Novellen⸗
einander. Auch bei der letztern erkennt man ſehr deutlich Gewebe und Maſchen der Kleider, die Aermel reichten bis zu den Handknöcheln; da, wo ein Riß in denſelben war, lag das Fleiſch bloß; man erkennt auch die Stickerei an den kleinen Schuhen. Das Mädchen hatte, um das Einathmen des Aſchenregens zu vermeiden, das Kleid über den Kopf genom⸗ men, war mit dem Geſicht auf die Erde gefallen, konnte nicht wieder aufſtehen und ſtützte dann den Kopf auf einen ihrer Arme. Die eine Hand iſt geöffnet.
Auf alles das ſcheint nun die warme italieniſche Sonne. Die Leiden und Qualen der alten Pompejaner ſind vergeſſen. Aber von den vielen Tauſenden, welche alljährlich aus allen Theilen der Welt dieſe wieder an's Tageslicht geförderte Stadt beſuchen, iſt Keiner, der nicht von menſchlicher Rüh⸗ rung über das ungeheure Mißgeſchick einer ſolchen Kata⸗ ſtrophe tief ergriffen würde. Ja, die Sonne ſcheint, aber der Veſuv donnert und dröhnt und ſendet auch heute drohende Qualmwolken zum blauen Himmel hinauf, und glühende Lavaſtröme dringen noch jetzt bis in's Meer hinein.
Nach Verlauf einiger Zeit kamen manche Einwohner nach der Stelle, wo einſt ihre Heimath geweſen; ſie gruben in die Aſche hinein, um von ihrer zurückgelaſſenen Habe ſo viel als immer möglich zu retten, auch Diebe fanden ſich in Menge ein. Wir wiſſen, daß Kaiſer Titus den Plan hegte, allen Schutt entfernen und die Stadt in neuem Glanz er⸗ ſtehen zu laſſen; auch ſchickte er zwei römiſche Senatoren an Ort und Stelle zum Zweck umfaſſender Vorunterſuchungen. Es ſcheint aber, daß Arbeit und Koſten zu ſchwierig und zu hoch befunden wurden, denn der Plan wurde nicht ausge⸗ führt. Die Imperatoren waren ohnehin von wichtigen Din⸗ gen vollauf in Anſpruch genommen und dachten ferner nicht an die verſchüttete Landſtadt. Dieſe verſchwand allmählich unter Wein⸗ und Obſtgärten und unter dichtem Geſtrüpp.
Ein Jahrhundert nach dem andern rollte in den Schooß der Zeiten; Pompeji wurde vergeſſen und war ver⸗
Zeitung.
und ſie würde vielleicht gern dankbar gegen ſie ſein, wenn wüßte, wie ſie es anzufangen habe. Wie manches Tala geht verloren, weil es nicht mit Männern zuſammentu welche den Diamant unter der unſcheinbaren Schale zu eit decken, verſtanden!
Paxton's großes Glück war es, daß der verſtorbeng Herzog von Devonſhire dem in niedrigem Stande gebornt und noch jungen Mann, der im Dienſte der Royal Horticll tural Society ſtand, ſeine Aufmerkſamkeit ſchenkte, ihn zu ſi nem Gärtner ernannte und ihm dadurch die Mittel bot, dun eigne Anſtrengung der Mann zu werden, der ſpäter die Ih wunderung von ganz Europa auf ſich zog. ¹
Daß die einſichtsvolle Wahl eines Gärtners den Glu des Hauſes Cavendiſh ſehr erhöhte, iſt ein recht auffallendet Beiſpiel, wie viele Gelegenheiten hochſtehenden Männern boten ſind, den Ruf ihres Hauſes zu vermehren. Durch u Geſchicklichkeit Paxton's wurde die wilde Gegend von Der byſhire, wo Chatsworth liegt, die wundervolle Stelle, welt Beſucher aus der Nähe und aus weiter Ferne an ſich zog un das Beiſpiel zur fürſtlichen Entwicklung der Gärten und Uns bungen der Landſitze der großen engliſchen Familien gab.
Die in Chatsworth angelegten Springbrunnen und i lieniſchen Terraſſen, ſeine mit einer wunderbaren Sorgf angelegten reichen Baumpflanzungen, ſeine Treibhäuſer, die Victoria Regia in Europa zum erſtenmal zu blühen zwungen war, und das große Gewächshaus, welches der W käufer des Kryſtallpalaſtes in Hyde Park und in Sydenhi war— ſind nun Gegenſtände der allgemeinen Bewunderu geworden. Aber während Chatsworth. die vornehmſten Prf ſonen zum Beſuch herbeilockte, ſtanden die Anlagen derit der Nähe wohnenden dichten Arbeiterbevölkerung ſtets offn und Paxton war auf den Charakterzug„meines Herzoge wie er ihn nannte, ſeine eigne Leidenſchaft für Blumen ii den Geringſten ſeiner Landsleute zu theilen, ganz beſondeſ ſtolz. Paxton erwarb ſich zuerſt als Gärtner einen Naum er war aber ein Gärtner im weiten Sinne des Worts, it
loren. Dann und wann forſchte ein Gelehrter nach, aber nicht einmal der alte Platz konnte genau angegeben werden. Im Jahre 1748 trafen Weingärtner, welche den Boden tief aufwühlten, Spuren alter Gebäude und brachten einige Statuen an's Licht. Damals, während der Regierung Kö⸗ nig Karl's III., war in Folge der Wiederentdeckung von Herculanum die Aufmerkſamkeit der Gelehrten geſpannt, und ein Ingenieuroberſt, Rocco Alcubierre, bat um Erlaub⸗ niß, in Pompeji nachzugraben. Der König ſtellte ihm 12 Sträflinge zur Verfügung, und mit dieſen begann er die Arbeit; aber volle acht Jahre verfloſſen, bevor man wußte, daß man auf Pompeji's Boden thätig war; man hatte Sta⸗ biä vermuthet! 6.
Sir Joſeph Parton.
Am 8. Juni verlor England in Sir Joſeph Paxton, dem Erbauer des Kryſtallpalaſtes für die erſte große interna⸗ tionale Ausſtellung im Jahr 1851, ſeinen genialſten Architek⸗ ten, deſſen im Alter von nur 62 Jahr erfolgter Tod nicht nur in England, ſondern in viel weitern Kreiſen tief beklagt werden wird. Er erhob ſich von der Stellung eines Gärt⸗ nergehülfen zum größten Gärtner ſeiner Zeit, wurde der Gründer eines neuen Styls in der Architectur und widmete das ihm verliehene große Talent Gegenſtänden, die im höch⸗ ſten und edelſten Sinne populär ſind. Er gehört zu jenen self made men, deren England in der neuern Zeit weit mehr als in irgend einer frühern Zeit erzeugt hat. Der Geſell⸗ ſchaft erwachſen aus ihren Leiſtungen ſehr große Vortheile
durch eine Art von Inſtinct das Schöne in der Natur 1 Verſchönerung der Landſchaft zu Gebote ſtand, und der, af je wiſſenſchaftliche Studien gemacht zu haben, doch alle G ſetze des Pflanzenlebens kannte und ſie zu benutzen verſtad (Er hatte viele Freunde, aber ſie gehörten zu keiner beſtimuſt Claſſe, zu keiner Partei, zu keiner Clique; in ſeinen Ber hungen zu andern Menſchen zeigte ſich nichts Engherſit oder Beſchränktes. Freundſchaft war für ihn eine Pflaßs die er gern cultivirte, wo ſie wachſen wollte— unter d' vornehm Gebornen, wenn ſie ihn ſuchten; unter Litern und Künſtlern, zu denen er in ſehr engen, ihm theuern de ziehungen ſtand; unter den großen Induſtriellen, die ihnß ſchätzen verſtanden und ſtolz auf ihn waren; vor Allem 98 unter jüngern Leuten, als er ſelbſt war, denen er auf ihtn⸗ Lebenspfade beiſtehen oder die er ermuthigen konnte. Als der Plan der erſten großen Ausſtellung in Ern 38 lung eines paſſenden Gebäudes bedroht zu ſein ſchien, ſchit Paxton ein, um die Schwierigkeit zu löſen. Die Archittte und Ingenieure hatten die Angelegenheit verpfuſcht, und großes nationales Fiasco, die größte Demüthigung, uf einem praktiſchen Volke widerfahren kann, ſchien droßß
In dieſem Augenblick kam Paxton mit ſeinem einfachen, d höchſt zweckmäßigen Entwurf, und jede Schwierigkeit t ſchwand. Der geniale Gärtuer war in dem, was er
ſo vielen ausgezeichneten Männern unterſtützt, daß jede poſition ſchwieg. Der feenartige Bau wurde errichtet
ſchlug, ſo deutlich und ſo leicht zu begreifen und wurden f
rum kümn ſtät der England wünſchen ten Sie wie der dinhieb. der Kaiſ den wie um dem macht e ich zu wehren vollſten ſar, we nehme
G Eckard
D kaum b ſtrebun Blumen Geſchle der Ver Wehm Darſte Denker den B Ihr lie lath, d rung i von je Wirklie Eckardt geſellſ nutzt, ſonen beſond weilt! nicht v man d hunger Beend renden


