Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
447
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Vierte

ſen wennſſ rum kümmerte, den Erzkanzler zu beruhigen.Se. Maje⸗ anches Taein ſtät der Kaiſer führt Sie dieſes Mal geraden Weges nach

zuſanmentc England. Nicht wahr, Sie und ich und alle Franzoſen Schalt zu mh wünſchen dies ſchon lange.Sire, halten Sie ein! Hal⸗

ten Sie ein! rief Cäſar in jammervollem Tone, als er ſah, 1

er verſtorlen⸗ wie der Kaiſer zornig noch mit der Peitſche auf die Pferde

ande geboren einhieb. Da ſtieß der Wagen an einen Stein und fiel um, hal Horal der Kaiſer ſtürzte weithin auf das Feld, die Pferde aber ſtan⸗ tte, ihn zuſei den wie eingewurzelt. Rapp ſprang hurtig aus dem Wagen,

ttel bot,de päter die

um dem Kaiſer zu Hülfe zu eilen, der erſt nach langer Ohn⸗ macht erwachte. Alle mit Ausnahme Rapp's waren ſchreck⸗ lich zugerichtet; dennoch konnte ſich Niemand des Lachens er⸗ wehren, als der Kaiſer die Peitſche Cäſar übergab und mit

ers den Gl

ͤt auffalle vollſtem Ernſte die Worte hinzufügte:Man gebe dem Cä⸗ Männem ſar, was des Cäſars iſt; genug mit ſolchen Fahrten! Ich n. Ducch nehme meine Entlaſſung!.

end von d

Stelle, ne.

an ſichſeß Vom deutſchen Büchermarkt.

ten und Un Gefallene Würfel. Novellen von Ludwig milien gab, Eckardt. Mannheim, Verlag von Schneider. 1865.

unnen und Der Verfaſſer kann durch dieſe belletriſtiſche Edition baren Solg kaum bekannter werden, als er es bereits durch andere Be⸗ reibhäuſer, ſtrebungen iſt. Er erklärt dieſe Erzählungen auch ſelbſt für zu blühn Blumen der Erinnerung, die er hauptſächlich dem zarteren ilches der Geſchlecht widmet und dem Angedenken an die Schweiz, wo

der Verbannte einſt eine Heimathsſtätte gefunden hatte, mit Bewundiuſg Wehmuth und Dankbarkeit darbringt. Es herrſcht in dieſen enehmſten Ir Darſtellungen als erfreulicher Kern ein deutſches Fühlen und Anlagen 1 Denken, und wir wollen hier aus dem erſten uns vorliegen⸗

in Stdeltt

nng ſtit ifr den Band nur die NovelleVater und Tochter hervorheben. Ines Herpse Ihr liegt als Anregung das tragiſche Ende des Grafen Maj⸗ r Bluna h lath, des ungariſchen Dichters, zu Grunde. Dieſe Schilde⸗

gauz biſe rung iſt deswegen oft ergreifend, weil ſie wahr iſt und nichts inen NMau⸗ von jener poetiſchen Verſöhnung hat, von welcher die trübe Vorts, Wirklichkeit in dieſem Jammerthal gewöhnlich nichts weiß. der Natur Eckardt hat hier manche für die Regierungszuſtände und das und der 6 geſellſchaftliche Treiben beſchämende eigene Erfahrungen be⸗ 1 doch ali nutzt, und es wird zweckmäßig ſein, wenn recht zahlreiche Per⸗ 7 ben veſt ſonenVater und Tochter leſen, da das materielle Elend, 4 beſtn beſonders in der Literatur, heutzutage gern bei Verdienſten ne w weilt und die Schickſale des unglücklichen Grafen Majlath

d fuuin nicht vereinzelt daſtehen. Es würde dabei nichts nutzen, wollte t vee man dies beſtreiten, wollte man zwiſchen Hungern und Ver⸗ N fh untt hungern, zwiſchen paſſiver Ausdauer im Elend und zwiſchen ex Tin Beendigung deſſelben durch freiwilligen Tod einen moraliſi⸗ un hamn renden Unterſchied machen. O. B. we hlꝓↄrpꝙœ* la, u 1 Briefe von Ludwig Tieck. Ausgewählt und her⸗ vor! cfh ausgegeben von Karl von Holtei. Breslau, Verlag von en er Cduard Trewendt. konnte 1 Es iſt ein ſehr umfangreiches vierbändiges Werk und ung in. 1 Karl von Holtei hat ſich mit großer Ausdauer der Mühe un⸗ in ſtin ul terzogen, die ihm aus der Tieck'ſchen Erbſchaft vorliegenden Die 19 1 Materialien zu ſichten und zuſammenzuſtellen. Wir finden xfuſcte die meiſten der einzelnen Briefſchreiber durch ein paar Zeilen

Holtei's biographiſch charakteriſirt, und wenn auch hierbei

bn manche kleine Irrthümer mit einfließen, ſo iſt doch zu beden⸗ inſe ken, wie difficil dieſe Aufgabe war. Allerdings finden ſich dwieri unter dieſer großer Anzahl von Briefſchreibern nicht wenige w(ſehr unbedeutende Namen, nach deren Ergüſſen keinen Leſer

4 ae kann; außerdem herrſcht ein wunderbarer Ton per⸗

1 ſö rr Räucherung und Verehrung in dieſen brieflichen An⸗

Folge.

ſprachen, und man muß ſich über den Cultus, der ſich um die⸗ ſen Dichter verbreitet hat, nachträglich wundern; er gewährt ein ganz anderes Bild von deſſen Poetenkraft und culturge⸗ ſchichtlicher Bedeutung, als es dereinſt die Literarhiſtoxie geben wird und zum Theil ſchon gegeben hat.

Dennoch muß dieſe Edition eine dankenswerthe Berei⸗ cherung unſerer modernen Bibliothek genannt werden, denn wir finden darin außerordentlich intereſſante Perſönlichkeiten vertreten und rechnen zu ihnen beſonders die Gebrüder Schle⸗ gel, Novalis, Immermann, Otfried Müller, Gries, Grabbe, Alexander von Humboldt, Raumer, Hormayr, Rumohr, Jo⸗ hannes Schopenhauer, die Rahel und Andere. Bei Goethe's Altwerden und hauptſächlich nach deſſen Tode concentrirten ſich diejenigen Kreiſe, denen Verehrung eines Genies Natur⸗ bedürfniß iſt, immer emphatiſcher um Tieck. Wir finden hier Aeußerungen, die über alle denkbaren Grenzen des Enthuſi⸗ asmus kühn hinausſchweifen, ſowie denn auch Tieck ſchon in ſeiner Jugendzeit Freundſchaftsſympathien erweckt hat, die in dem brieflichen Ausdruck an ihn gerichteter Schreiben alles weit hinter ſich zurücklaſſen, was ein liebeſchmachtender Jüngling einer göttlich verehrten Jungfrau im Feuer ſchöner Unvernunft zuzurufen vermag. Zur Motivirung dieſes Phä⸗ nomens mag erwähnt ſein, daß die damalige Zeitepoche über⸗ haupt im Tempel der Freundſchaft opferte und darin wir erinnern an Jean Paul's Briefwechſel Libationen dar⸗ brachte, die damals ebenſo herzlich gemeint waren, als ſie uns jetzt phraſenhaft und wahnſinnig vorkommen. Nur eins iſt merkwürdig und ich erinnere an eine Beobachtung, die ich ſchon einmal bei Gelegenheit Jean Paul's ausgeſprochen: wir finden dieſen excentriſchen Freundſchaftscultus, dieſes Schönthun und Schönthunlaſſen mit der Perſon des lieben Ich, weſentlich bei denjenigen Poeten, die Romantiker ſind oder der Romantik nahe ſtehen. Männer von anderer objec⸗ tiver Richtung, wie Leſſing, Goethe, Schiller, Herder, haben ſich davon frei erhalten. Ihr Individuum zieht ſich hinter das Intereſſe der Sachen zurück. Dagegen finden wir in ihren Briefen zahlreich vertreten, was wir in denen Jener faſt immer vergeblich ſuchen: ein inſtructives Urtheil über Leben und Wirken der Zeitgenoſſen, eine Erörterung allge⸗ mein intereſſanter Fragen der Wiſſenſchaft und Kunſt, eine umſichtige Berührung deſſen, was ſich auf dem Forum des Tages ereignete. Strenger in der Selbſterkenntniß, waren dieſe Geiſter auch klarer in der Analyſe ihrer Mitmenſchen und trugen ſomit bei jeder ihrer Unterhaltungen bewußt und unbewußt Bauſteine für die ſpätere Literatur⸗ und Culturge⸗ ſchichte zuſammen. Ihre Aeußerungen verhalten ſich in der Regel zu denen der Romantikeyn wie eine verſtändige Rede, wobei wir den Sprechern in das ausdrucksvolle Geſicht ſchauen, zu einem tönenden Glockengeläut in Windhauch und Abendröthe; man hört die lieblichen Klänge, doch man ſieht weder die verlorene Kirche noch die weidende Heerde, von wannen ſie kommen.

Ein Namensverzeichniß über die einzelnen Briefſteller erleichtert das Zurechtfinden in dem umfangreichen Werke, welches ſich durch eine außerordentlich praktiſche Ausſtattung auszeichnet. O. B.

Die Bernſteinfiſcher. Erzählung aus dem Volksleben am

. Die ernſteinfiſcher. Erzählung b6

Inhalt: Strande von Friedrich Dentler.(Schluß.) Literari⸗ ſche Briefe von Otto Banck.

Feuilleton. Noch einmal Pompeji. Sir Joſeph Paxton.

Ueber Polygamie und Monogamie. Die Hippophagen. Italiens

Mänche. Miscellen. Vom deutſchen Büchermarkt.