Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
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vollſten Reſultate der neueſten Forſchungen über die Elektricität und den Magnetismus verſteckt ſeien.

Schon ſeit langer Zeit beſchäftigt uns die Frage über das Alter der Menſchheit ſehr lebhaft. Nach ſicheren geſchichtlichen Documenten reicht dasſelbe viel weiter hinauf, als bisher angenommen wurde, aber dieſe Erweiterung iſt doch nur geringfügig gegen die Anſicht, daß der Menſch ſchon mit den großen aus⸗ geſtorbenen Thieren der Urwelt gleichzeitig auf der Erde gelebt habe. Die Wahrſcheinlichkeit dieſer Be⸗ hauptung nähert ſich täglich mehr der Gewißheit. Aehnlich ſind wir durch die Forſchungen der neuern

thum, ſoweit wir hiſtoriſche Kunde davon haben, eine Periode vorausgeht, in der der Menſch auf das In⸗ nigſte mit der Natur vertraut und tief in ihre Ge⸗ heimniſſe eingedrungen war.

Die Religionen des Alterthums waren nicht das Erzeugniß der menſchlichen Phantaſie, ſondern die Grundlage derſelben war eben jene untergegangene Naturweisheit. Wohl war die Phantaſie bei der Ge⸗ ſtaltung und Ausſchmückung des religiöſen Cultus

keinen Antheil. Die Mythen, die wir bei vielen, gar nicht verwandten Völkern in mannigfachen Ge⸗ ſtaltungen wiederkehren ſehen, und die Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtauſende lang für heilig gehalten wurden, waren keine Fabeln, keine Hirngeſpinnſte der menſchlichen Phantaſie, ſondern den Kern derſelben bilden natürliche Wahrheiten, deren Kenntniß aller⸗ dings im Laufe der Zeit entſtellt und verſchleiert worden iſt.

Wie das Wiſſen, zu welchem die Menſchen Jahr⸗ hunderte lang fleißig beigetragen haben, faſt ganz wieder verloren gehen kann, lehrt ja die Geſchichte deutlich genug. Hat ſich doch das Mittelalter an einer frühern, durch die Stürme der Kriege zu Grunde gegangenen Weisheit wieder aufgerichtet. Freilich von jener alten Naturweisheit waren dem Alterthume nur kleine Reſte erhalten. Je dunkler und unzugänglicher die Grundlage erſchien, worauf jene alte Naturweis⸗ heit vormals ruhte, je weniger man die Quelle der Wahrheiten aufzufinden vermochte, deſto mehr hatte man Urſache, das Wenige, was erhalten war, für heilig zu erachten und deshalb gleichſam als ein gött⸗ liches Geſchenk zu betrachten. Daher hielt man nur die Geweihten für würdig, näher mit jenen Ueber⸗ reſten der alterthümlichen Weisheit bekannt zu wer⸗

der Myſterien, an welche ſich die Volksreligion an⸗ ſchloß.

thätig, aber an der Erfindung der Religion hatte ſie magnetiſchen Entdeckungen,

Novellen⸗Zeitung.

aufgegangen, in der die Kunſt und Wiſſenſchaft ge⸗ blüht, war den alten Schriftſtellern nicht unbekannt. So ſagt z. B. Diodor von Sicilien in ſeiner Ge⸗ ſchichte ausdrücklich, daß die ſamothraciſchen Geheim⸗ niſſe, die älteſten auf uns gekommenen Mythen, von denen man ſagt, daß ſie vom Jupiter herrühren, mit dem zuſammenhängen, was früher einer zu Grunde gegangenen Vorwelt bekannt war, von der man noch zeitweiſe Ueberreſte finde, die auf eine hohe Entwick⸗ lung der Kunſt und Wiſeenſchaft hindeuten. Ja Ci⸗ cero äußert geradehin, er wolle in ſeinem Buche von der Natur der Götter die ſamothraciſchen Geheim⸗

Zeit auch zu der Erkenntniß geführt, daß dem Alter⸗ niſſe ganz unerwähnt laſſen, weil hierin, genau ge⸗

nommen, von phyſikaliſchen und nicht von göttlichen Dingen die Rede ſei.

In dieſen älteſten Mythen nun will Schweigger eine tiefe Kenntniß der Elektricitätslehre aufgefunden haben. Nach ihm haben die Alten die doppelte, po⸗ lariſche Natur der Elektricität wohl gekannt und ebenſo, daß aus der Ausgleichung dieſes Gegenſatzes das Feuer hervorgehe. Ja er zeigt ſogar, daß ſchon

in den älteſten Mythen eine Kunde von den elektro⸗ zu denen wir erſt in der neueſten Zeit gelangt ſind, enthalten ſei, und ebenſo hat er gezeigt, daß aus den alten hieroglyphiſchen Bildern, die uns erhalten ſind, neue elektro⸗magne⸗ tiſche Anſichten und Verſuche abgeleſen werden können. Wie Humphry Davy durch chemiſche Mittel die in Herculanum ausgegrabenen Handſchriften wieder lesbar machte, ſo hat Schweigger durch Anwendung anderer Mittel uns Denkſchriften aus dem Grabe einer untergegangenen Vorwelt zugänglich gemacht, ſo daß eine Hieroglyphenſprache, die Jahrtauſende lang unverſtändlich war, wieder mit Leichtigkeit gele⸗ ſen werden kann, wenn man die hierzu erforderlichen, nicht blos oberflächlichen, ſondern tieferen Kenntniſſe der Pbyſik beſitzt, um ſinnvolle Andeutungen verſtehen und würdigen zu können. So offen und klar auch das Alterthum dieſe Lehren in Schrift und Bild niedergelegt hat, ſo wurden ſie doch von Niemand wahrgenommen, da der Schlüſſel für jene Hierogly⸗ phen verloren gegangen war und erſt aus den Tiefen der Natur, zu denen die Wiſſenſchaft in der neueſten Zeit gelangte, wieder heraufgeholt werden mußte. V Allerdings iſt, wenn überhaupt, ſchwer zu ent⸗ ſcheiden, wie weit das Alterthum mit unſeren neue⸗ ſten Entdeckungen auf dem Gebiete der Elektricität

bekannt geweſen ſei. So unglaublich aber klingt die

den. Hieraus ergiebt ſich denn auch die Entſtehung Sache nicht, denn zu allen Zeiten ſind die Menſchen

durch die elektriſchen Erſcheinungen im Gewitter, die V ſogar auf die Thiere ſtarke und tiefe Eindrücke machen,

Daß dem Alterthum in der That eine Zeit vor⸗ auf das Höchſte in Erſtaunen geſetzt worden, ſo daß

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