Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
464
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464 Novellen⸗Zeitung.

charakter ſeiner Helden vertieft hat, ſind bei unſerm Publicum dern auch dämoniſch anziehend wären und wenn auf das Lo⸗ bekannt und beliebt geworden. Die längſte Hagen'ſche Er- cal und ſeine ſocialen Einflüſſe ſich der gehörige Accent vor⸗ zählung beſchäftigt ſich mit Leonardo da Vinci, und zwar ſehen fände. O. B wir ihn darin als fertigen Künſtler in ſeiner großartigen Thätigkeit vor uns. Die engliſche Romanſchriftſtellerin hat Album für Malerei und Muſik. Aus Altem es unternommen, die jugendliche Lebensepoche des berühmten und Neuem geſammelt von Alice Salzbrunn. Leipzig, Malers zu ſchildern, wobei es an einem myſtiſch idealen Lie⸗ Verlag von Moritz Schäfer. besleben nicht fehlt, welches allerdings mit ſo viel engliſchem Dieſer erſte Theil beſchäftigt ſich nur mit der Muſik Taktgefühl geſchildert iſt, daß dieſe Darſtellung auch als eine und es iſt noch ein zweiter über die Malerei zu erwarten. Jugendlectüre von dieſer Seite her keinen Anſtoß finden kann. Das Buch bildet eine zwanglos zuſammengeſtellte An⸗ In anderer Beziehung bleibt es immer mißlich, die Schilde⸗ thologie, worin ohne peinliche Auswahl von Namen und Au⸗ rung monumental klarer, großartiger Perſönlichkeiten, die der toritäten alle möglichen Stellen und Piecen in Proſa und Geſchichte angehören, auf dem Wege der Poeſie mit freien namentlich Poeſie aufgenommen ſind, inſofern ſich ihr Inhalt Erfindungen zu miſchen und der Jugend ſomit Vorſtellungen entfernt oder direct auf die Muſik bezieht. So bildet der einzuprägen, die niemals eine Realität hatten. Jedenfalls Band eigentlich, wenn man will, vorherrſchend eine Gedicht⸗ bieten die Chroniken über alte Maler den Dichtern für dieſe ſammlung mit muſikaliſcher Grundfarbe, und ſollte er je eine Erzählungsgattung viel Stoff und freien Spielraum dar, wo⸗ zweite Auflage erleben, ſo dürfte ſich zu vielfacher Erweite⸗ zu z. B. der Hauptquellenlieferer Vaſari durch ſein kritikloſes rung gute Gelegenheit darbieten. O. B. Schnurren⸗ und Anekdotenerzählen noch ganz beſonders auf⸗ fordert.. Aus dem Reiche der Lampen und der Dieſes kleine Jünglingsbild iſt übrigens mit Liebe aus⸗ Sch minke. Bühnenleid und Schauſpielerkunſt von Wil⸗ geführt und nachdem es ſchon ſeit mehreren Jahren in Eng⸗ helm Grothe. Berlin, Grothe's Verlag. land viele Leſer gefunden hat, war die Ueberſetzung kein ver⸗ Grothe's Feder geht eben nicht langſam über das Pa⸗ werflicher Gedanke. O. B. pier, obgleich wir ihn deshalb nicht mit anderen vielſchreiben⸗ den Kräften in einen ungünſtigen Vergleich ſtellen wollen. Das früher erſchienene BändchenAus dem Komödiantenle⸗ ben, welches in dieſen Blättern eine Beſprechung fand, war mehr auf das gemüthlich humoriſtiſche Element geſtellt und bot oft recht wirkſame Situationen dar. Hier iſt in acht klei⸗ nen novelliſtiſchen Bildern die Arbeit etwas légerer und un⸗ gleicher behandelt. Doch wird das Buch ſeinen Weg als Unterhaltungslectüre machen, bei der man nicht mehr gewohnt iſt, peinliche Anforderungen an Styl und Vortrag zu ſtellen. O. B.

Die Schwindler in Wien. Original⸗Roman von Theodor Scheibe. Wien, Verlag von Friedrich und Comp. 4

Die Romane über dunkle oder glänzende Verbrecherexi⸗ ſtenzen, welche in Paris durch Eugen Sue und deſſen Nach⸗ ahmer und in London durch eine Menge größerer und klei⸗ nerer Dichter behandelt wurden, haben noch immer eine ge⸗ wiſſe Anziehungskraft und übertragen ſich auch allmählich auf die volkreicher werdenden Reſidenzen. Deutſchlands.

Eine ſolche Hallunkengeſellſchaft hat der Verfaſſer hier auch in Wien geſchildert. Abgeſehen von noch vielen anderen

Inhalt:

3 4*. 3 4 Verſchollen. Novelle von Adolph Görling. Erinne⸗ für einen erträglichen Roman nothwendigen Bedingungen, rung. Literariſche Briefe von Otto Banck.

würde eine ſolche Schilderung erſt dadurch einigen Werth Feuilleton. Zur Schilderung Roms in ſeiner Blüthezeit. Aus erhalten können, wenn die Charaktere nicht blos gemein, ſon⸗ China. Miscellen. Vom deutſchen Büchermarkt.

Mit dem 1. Juli 1865 beginnt das Abonnement des III. Quartals auf

Die Lachtaube,

illuſtrirte Kinder Zeitung.

Herausgegeben von Frau Margarethe Lohmeier.

Dieſe überaus billige, mit vielen Illuſtrationen ausgeſchmückte, bis jetzt in ihrer Art wohl einzig daſtehende, nur Original⸗ Erzählungen, Märchen, Gedichte ꝛc. enthaltende Jugendſchrift erſcheint jeden Sonntag, iſt durch alle Poſtanſtalten und Buch⸗ handlungen zu beziehen, und beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich hier in Trier Sgr. Es iſt ein Wochenblatt, wie es ſich die Eltern gewiß längſt für ihre Kinder gewünſcht haben; eine Schrift, welche nur ſolches enthält, was in den Ideenkreis der Kleinen paßt und worin ſie Gelegenheit finden, ſich am Einfachen und Schönen des häuslichen und Naturlebens, in Gedichten und Darſtellungen wahrhaft zu vergnügen und zu belehren.. 4

Damit keine Unterbrechung in der Verſendung geſchieht, beliebe man ſich recht bald bei den betreffenden Poſtanſtalten und Buch⸗ handlungen, ſowie in der Expedition zu abonniren.

So weit der Vorrath reicht, können neu eintretende Abonnenten die bisher erſchienenen Nummern gegen Zahlung

des erſten und zweiten Quartalbetrages nachgeliefert erhalten.... Erpedition, Liebfrauenſtraße No. 170 in Trier.

Trier, im Juni 1865.

Redigirt unter Verantwortlichkeit von Qulo Fuednch Dürr in Leipzig. Verlag der Dürr'ſchen Buchhandlung in Leipzig. Druck von U. Edelmann in Leipzig.

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