen begannen, be⸗ fanden wir uns in der Tiefe einer ſchrecklichen Wildniß, ohne irgend ein Zeichen, ob wir jemals im Stande ſein würden, einen Ausweg daraus zu finden. Wir hörten jetzt ein anderes lautes Brüllen, das offenbar nicht weit entfernt von uns er⸗ tönte, und unſre Herzen wurden mit Verzweiflung erfüllt, denn wenn wir jetzt von einem wilden Tiger angegriffen
würden, welche Ausſicht blieb uns dann wohl für die Erhal.
tung unſres Lebens?
„Ich weiß nichts Beſſeres, als daß wir einen hohen Baum erklettern und die Nacht über auf deſſen Aeſten ſitzen bleiben,“ ſagte ich zu meinem Gefährten.
Er willigte vor Angſt zitternd ein und bald fanden wir einen Baum, der ſich für dieſen Zweck eignete; aber als wir ihn eilig erſtiegen, ſchauderten wir Beide bei dem Gedanken,
in irgend eine Berührung mit einer jener giftigen Schlangen
zu kommen, die ſich in den Ländern der heißen Zone zu Tau⸗ ſenden finden.
Ich werde jene Nacht, die buchſtäblich eine des Schre⸗ ckens war, nie vergeſſen. Es gelang uns, zwiſchen den dicken Aeſten einen ſichern Sitz zu finden; wir wagten aber nicht,
Novellen⸗Zeitung.
unſre Augen zu ſchließen, aus Furcht von dem Baume her⸗ unter zu fallen, und während der langen, endloſen Stunden vernahmen wir von Zeit zu Zeit das Murren, Brummen, Kämpfen, Brüllen dieſer Raubthiere, zuweilen weit entfernt, und zuweilen ganz in unſrer Nähe. In der That raſſelte es zwei oder dreimal in dem Gebüſch unmittelbar unter uns, und indem wir aus unſerm laubigen Verſteck hinunter blick⸗ ten, gewahrten wir mehr als einmal die feurigen Augen irgend eines nächtlichen Ungeheuers, die ſich auf uns richteten, wäh⸗ rend das Thier ein dumpfes, wildes Gebrüll ausſtieß.
Als das neue Tageslicht uns wieder in den Stand ſetzte, den Weg zu ſehen, ſtiegen wir vorſichtig von dem Baume herab und ſetzten aufs Gerathewohl unſern Weg fort, da wir gar nicht im Stande waren zu berechnen, ob wir die rechte oder eine falſche Richtung einſchlugen. Der Tag ſtellte ſich für uns als ein ſchrecklicher heraus, voll neuer Gefahren, gro⸗ ßer Anſtrengung und vielen Leidens, und die Nacht überraſchte uns wieder in den Tiefen der ſchrecklichen Dſchungles, aus denen je einen Ausweg zu finden, wir verzweifelten. Wir hatten ſeit der Mahlzeit am vorhergehenden Tage nichts wei⸗ ter genoſſen als einen einzigen Zwieback, in den wir uns theilten, und wir fühlten uns nicht blos ganz entkräftet und ſchwach, ſondern gleichzeitig auch ſo ermüdet, daß wir kaum die Augen offen erhalten konnten, und waren uns bewußt, ſelbſt die uns umgebenden Gefahren würden nicht im Stande ſein, uns noch eine zweite Nacht munter zu erhalten. Wir ſuchten einen andern Baum, deſſen Aeſte wir erklimmten, und vort zogen wir einige unſrer Kleidungsſtücke aus, deren wir uns bedienten, um uns an den Aeſten feſt zu binden, und in dieſer Art machten wir es uns möglich, einen Theil der zwei⸗ ten Nacht ſchlafen zu können, und trotz unſrer weit gefährli⸗ chern Lage verbrachten wir die zweite Nacht mit weniger Schrecken als die erſte.
Der dritte Tag ſtellte ſich ebenfalls voller Leiden und nicht weniger Gefahr heraus, denn wir befonden uns noch immer in den endloſen Dſchurdles mit ihren reißeinden Thie⸗ ren und giftigen Reptilien; aber gerade vor dem Eürtsitt der Nacht kamen wir zu unſrer unausſprechlichen Freude an eine Lichtung und ſahen vor uns ein kleines malayiſches Dorf, von dem einige Häuſer auf Pfoſten erbaut waren, die andern auf dem Erdboden ſtanden. Zu einer andern Zeit möchte dieſer Anblick uns ſehr beunruhigt haben,— denn wir wuß⸗ ten, daß es unter den Malayen Räuber, Piraten und Canni⸗ balen giebt—, aber in dieſem Augenblick fühlten wir nur, daß irgend eine Veränderung der Leiden, die wir in den Dſchungles erduldet, eine Erleichterung für uns ſein werde; und um uns dem dort drohenden Hungertode, der Vergiftung durch Schlangen, Eidechſen und Spinnen und dem Zerriſſen⸗ werden von wilden Thieren zu entziehen, würden wir uns
kühn in jedes Dorf gewagt haben, und wäre es von den ge⸗
fährlichſten Wilden auf der Erde bewohnt geweſen.
Es ſtellte ſich heraus, daß wir für die Einwohner des Dorfes der Gegenſtand einer großen Neugierde waren. Wir ſahen uns bald von Männern, Weibern und Kindern umge⸗ ben, deren freundliche Geſichter und heitre Manieren uns überzeugten, daß wir von ihnen nichts zu fürchten hatten. Wir verſuchten, ihnen durch Zeichen begreiflich zu machen, daß wir von einem Schiffe gekommen ſeien, uns in den Dſchungles verirrt hätten und beinah vor Hunger geſtorben wären. Sie ſchienen uns zu verſtehen; Einer, der ein Häuptling unter ihnen zu ſein ſchien, nahm uns mit in ſeine Wohnung und gab uns heißen Thee und Nahrung und be⸗
handelte uns mit einer wahrhaft chriſtlichen Gaſtfreundſchaft.
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