43²
eine Vorführung der Facta, als blos durch eine abstracte Be⸗ zeichnung ihrer Wirkungen die Auffaſſung unmittelbarer an⸗ zuſprechen. Jedenfalls hat ſeine ideale Denkernatur ein Recht, die Formen des Kunſtwerks nach ihrem Grundweſen zu bilden, und die gehaltvolleren Leſer ſollten die Pflicht em⸗ pfinden, ſich an den läuternden Ideen des Autors zu klären. Inmitten unſeres wüſten Romantreibens bilden ſeine Pro⸗ ductionen ein friedliches Aſyl, wohin man ſich getroſt zurück⸗ ziehen darf, um den Geiſt wieder zu ruhigem Denken und Empfinden geſunden zu laſſen. Daß Meyr einen Styl ſchreibt, von dem unter zehn modernen Novelliſten neun daz ihnen zur Zeit noch fehlende correcte Deutſch lernen könn⸗ ten, habe ich ſchon mehrere Male bemerkt und will es hier zu Nutz und Frommen der ſtyliſtiſchen Jämmerlinge wieder⸗ holen. O. B.
Die Luſtſpiele des Publius Terentius. Deutſch von Donner. Leipzig und Heidelberg. Winter'ſche Verlagshandlung.
Die Laien, welche in den alten Sprachen nicht bewan⸗ dert ſind und durch mangelhafte Ueberſetzungen oft in ihrem Verſtändniß irre geleitet oder gar von den antiken Autoren abgeſchreckt werden, haben Donner bereits viele Genüſſe in; dieſem Gebiete zu verdanken. Die außerordentliche Sprach⸗ gewandtheit des bedeutenden Gelehrten, der mit Innigkeit in b den Geiſt der alten Poeſie eingedrungen iſt, erleichterte ihm weſentlich die vielen Sprachfeinheiten des Terenz und machte die Wiedergabe der ſechs Luſtſpiele im Versmaße der Urſchrift möglich. In Bezug auf Sinn und Ausdruck iſt ein außer⸗ ordentlicher Fleiß verwandt und ſelbſt da, wo es der deut⸗ ſchen Sprache nicht möglich iſt, die Formen des Originals
Rath und Hülfe für
Novellen⸗
dernen Unterhaltungslectüre an.
Diejenigen, welche an Geſichtsſchwäche
Zeitung.
wiederzugeben, wird doch das Bemühen dazu erſichtlich und die Lesbarkeit hält den guten Totaleindruck aufrecht. O. B.
Weiß und Schwarz. Hiſtoriſche Erzählung von Dr. Friedrich Wilhelm Arming. Leipzig, Verlag von Häfele jun.
Die kleine zweibändige Novelle greift, mit dem üblichen Beſtreben Zeitgemäßes zu bringen, in die erſte Zeit des nord⸗ amerikaniſchen Sonderbundkrieges ein und ſpielt alſo im Jahre 1861. Es kann nicht fehlen, daß ein ſolches Bild ein wenig von ſeiner Intention verliert, nachdem der Krieg ſelbſt eine ganz andere Wendung genommen hat und die öffentli⸗ chen Charaktere neue Entwicklungen empfingen. In ſtoffli⸗
cher Beziehung gehört die Erzählung übrigens ganz der mo⸗ O. B.
Ferientage von Keferſtein. Köthen, Verlag von
Paul Schettler.
Es ſind harmloſe Wanderungen, die uns hier der Ver⸗ faſſer als Reiſeerinnerungen an einige Punkte von England, Deutſchland und Italien in oft lebendigem Ton zum Beſten giebt und darin mancherlei Zeitgeſtalten darzuſtellen verſucht.
O. B.
Die Bernſteinfiſcher. Erzählung aus dem Volksleben am
Inhalt:
Strande von Friedrich Dentler.(Fortſetzung.)— Süßes
Bedürfniß, von Ernſt Streben.— Literariſche Briefe von Otto Banck.—
Feuilleton. Ein Bild von Pompeji.— Luxus.— Das Aſyl
von Broadmoor.— Eine Rothſchild'ſche Hochzeit.— Far Weſt.— Miscellen.— Vom deutſchen Büchermarkt.—
leiden und namentlich durch angeſtrengtes Studiren und angreifende Arbeit den Augen geſchadet haben.
Seit meinen Iugendjahren hatte auch ich die leidige Gewohnheit, die Stille der Nacht wiſſenſchaftlichen Arbeiten zu wid⸗ men. Sowohl hierdurch, als durch viele angreifende optiſche und feine mathematiſche Ausführungen war meine Sehkraft ſo ſehr geſchwächt,
daß ich um ſo mehr den völligen Verluſt derſelben befürchten mußte, welche mehrjährigen Verordnungen der geſchickteſten Aerzte nicht weichen wollte. r hren mit dem ausgezeichnetſten Erfolge gebrauche. ſondern auch meinen Augen die volle Schärfe und Kraft wiedergegeben, ſo wie in meiner Jugend, noch der vollkommenſten
ein Mittel zu finden, welches ich ſchon ſeit 40 Jah dauernde Entzündung vollſtändig beſeitigt,
wo ich das 75ſte Lebeusjahr antrete, ohne Brille die feinſte Schrift leſe und mich, b Dieſelbe günſtige Erfahrung habe ich auch bei Andern gemacht, unter welchen ſich Mehrere befinden, welche früher, ten kaum noch vorzuſtehen vermochten.
Sehkraft erfreue ſelbſt mit den ſchärfſten Brillen bewaffnet, ihren Geſchäf
dieſes Mittels die Brille hinweggeworfen und die frühere natürliche
eine wohlriechende Eſſenz, deren Beſtandtheile die Fenchelpflanze iſt.
oder ſonſtige ſchädliche Beſtandtheile. Die Bereitung der Eſſenz erfordert indeſſen eine verwickelte merke daher, daß ich dieſelbe ſeit längerer Zeit in vorzüglicher Güte von dem hieſigen Chemiker,
derſelbe liefert die Flaſche für einen Thaler, und iſt gern erbötig, Ich rathe daher den Leidenden,
da ſich eine fortwährende entzündliche Dispoſition eingeſtellt hatte, Unter dieſen betrübenden Umſtänden gelang es mir, Es hat nicht allein jene fort⸗ daß ich jetzt,
Sie haben bei beharrlichem Gebrauche Schrfe ihres Geſichts wieder erlangt. Dieſes Waſchmittel iſt Dieſelbe enthält weder Drastica noch Narcotica, noch metalliſche chemiſche Behandlung, und ich be⸗ Herrn Apotheker Geiß, beziehe; dieſelbe nebſt Gebrauchs⸗Anweiſung auch auswärts zu verſenden.
die Eſſenz von hier zu beziehen, indem eine ſolche Flaſche auf lange Zeit zum Gebrauche zureicht, da
nur etwas Weniges, mit Flußwaſſer gemiſcht, eine milchartige Flüſſigkeit bildet, womit Morgens und Abends, wie auch nach angrei⸗
fenden Arbeiten, die Umgebung des Auges befeuchtet wird befördert zugleich die Friſche der Hautfarbe Es wird mich erfreuen, wenn vorzüglich
Wahrheit oft das eigene Licht ihrer Augen gefährden und einbüßen müſſen. das leider in der jungen Welt ſo ſehr zu Mode gekommene entſtellende 1 m t w Brillen können nur einer fehlerhaften Organiſation des
Fällen die Augen mehr verdirbt als verbeſſert 3 aber nie geſunde oder geſchwächte Augen ſtärken und verbeſſern. Aken, a. d. Elbe.
Die Wirkung iſt höchſt wohlthätig und erquickend, und erhält und
denen dadurch geholfen wird, welche bei dem raſtloſen Streben nach dem Lichte der
Vielleicht kann auch durch den Gebrauch dieſes Mittels Brillentragen vermindert werden, da dieſes in den meiſten Auges zu Hülfe kommen,
Dr. Romershausen.
Soeben verläßt der 22ſte Jahres⸗Bericht über die Wirkſamkeit der Dr. Romershauſen'ſchen Augeneſſenz
die Preſſe. Derſelbe ſteht gratis zu Dienſten.
Redigirt unter Verantwortlichkeit von Olto Sriedrich Dürr in Leipzig.— Verlag der Dürr'ſchen Buchhandlung in Leipzig.— Druck von A. Edelmann in Leipzig.
„ .
Vierte
Erſcheint jeden
—


