Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
459
Einzelbild herunterladen

zum snah⸗ , die ie aus m Na⸗

er ver⸗ ei oder ſo be⸗

u, das

lachen geben. npera⸗ n läßt er Be⸗ ngetre⸗ nuſtren ͤt ſich. ,viel⸗ macht rn be⸗ ,mit 8 Ver⸗ fallen, Blicke Frackes zuneh⸗ unzerin nd ſei⸗ öglichſt ſchuldi⸗ ztenden Frauk⸗ ſequend aft, die ſſolit in dem elauſcht iſt der die gü⸗ ligt, ſ gen Hof⸗ inendenn lebei⸗

Vierte

einem Boudoir, bei Regenwetter; der letzte Act ſoll ſchon mehr als einen leichtſinnigen Strick und mehr als einen in ſeiner Familienehre tiefgekränkten Ehe⸗ mann an einem kalten Frühlingsmorgen auf die Men⸗ ſur in das Gehölz von Vincennes oder Boulogne ge führt haben.

Es läßt ſich nicht leugnen, daß es im Pariſer Treiben ungefähr ſo, wie hier geſagt iſt, hergeht, wenn auch das Gemälde eben nicht in lichten Farben gehalten iſt. Die deutſchen Zuſtände ſind ſelbſt in der vornehmen Welt und in der, die durch wirklichen oder erlogenen Reichthum vornehm erſcheinen will, noch weit davon entfernt, denen von Paris zu gleichen. Doch eben in dem Grade, wie Paris der tonange⸗ bende Ausfluß aller Mode und alles modeangebenden Verkehrs für den ganzen Continent geworden iſt, in demſelben Grade iſt auch davon eine ſehr bedenkliche, immermehr überhandnehmende Einwirkung auf alle unſere Lebensverhältniſſe, auf alle unſere Sitten und ſocialen Umgangsformen ausgegangen. Wir treiben daher die Demuth gewiß nicht zu weit, wenn wir das Pariſer Leben als ein warnendes Spiegelbild für das unſerige betrachten und uns wenigſtens im Vorhofe des modernen Babylon erblicken. Was wir vermöge unſerer anders gearteten Nationalität nach⸗ zuahmen vermochten, haben wir mit ziemlich charak⸗ terloſer Dahingabe unſeres deutſchen Originalſinnes willig, wenn auch in kleinerem Maßſtabe, copirt. Schon unſere Sprache duldet es vermöge ihres ſchwer⸗ blütigeren Charakters nicht, in der Unterhaltung ſo formenglatt hohl zu werden, wie es die franzöſiſche

Converſation errungen hat; gewiß aber ließ es die

galante deutſche Geſellſchaft nicht an einer Ausbil⸗ dung inhaltleerer Plauderphraſen fehlen, die den franzöſiſchen gegenüber nur noch den größeren Uebel⸗ ſtand haben, daß ſie auf dem Hintergrunde des ern⸗ ſten deutſchen Sprachgenius beſtändig ihre armſelige

Lächerlichkeit verrathen und im Vergleich zu der ker⸗ nig deutſchen, ſtets auf Inhalt und Weſen eingehen⸗

den Menſchenrede ungefähr ſo wirken, als ob ein

Folge. 459 Papageiengeſchwätz von geputzten Affen zum Beſten gegeben werden könnte.

Einfachheit und geſunder Sinn kommen auch un⸗ ſerer heimathlichen modernen Geſellſchaft immer mehr abhanden und nur noch in der Provinzialſtadt oder in ausgeſucht gediegenen Cirkeln, deren Wirth mit dem Tageston im Bruche lebt, ſind ſie zu finden. Im Allgemeinen greifen prunkvolle Oſtentation und kokette Umgangsſchablone immer nachtheiliger in das öffentliche Daſein ein und ſtehen mit deſſen Annähe⸗ rung zu Nationalbewußtſein und Patriotismus in blasphemiſchem Widerſpiel.

Der Verfaſſer ſpricht mit Recht den Franzoſeu eine Eigenſchaft ab, die bei uns die Atmoſphäre des Verkehrs durchwärmt: es iſt die Gemüthlichkeit, der eigentliche Gemüthsfond könnte man mit noch mehr Recht ſagen; denn die Gemüthlichkeit iſt oft nur die behagliche und behäbige äußere Lebensform, welche für Gemüth gilt und gelten möchte, häufig aber von den allergemüthloſeſten Perſonen ausgeübt wird. Beide Erſcheinungen aber, ſowohl jener Kern als dieſe Hülle, ziehen ſich täglich mehr in den Schlupfwinkel beſcheidener Bürgerlichkeit zurück, denn ſie fühlen, daß ſie dem auf Taille geſchnürten modernen Um⸗ gangsgeiſte gegenüber die verhöhnte Rolle einer ſen⸗ timentalen Aſchenbrödel ſpielen und oft ſelbſt da nicht gern geſehen werden, wo man ſie ſtündlich im Munde führt. So recht daher der Verfaſſer in Summa bei ſeinen Klagen über das Pariſer Leben hat, ſo wahr iſt es doch auch, daß wir uns nicht rühmen dürfen, unberührt von dieſer glänzend phosphoresci⸗ renden Fäulniß geblieben zu ſein, ſondern mit ge⸗ ſunder Urtheilskraft Acht geben müſſen, nicht weiter

und weiter hineinzugerathen.

Was der Verfaſſer über Nationaldramen und Volksſtücke ſagt, enthält viel treffende Bemerkungen, und ſein Urtheil über die Herren Mocquard, Séjour, wie über die Preßzuſtände und über den neuen realiſti⸗ ſchen Roman verdient beachtet zu werden.

Feuillelon.

Zur Schilderung Roms in ſeiner Blüthezeit.

Außer den früheren ausführlichen Schilderungen, die wir mannigfach in unſern Blättern über das römiſche Leben aus der Kaiſerzeit gegeben haben, warfen wir auch nach Stahr's Ausarbeitungen einen Blick auf das Stadtbild des prachtvollen, luxuriöſen Alexandrien, und es wird dazu gewiß ein Seitenſtück über die äußere Erſcheinung und das Leben

und Treiben in der Weltſtadt Rom nach den Zeiten der Re⸗ publik allen gebildeten Leſern von Intereſſe ſein. Wir ent⸗ heben daſſelbe in gekürzter Zuſammenziehung den trefflichen Darſtellungen Ludwig Friedländer's aus der römiſchen Sit⸗ tengeſchichte:

Was hauptſächlich zuſammenwirkte, um den Eindruck der grandioſen Cäſarenſtadt zu einem überwältigenden zu

;·