Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
436
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4³⁶ Novellen⸗Zeitung.

Heute muß er noch kommen heute muß erKann ein Weib zwei Männer lieben? Du haſt noch kommen; der Jäger iſt zur Ruhe gegangen icht mein Herz verſtanden!

zur ewigen Ruhe! Dank dem Geliebten erScheiden wir alſo in Frieden, Moth, und willſt hat mich gerächt, blutiger als er ſollte. Jetzt hält Du, nicht in Feindſchaft und Groll.

uns keine Erdenmacht zurück keine keineO Knels o Knels verkenne mich nicht! keine! Schon wartet der Pfarrer am Altare ge⸗Ziehe Du Deinen Weg, den Du Dir ſelbſt ſchmückt ſtehe ich vor ihm ein Myrthenkranz um⸗ gewählt. ſchlingt meine Scheitel die Kerzen brennen. WieIch klammere mich feſt an Dich!.

die Menge gafft! Da geht ſie, ruft Alles, ſie, dieIch gehe einer dunklen, verhängnißvollen Zu⸗ die Treue gebrochen, er ein Mörder! O ihr Men⸗ kunft entgegen.

ſchen, ihr gleißneriſchen Menſchen, die ihr ſtets nachNie nie trenne ich mich von Dir Dein dem Scheine urtheilt, ſchlagt an eure eigene Bruſt bin ich auf ewig!

und werfet nicht einen Stein auf eine Unſchuldige!Ich habe Lebrecht öͤffentlich gedroht man Da kommt Knels. Seine Hände triefen von Blut, hält mich für ſeinen Mörder.

ſein Blick iſt verſtört. Mir graut's vor ihm mirDu biſt's auch?

graut's!Nein, nein ich bin's nicht!

Kaum hatte die Unglückliche dieſe Worte vorDann wird noch Alles gut. ſich hin gemurmelt, als die Zweige am Wege kniſter⸗Nimmermehr! In kürzeſter Zeit wird man mich ten, und eine hohe Männergeſtalt ſichtbar wurde. ins Gefängniß werfen, unſchuldig verurtheilen, wenn

Biſt Du es, Geliebter? ruft Erdmuthe. nicht Gott mich rettet!

Ueber des Mannes blaſſes Geſicht, das derSchütte mir Dein Herz aus, Knels o ſage Mond beleuchtet, gleitet ein ſchmerzvoller Zug. mir Niemand hört uns und ich kann ſchweigen:

Ich bin's, murmelt die Geſtalt,was willſt Biſt Du Lebrecht's Mörder?

Du von mir?Ich ſchwöre zu Gott dem Allmächtigen, Moth,

O heißgeliebter, theurer Cornelius! ruft Moth ich bin unſchuldig! und erhebt ſich.So wird eine ſorgſame Hand Deine Leiden zu

Zurück, ſchreit er,zurück, wie haben nichts mildern ſuchen. Verläßt Dich Alles, halte ich zu mehr gemein! Dir, und daran magſt Du erkennen, daß auch ich

Stoße nicht eine Unſchuldige von Dir, deren V ſchuldlos geblieben. größtes Verbrechen es war, Dich unausſprechlich zuLeb' wohl, Moth, ſagte Knels mit bebender lieben! Stimme.

Du liebteſt mich jemals?Leb' wohl, Knels, erwiderte die Jungfrau,

Wie mein Leben! dann verließ ſie Knels.

Schlimmer Troſt für mich! Was nützt mir eine Die Jungfrau aber ſaß bis zum hellen Morgen. Liebe, die mich zum Deckmantel einer geheimen Schuld Niemand hatte ſie vermißt. gemacht?Ich werde ihn retten, ſprach ſie,und daran

Auch Du glaubſt es von mir auch Du? mag er ſehen, daß auch ich unſchuldig bin!

Hat's der Lebrecht nicht öffentlich ausgeſprochen?

Bei dem heiligſten der Schwüre, bei dem Grabe meiner Mutter, die ich über Alles geliebt, ſage ich Dir, daß nicht das Allergeringſte wahr iſt.

Schaffe mir Beweiſe!

Beweiſe? Der Mund, der es ausgeſprochen, iſt verſtummt, bald deckt ſeinen Leichnam die kühle Erde. Wo ſoll ich ſie Dir ſchaffen, wenn meine Verſicherung nicht genügt?

Moth, auf dieſem Plätzchen vergönnte ich Dir einen Blick in mein Herz, in meine Seele, welche vor Dir lag wie ein heiliges Buch. Warum verſchloſ⸗ ſeſt Du mir aber Dein Geheimniß, die Liebe zu Leb⸗ recht? nimmer hätte Alles dann ſo ſchlimm ge⸗ endet!

Im Monat Mai, wenn die Knospen ſpringen, wird's lebendig im Walde. Dann ſchmettert die Lerche ihren Geſang hoch in den Azur und die befiederten Sänger bauen im Buſchwerk und auf den Baum⸗ wipfeln ihr luftiges Neſt. Dann keimt auch in der Natur ein neues Leben auf; die Durchſichtigkeit des Waldes füllt ſich mit Blätterwerk und Blüthenſchmuck, und ſelbſt auf dem nackten Dünenſande ſprießt ſo manches unſcheinbare und doch ſo ſchön organiſirte Pflänzchen zum Daſein empor.

Es iſt ja immer die Hand des Höchſten, die neues Leben hineinhaucht in die das Herz freudig ſtimmende Jahreszeit.

Und das Meer, das endloſe, geheimnißvolle Meer,

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