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Vierte Folge.
„Der Jagdhund? Natürlich— damit er nichts ausbringt.“
„Aber wie kann das ein Hund?“
„Durch ſein Bellen, ſeinen Geruch; o, ſo ein Hund hat eine feine Naſe— beſſer wie unſer Schulz im Dorfe!“—
Knels kam Abends ſpät von der See zurück. Verſchiedene Leute hatten ihn durch die Haide kom⸗ men ſehen. Sie flohen, ſie verbargen ſich und mein⸗ ten,„er ſehe wie ein Mörder aus!“
Sein Vater empfing ihn ſehr betrübt und mit großer Beſorgniß, denn auch ihm waren verſchiedene Gerüchte zu Ohren gekommen.
Knels entkleidete ſich ſeines Lederanzuges und legte ſtillſchweigend den Käſcher voll Bernſtein auf den Tiſch. Seines Vaters Augen leuchteten, als er die Menge ſah.
„Wo haſt Du's her, Bube?“ fragte er.
„Mit Lebensgefahr hab' ich es aus der See ge⸗ ſchöpft,“ lautete Knels' Antwort.
Ddeer Alte ſetzte ſich zum Nachtkoſtmahle*) nieder, Knels behielt ſeinen Platz auf der Ofenbank.
„Knels, genieße etwas.“
„Ich danke, Vater.“
Eine Stunde verging. Länger vermochte der Alte nicht zu ſchweigen. Er begann:
„Knels, haſt ſchon gehört? Der Ambulant iſt erſchlagen in der Haide gefunden!“
„Was,“ ſchrie Knels,„erſchlagen?“
„Ja, wer mag ſein Mörder ſein?“
Cornelius ſprang auf, um mit ſchnellen Schrit⸗ ten durch das Zimmer zu eilen, dann rief er:„Ich
weiß nicht, Vater. Gottes Gericht ereilte ihn.“
„Höre mich an und brauſe nicht auf. Die Leute ſagen: Du biſt's!“
Cornelius entfärbte ſich.
„Ja, mein Sohn,“ fuhr der alte Duhnke fort, „auf Dir ruht ein ſchwerer Verdacht. Nachts beim Balle ſollſt Du im Kruge eine fürchterliche Drohung gegen Lebrecht ausgeſtoßen haben.“
„Das habe ich— das habe ich— gut, daß ich ihn nicht allein in der Haide getroffen!“
„Knels!“ 3
„Vater!“
„Sind das die Grundſätze, mit denen ich Dich groß gezogen? Hat Dich das Deine ſelige Mutter gelehrt? Deinem Feinde ſollſt Du vergeben!“
„Vater, beurtheile mich nicht falſch— ich bin
zwar ein heftiger, aufbrauſender Menſch, aber nicht
zu einem Morde fähig. Was ich im Kruge ausſprach,
bereuete ich gleich darauf. So wahr mir Gott helfe
*) Ausdruck für Abendbrod. ne uang.
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durch Jeſum Chriſtum, unſer Heiland!“—
ich bin unſchuldig, wie er,
Im Tannengrün bei Mitternacht flüſtert es ſo geheimnißvoll. Was da die Zweige ſich ſagen und verkünden, Gott weiß! Kein menſchlich Ohr ver⸗ nahm's bis auf dieſe Stunde.
Unter den rauſchenden Kiefern am Wege geſchah der Mord. O ihr Bäume, ihr Zweige, rauſcht es mir zu, wer es geweſen, damit es an's Tageslicht komme und kein Unſchuldiger beſtraft werde. Ihr ſchweigt? Schweigt nur und ſchüttelt bedenklich eure ergrauten Häupter— die Sonne bringt's doch an den Tag!
Unter der Kiefer, die ihre Krone weit über die anderen Baumkronen erhebt, ſeufzt eine menſchliche Stimme.
Aber zu dieſer Stunde— um Mitternacht? Ziehen die aſchgrauen Wolken über die Mond⸗ ſcheibe, ſo iſt Niemand ſichtbar; erhellen ſie aber das geheimnißvolle Walddunkel, ſo ſcheint's, als ob ein lebendes Weſen am Pfade ſitzt.
Gewiß, der erſchlagene Ambulant umkreiſt um Mitternacht ſein Revier— als Geiſt einer anderen Welt— wenigſtens würden es die alten Weiber im Dorfe glauben— ein Vernünftiger aber prüft und überzeugt ſich, ehe er Wundergeſchichten weiter erzählt. Jetzt ſchaut der neugierige Mond hinter einer dunk⸗ len Wolke, deren Rand er mit einem hellen Licht⸗ ſtreifen umſäumt, 6hervor. Wollen ihn einmal fragen, ob er die bleiche, abgehärmte Geſtalt kennt, die hier am Wege ſich befindet.
Ja— ſie iſt's— ſie iſt's, die unglückliche Erd⸗ muthe— aber heute Vormittags war ſie ja krank und leidend!
Gegen Abend wurde der Doctor zu ihr geholt. Er hatte geſagt, daß die allergrößte Ruhe für ſie erforderlich ſei; ihr drohe ein Nervenfieber in Folge der zu großen Aufregung, der zu großen Mühe. Sie ſchlief auch um zehn Uhr Abends, nachdem ſie einige Stunden phantaſirte, ein. Ihr Vater, der in ihrem Zimmer blieb und mehrere Nächte nicht der Ruhe gepflegt, verſank in einen apathiſchen Zuſtand, bei welchem er nichts hörte, nichts ſah. Gegen halb zwölf Uhr Nachts erwachte die Patientin. Sie ſchien ſich ihrer Lage jetzt erſt bewußt zu werden, erhob ſich aus dem Bette, kleidete ſich an, um in den Wald an die bewußte Stelle, kurzum dorthin zu eilen, wo Knels ihr ſeine Liebe geſtanden. Hier finden wir ſie wieder.
Was murmelt ſie vor ſich hin? Kaum bleibt es dem Lauſcher verſtändlich, der ſich dicht hinter ihr verſtecken möchte. Horcht auf:


