bt
willt
cht!“ ſelbſt V
Zu⸗ Dein
man
mich wenn
ſage gen:
koth,
n zu ) zu
ich inder frau⸗ ggen.
gran
gen, erche rten um⸗ der des nuck, t ſo ſirte
die dig
teer,
—
. wegen politiſcher Anſichten verurtheilt!
8 Vierte
wie herrlich liegt es ausgebreitet! Keine Briſe kräu⸗ ſelt das ſpiegelglatte Waſſer, höchſtens nur bilden ſich ringförmige Wellen, wenn ein Fiſch auf die Ober⸗ fläche ſchaut, der gleich darauf in den Grund ſchießt.
Das nördlich im Dorfe liegende Haus, welches ein kleiner umzäunter Garten umrandet und vor dem die beiden verkrüppelten Kirſchbäume ſtehen, blieb unverändert. Die früher in der Wohnſtube herr⸗ ſchende Unordnung iſt verſchwunden; aus dem ganzen Arrangement, der Reinlichkeit und Ordnung ſchließt der ſtille Beobachter auf eine ſchaffende Frauenhand, deren Walten ſich auf jedem Plätzchen geltend macht. In einem Großvaterſtuhle ſitzt ein alter Mann. Seine Züge ſind uns aus früherer Zeit bekannt. Das Haar iſt ganz ergraut, die Schläfe eingefallen, der Körper gebückt, auch zogen die Jahre ſo manche Furche über das alternde Geſicht, deſſen treues, dunkles Auge nicht ſo hell aufleuchtet wie ehedem.
Neben ihm hat ein ſchlankes, blondes Mädchen Platz genommen. Auch aus ihrem Antlitz ſind die Roſen gewichen, um die Lilien aufblühen zu laſſen, die aber doch noch recht üppig und duftend prangen, ſo daß es faſt ſcheint, als habe der Gram ſie ſchöner gemacht. Neben ihr ſteht ein Spinnrad, das emſig ſchnurrt, wenn ſich der Faden um die Spule legt. Stille iſt's im Zimmer, nur ein Zeiſig am Fenſter im Vogelbauer pipt. Auch er freut ſich über den hellen Sonnenſchein, der in die Stube und über den neu aufſproſſenden Frühling draußen in der freien Gottesnatur leuchtet.
Die Freiheit iſt doch ein köſtliches Gut! Wer in dieſer Zeit im Kerker ſchmachtet, ach! der muß ein großes Verbrechen, einen Diebſtahl oder einen Mord begangen haben. Wer aber unſchuldig verurtheilt iſt— wie der?—
„ Wie viele Juſtizmorde weiſt die Weltgeſchichte nach und wie viele Menſchen wurden unſchuldig, oft Erſt nach dem Tode derſelben kam das Rechte heraus— da war's aber zu ſpät, wenn auch wenigſtens der ehr⸗ liche Name gerettet wurde!
Es iſt noch eine bittere Zeit, in der wir leben müſſen. Wann kommt's anders? Wenn die Bildung ein Gemeingut aller Menſchen geworden! Bildung macht frei und ſelbſtſtändig— auch unabhängig!
Sie hatten den Knels bei Nacht und Nebel in's Gefängniß nach Danzig gebracht, und ihn dann zeit⸗ lebens zum Zuchthaus verurtheilt. Vor der ganzen Dorfeinwohnerſchaft ſprach er die Drohung aus—
und den Mord ſollte er nicht vollführt haben?
„Das glaubt Keiner,“ ſagte die alte Frau Tens. Moth blieb gefaßt, als ſie das Urtheil hörte.
Folge. 437
Sie war ja die Einzige, die laut und offen aus⸗ ſprach:„Cornelius iſt unſchuldig!“
Der alte Krüger Gringelmann, alias Lieper, be⸗ kam nach allen Vorfällen keine frohe Laune mehr. Zwar machte er ſeiner Tochter keine Vorwürfe, aber in ſeinem Herzen blieb doch ein Haken. Von Monat zu Monat ſiechte er hin, und nach einem Jahre trug man ihn hinaus auf den Kirchhof. Moth, ſeine Er⸗ bin, verkaufte ihres Vaters Beſitz— den Krug— und zog zum alten Duhnke, der gewiß recht ſehr ihres Troſtes und ihrer Pflege bedurfte, denn Knels' Verurtheilung brach faſt ſein Herz.
Die arme, unglückliche Moth wurde anfangs verdammt und verſpottet; da ſie aber Alles über ſich ergehen ließ und ſich von der Welt zurückzog, be⸗ dauerte man ſie ſchließlich, ja man bewunderte ihren Edelmuth und ihre Herzensgüte.
So verfloſſen mehrere Jahre.—
„Alſo Knels hat geſchrieben?“ begann Erdmuthe.
„Einen langen Brief— lies ihn ſelber, Kind,“ erwiderte der alte Duhnke. Dabei reichte er ihr ein Schreiben mit den Worten:„Es iſt eine große Ver⸗ günſtigung.“
Sie nahm und las. fiel auf das Papier. „Er iſt zufrieden!“
„Wie er's ſein kann,“ erwiderte der Greis.
„Auch mir beſtellte er einen Gruß.“
„Ja“
„Hoffentlich glaubt er jetzt an meine Liebe und Treue!“
„Er iſt davon überzeugt, wie auch ich. Arme Moth!“
„Bin ich arm?“
„O ſehr!“
„Reich macht mich Deine und ſeine Liebe.“
„Theures Kind, mich rührt Deine Herzensgüte.“
„Ich erfülle meine Pflicht.“
„Sage mir, was feſſelt Dich an einen Greis, deſſen Tage gezählt ſind, und an einen Züchtling, der nie ſeine Freiheit erlangen wird?“
„Ein unſichtbares, heiliges Band!“
„Gott hat mir einen Engel in's Haus geſendet, deſſen Hand mich erhält. Ohne ihn wäre ich längſt zu Grunde gegangen.“
„Ich bleibe bei Dir, ſo lange Du lebſt.“
„Und dann?“
„Soll's mein Beſtreben ſein, Knels' Gefangen⸗ ſchaft zu erleichtern.“
„Ach, käme doch ſeine Unſchuld an den Tag, da⸗ mit ich Euch als meine Kinder vereinigt ſähe, ehe ich ſterbe!“
Eine brennende Thräne Nach langer Zeit ſagte ſie:


