Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
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Vierle Folge.

in Armhöhe für die Pfeifen und das Theezeug geſetzt wird. Auf dem kan läßt man hauptſächlich Beſuche von Rang Platz nehmen.

Die Betten werden mit bemerkenswerther Sorgfalt her⸗ geſtellt und die daran angebrachten Holzſchnitzereien ſind von vollkommenſter Eleganz. Das Lager iſt nur wenig gepolſtert und wird mittelſt von einem Feuer hereingeleiteter Röhren leicht erwärmt. Die Heizungsapparate können auf kein be⸗ ſonderes Lob Anſpruch machen; man ſteht in China noch beim kupfernen Braſero, Oefen ſind äußerſt ſelten und wer⸗ den mit aus Kohlen geformten Kugeln geſpeiſt, welche gleich dem Kalk zugerichtet werden und, da ſie keinen Rauch geben, das Rohr überflüſſig machen.

Die Zimmerdecken ſind gewöhnlich mit gemalten Later⸗ nen geſchmückt. In den Ecken ſtehen zahlreiche, reichverzierte, über einandergeſtellte Käſten; ſie enthalten eine Maſſe kleiner Gegenſtände, welche das Glück der Pariſer Damen ausma⸗ chen, Spielereien, welche die Chineſen außerordentlich zu lie⸗ ben ſcheinen. Von der Tracht wollen wir nicht erſt ſprechen; ſie iſt, wenigſtens was die Fußbekleidung der Damen betrifft, hinlänglich bekannt. Es mag jedoch hier bemerkt werden, daß man ſehr irren würde, wenn man glaubte, daß ſich ſämmt⸗ liche Chineſinnen dieſer Marter unterwerfen; die mandſchu⸗ riſchen Frauen und ſelbſt diejenigen, welche ſich zur kaiſer⸗ lichen Familie rechnen, erkennen dieſe barbariſche Mode nicht an, und wenn ſie kleine Füße haben, ſo verdanken ſie dieſel ben einzig und allein der Natur. Die Mehrzahl der Frauen aus dem Volk, namentlich diejenigen in den Provinzen, welche auf dem Lande arbeiten, ſchließen ſich ſelbſtverſtändlich ohne⸗ hin von dieſem Gebrauche aus.

Noch einige Worte über die chineſiſche Küche, über welche ſo viel gefabelt worden iſt. Es ſoll nicht in Abrede geſtellt werden, daß ſie demjenigen nicht behagt, der nicht an ſie ge⸗ wöhnt iſt, nichtsdeſtoweniger iſt ſie ſehr fein. Sie beſteht aus auserwählten, ſorgfältig bereiteten, vorzüglich bewun⸗ dernswerth angerichteten Schüſſeln und unterſcheidet ſich von unſerer Küche nur darin, daß ſie die Mittelmäßigkeit nicht vertragen kann. Die ungebildeten Völker tragen ganze Ham⸗ mel, wir große Stücken Fleiſch auf, ohne ſie vorher zu zer⸗ ſchneiden. Die Chineſen ſind raffinirter. Da ſie ſich ſtatt der Gabeln kleiner Stäbchen, kwai⸗tsö, bedienen, mit welchen ſie nur biſſengroße Stücke erfaſſen können, ſo tragen ſie nur ganz klein zerſchnittenes Fleiſch auf. Eben ſo verfahren ſie mit dem Obſt; die Melonen, die Birnen, die Aepfel werden in kleine Würfel zertheilt, die Orangen werden von den Ker⸗ nen befreit und, wieder mit der Schale bedeckt, in der Geſtalt eines Sternes, einer Krabbe oder eines Polypen aufgetragen.

Uebrigens iſt die Küche an ſich ſelbſt nicht nur gut, ſon⸗ dern ſie übertrifft bei weitem die europäiſche. Man hat uns ſo oft die Mittheilungen phantaſtiſcher Reiſenden aufgetiſcht, welche, nachdem ſie von chineſiſchen Poſſenreißern angeführt worden ſind, uns nun ein poſſenhaftes China ſchildern. Mag, wer da will, daran glauben, daß die chineſiſche Küche aus Hunde⸗Ragout, Eingemachtem von Kröten und Paſteten von Kellerwürmern mit Ricinusöl beſteht; es iſt dies faſt ſo, als wenn man den Chineſen erzählte, wir lebten hier zu Lande von Fröſchen und Schnecken. Der Graf d'Escayrac giebt in ſeinenMemoires sur la Chine das Menu von einem echt chineſiſchen Diner zum Beſten, welches er einigen Offi⸗ cieren gab, das von beängſtigender Länge iſt; zwölf Schüſ⸗ ſeln beim erſten Gange, acht beim zweiten, vier Braten und eine Maſſe von Nebengerichten. Die Chineſen lieben die außerordentlichſte Verſchiedenheit der Gerichte, aber die Schüſ⸗

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ſeln ſind klein. Fünf oder ſechs Freunde diniren z. B. zuſam⸗ men bei einem Reſtaurant und laſſen ſich zehn bis zwölf Schüſſeln für zwölf bis fünfzehn Franes auftragen. Dieſe Liebhaberei exiſtirt ſelbſt unter den ärmeren Claſſen; um eine ähnliche Verſchiedenheit ihrer Speiſen zu erzielen, vereinigen ſich zuweilen auch Handwerker in Geſellſchaften und verſchaf⸗ fen ſich auf gemeinſchaftliche Koſten ein vortreffliches Mahl. e. Misrellen.

Als ſich Louis van Beethoven eines Tages, wie es nicht ſelten der Fall war, in Geldverlgenheit befand, fiel ihm ſein Bruder ein, der, urſprünglich ein Apotheker, ſich als Chinin⸗ lieferant des Militärärars ein bedeutendes Vermögen er⸗ worben hatte, von aller Welt ſeidemPrinz Criſtoph ge⸗ nannt wurde und äußerſt ökonomiſch war. An dieſen ſchrieb alſo Ludwig einen kurzen, wenig freundſchaftlichen Brief, in welchem er ihn um Geld anging.Prinz Chriſtoph, der für die Größe ſeines Bruders, wie ſo viele ſeiner Zeit⸗ genoſſen, kein Verſtändniß hatte und oft ſeinen Mißmuth darüber ausſprach, daß Ludwignichts Rechtes geworden, häufte in einer langen Antwort Vorwürfe auf Vorwürfe gegen Ludwig, predigte ihm allerlei Moral und empfahl ihm, deſſen Bitte um Geld verweigernd,ſich ſelbſt durchzuhelfen. So oft nunPrinz Chriſtoph irgend wohin ſeinen Namen zu ſetzen hatte, ſchrieb er:Chriſtoph van Beethoven, Guts⸗ beſitzer. Dieſe Unterſchrift befand ſich auf der erwähnten Antwort. Ludwig, auf das Bitterſte gekränkt durch den groben Brief ſeines Bruders, ſchrieb an den unterſten Rand deſſelben Folgendes:

Herrn Chriſtoph van Beethoven, Gutsbeſitzer.

Ich brauche Dein Geld, aber auch Deine Predigten nicht.

Ludwig van Beethoven, Hirnbeſitzer.

Das WortGutsbeſitzer war einmal, das Wort Hirnbeſitzer dreimal unterſtrichen. Der Brief Chriſtoph's mit der draſtiſchen Antwort des Componiſten exiſtirt noch.

e.

Omer Paſcha, wohnte in Neapel am Nationalfeſte einer Soirée im Hotel der Präfectur bei und zeigte bei dieſer Ge⸗ legenheit auch den Anweſenden den Ehrendegen, welcher ihm von dem verſtorbenen Sultan Abdul Medſchid verehrt wor⸗ den iſt.

Dieſe Waffe wird ohngefähr auf 14 Millionen Fran⸗ ken geſchätzt. Der Griff derſelben iſt ganz mit großen Dia⸗ manten beſetzt.

Als der Adjutant des Generals, welcher den Degen vorzeigte, die Eigenſchaften der Klinge lobte, die eine der be⸗ ſten der je in Damascus gefertigten ſei, bemerkte eine Dame lächelnd, ſie ihrerſeits würde den Griff doch der Klinge vor⸗ ziehen.

Hierauf antwortete der Officier, indem er zuerſt auf die Klinge und dann auf den Griff zeigte:

Madame, mit dieſer erkauft man jenen.

Dieſes Wort ſchließt die ganze Biographie Omer Pa⸗ ſcha's in ſich ein. C.

Vom deutſchen Büchermarkt.

Villa Verocchio oder die Jugendjahre Leo⸗ nardo da Vinci's. Eine Erzählung von Diana Lou⸗ iſa Macdonald. Frankfurt a. M., Brönner's Verlag.

Die angenehmen deutſchen Künſtlernovellen von Auguſt Hagen, worin derſelbe mit ſchöner Illuſion ſich in den Zeit⸗