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Vierte Folge.
liche Bäder da, wo der Arme zu jeder Jahreszeit, wie in den Thermen des alten Rom, unentgeltlich ſeine Geſundheit pflegen und ſeine Körper⸗ und ſo⸗ mit Geiſteskraft fröhlich aufrichten kann, ohne, wie jetzt, von der ſchweren Arbeit nicht blos die Anſtren⸗ gung, ſondern auch den Kohlenſtaub, den Schmutz, den Schweiß als giftiges Merkzeichen der Dürftigkeit tagelang mit ſich herumtragen zu müſſen?
Nur der vornehme Indifferentismus weiß auf ſolche Fragen, deren Reihe ſich begründet erweitern ließe, ſtets eine brutale Antwort zu geben; ein ge⸗ rechter Sinn empfindet klar genug, was uns noch fehlt.
Wer die Culturgeſchichte des alten Rom mit einem Blick auf das öffentliche Wohl verfolgt, wird nicht immer ſich unſerer modernen Fortſchritte ſtolz erfreuen können. Nach vielen Seiten hin treten ihm aber doch ſo außerordentlich dunkle Schatten der an⸗ tiken Epoche entgegen, daß eine Lichtung derſelben zum Beſſern, menſchlich Vollkommeneren in der neue⸗ ren Weltanſchauung unverkennbar bleibt; ſie bezeugen das ſtetige, wenn auch langſame Aufwärtsklimmen der Menſchheit.
Ich habe ſchon bei Gelegenheit des Göll'ſchen Werkes über Hellas und Rom auf die Verdienſte
derartiger Culturforſchungen hingewieſen, da dem
ggroßen Publicum hierdurch ein Vergleich zwiſchen
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lebendigen Ganzen entwickelnd, compenſirt.
neuer und alter Zeit ermöglicht und die ſonſt ſo ſchwierige Erkenntniß der letzteren vermittelt wird. Dasſelbe Lob, was über Göll's Beſtrebungen ausge⸗
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ſprochen wurde, dürfen auch die Friedländer's voll für ſich in Anſpruch nehmen.
Dieſer Autor verfuhr in ſeinen Darſtellungen noch ſpecieller und konnte dies auch, da er ſich einzig und allein auf Fragmente aus der Sittengeſchichte Roms und zwar in der Zeit von Auguſtus bis zum Ausgang der Antonine einließ. Er iſt dabei popu⸗ lär, gefällig im Vortrag und zugleich durchaus wiſ⸗ ſenſchaftlich, indem er durch eine genaue Quellencita⸗ tion die einzelnen Ausſprüche belegt und dem Leſer die hier einſchlagenden Materialien angegeben ſind. Wegen Mangel an umfaſſenden Ueberlieferungen konnte weder Vollſtändigkeit, noch ſyſtematiſche Ordnung er⸗ ſtrebt werden. Doch die außerordentliche literariſche Geſchicklichkeit des Autors hat es ihm möglich ge⸗ macht, verwandte Gegenſtände ſo viel als thunlich am geeigneten Platze einzuſchieben und ſo das ſchöne, lebendige Bild, welches er giebt, gewiſſermaßen mit organiſchen Gliedern auszuſtatten. So beſchäftigt ſich denn dieſe unendlich liebevolle Arbeit mit einer viel⸗ ſeitigen Beſchreibung der Stadt Rom, des kaiſerlichen Hofes und all' ſeiner ſpeciellen Beziehungen und Ein⸗ flüſſe auf Stadt- und Staatsleben; ferner erhalten wir eine Unterſuchung über die Ständeunterſchiede, über den geſelligen Verkehr und über die Stellung, welche die Frauen einnahmen. Im zweiten Band werden die ſocialen Studien durch Reiſeſchilderungen, ſowie geographiſche und hiſtoriſche Blicke erweitert. Eine ſehr ausführliche Darſtellung voll Lebendigkeit und wiſſenſchaftlicher Umſicht iſt endlich den öffent⸗ lichen Spielen der römiſchen Welt gewidmet.
Feui.
2
(leton.
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Noch einmal Pompeji.
Angeſichts des großen Intereſſes, welches in Italien für archäologiſche Ausgrabungen wieder erwacht iſt und von ganz Europa getheilt wird, haben wir ſchon vor Kurzem Kirchmann's Schilderung von der pompejaniſchen Ausgrabe⸗ ſtätte einen Hinblick gewidmet. Das dem Bilde Fehlende wird durch das Nachfolgende, ſich größtentheils zu einem Wir folgen in den Einzelnheiten den Darſtellungen Overbeck's und Löher's in gekürzter Form nach der Chronik der Reiſen.
Die Straßen von Pompeji haben keinen ſchönen oder mannigfaltigen Anblick dargeboten und keine iſt über 23 Fuß breit. Die Vorderſeite hat faſt nur glatte Wände, eine nur
wenig verzierte Eingangsthür und kleine Fenſter im obern,
ausnahmsweiſe wohl auch im untern Geſchoſſe. Das antike Haus war ein Innenbau und hing mit dem Straßenverkehr weſentlich nur durch die Eingangsthür zuſammen. Enge Gaſſen hielt man, des Schattens wegen, für geſunder als
breite. Der Fahrweg, agger, war ſchmal, denn viel Fuhr⸗ werk gebrauchte man nicht; an der Seite liefen margines, Gehwege, Fußwege, die man jetzt auch in Deutſchland albern genug Trottoirs(alſo Trottwege) nennt. Der Fahrweg iſt mit Lavablöcken ſorgfältig gepflaſtert, auch haben ſie für die querübergehenden Fußgänger Trittſteine. Die Gehwege mußten von den Hausbeſitzern angelegt und unterhalten wer⸗ den; je nach dem Wohlſtande derſelben ſind ſie gewürfelt, oder von geſtampfter Erde oder aus einer rohen Steinmoſaik, dem ſogenannten opus signinum. An den hohen Seiten⸗ ſteinen ſind oft Löcher angebracht, damit die Landleute, welche zur Stadt kamen, dort ihre Kühe und Eſel anbinden konnten.
V An den Gehwegen liefen auch Abzugsrinnen, welche das Re⸗
genwaſſer in einen unterirdiſchen Canal ableiteten; dieſer ging bis vor die Stadt hinaus.
Leben erhielten die Häuſerfronten durch die zahlreichen
Läden, welche das Erdgeſchoß einnahmen. Sie waren weit geöffnet zu Kauf und Verkauf, unterbrachen die Einförmigkeit


