Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
430
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gewiß würde die Nachricht, daß die Käfige des zoologiſchen Gartens geöffnet wären, einen zerin geren Schrecken in London verbreiten, als wenn man erführe, daß die Möglichkeit vor⸗ handen wäre, die Gefangenen von Broadmoor könnten ihre Freiheit wiedererlangen. e.

Eine Rothſchild'ſche Hochzeit.

Am 7. Juni Abends wurde in London Miß Evelina von Rothſchild, die zweite Tochter des Barons Lionel, mit fürſtlicher Pracht und Ceremonie in dem neuen Palais des Barons am Hyde⸗Park⸗Corner mit ihrem Couſin Ferdinand vermählt. Dieſe Hochzeitsfeier erregte wegen ihrer Wichtig⸗

keit und ihres Glanzes in der vornehmen Welt natürlich große

Beachtung, da ſich viele Mitglieder derſelben noch mit großem Vergnügen der prachtvollen Feſtlichkeiten erinnern, die vor acht Jahren bei der Vermählung der älteſten Tochter des Ba⸗ rons, Leonora, mit ihrem Couſin, Baron Alphonſe in Paris, in Gunnersbury⸗Park ſtattfand. Auch dieſe Braut heirathete einen Couſin, den Baron Ferdinand v. Rothſchild, den zwei⸗ ten Sohn des Baron Anſelm v. Rothſchild, des Hauptes der commerciellen und financiellen Ariſtokratie in Wien. Die Vermählungsceremonie fand, wie es bei den vornehmen he bräiſchen Familien gewöhnlich iſt, des Abends und in dem Hauſe des Notars der Braut ſtatt. Sie wurde kurz nach ſechs Uh 3 in dem Ballſaal gefeiert und nach dem Schluß der Ver mählung wurde den eingeladenen Gäſten das prachtvollſte Banquet gegeben, das ſich nur denken läßt. Das Palais, dem an Glanz und Reichthum der innern Einrichtung in Eng⸗ land nur wenige gleich ſind, war für dieſe Gelegenheit ganz beſonders verziert. Zwiſchen den Marmorſäulen an der gro⸗ ßen Treppe waren die ſchönſten Blumen und ſeltenſten Pflan⸗ zen künſtleriſch in Maſſen aufgeſtellt und die Niſchen und Baluſtraden waren voller Blumen, welche die Luft mit ihrem Wohlgeruch füllten. Die Galerie, worin das Banquet ſervirt wurde, bot einen wirklich glänzenden Anblick dar. Die Wände zwiſchen den Spiegeln waren mit weißen Spitzen bekleidet und auf denſelben waren Roſenkränze, welche die Farben der Brautjungfern Blaßroth und Weiß trugen. Gruppen von Orangenblüthen, Lilien und anderen ſinnbildlichen Blu⸗ men, die ſich für die Gelegenheit eigneten, waren dazwiſchen angebracht, Saals ſervirt waren und den Reichthum, der ſich auf ihnen fand, kaum zu tragen vermochten. Die Meiſterwerke von Sevres, Dresden und Worceſter waren auf denſelben geſchickt mit Bechern, großen Trinkkrügen, eben ſo wohl in Gold wie in Silber vereinigt.

Um fünf Uhr begannen die Güäſte ſich einzufinden.

Von den Familienmitgliedern waren zugegen: Baron James v. Rothſchild, Baroneſſe Karl von Rothſchild, Baro⸗ neſſe Nathanael v. Zoihſchiid⸗ Baraneſſ W. v. Rothſchild, Baron und Baroneſſe Adolph v. Rothſchild, Sir Anthony und Lady v. Rothſchild, Baron und Baroneſſe Meyer von Rothſchild, Baron id Baroneſſe Alphons v. Rothſchild, Ba⸗ ron Nathanael v. Rothſchild(Bruder des Bräutigams), Ba⸗ ron James Nathanael v. Rothſchild, Baron S. Albert von Rothſchild, Baron Edmund v. Rothſchild, Herr v. Rothſchild Herr Alfred v. Rothſchild, Herr Leopold v. Rothſchild und die Miſſes Margaret, Conſtanze, Annie, Emma, Hannah, Alice, Adelaide, Georgine und Bettina v. Rothſchild.

Von den eingeladenen Hochzeitsgäſten, die ſämmtlich den höchſten ariſtokratiſchen Kreiſen angehören, führt dieTi⸗ mes vierundſechzig namentlich an. Wir erwähnen davon

während die Tafeln in der Länge des ganzen

Novellen⸗Jeitung.

zertrat es mit ſeinem Fuße, koſtbaren Tafelaufſätzen

volle Banquet gegeben wurde.

nur den öſterreichiſchen Geſandten und die Gräfin Apponyi, den franzöſiſchen Geſandten, die Herzoge und Verzdnen von Sutherland, von Somerſet, von Newcaſtle, von Wel⸗ üngien, dann folgen Viscounts, Earls, Marquis, Lords mit ihren Gemahlinnen ꝛc.

Kurz nach ſechs Uhr, nachdem die Gäſte in dem Ball⸗ ſaale verſammelt waren, bereitete ſich der Oberrabbiner Dr. Adler, der von Dr. Kaliſch und Herrn Green unterſtützt wurde, vor, die Ceremonien den alten Gebräuchen der jüdi⸗ ſchen Religion gemäß zu verrichten. Ein Baldachin von Sammet, deſſen vier Ecken von den Ehrencavalieren des Bräutigams gehalten wurden, wurde an das obere Ende des

Ballſaals getragen; dann wurde der Bräutigam, Baron Fer⸗

dinand, von ſeinen nächſten männlichen Verwandten herein⸗ geführt und unter den Baldachin geſtellt. Die Braut, welche bis dahin in ihrem Zimmer geb ieben war, kam nun in den Ballſaal herab, begleitet von nicht weniger als vierzehn Brautjungfern, in Blaßroth und Weiß gekleidet. Die jungen Damen, welche das ſchöne Gefolge der Braut bildeten, wa⸗ ren: Lady Diana Beauclerk, Lady Alice Hill, Miß Edith und Miß Sibyl Montgomery, Miß Ethel Lennox und die Miſſes Conſtance, Annie, Hannah, Alice, Emma, Margaret, Adelaide, Georgine und Bettina von Rothſchild. An der Thür des Ballſaales wurde die Braut in ihrem weißen Spitzen⸗ kleide von ihrer Mutter empfangen, die ſie, von den Braut⸗ jungfern unterſtützt, ganz in einen reichen Schleier einhüllte, der bis auf die Erde reichte. Sie wurde dann mit derſelben Ceremonie wie der Bräutigam in den Ballſaal geführt nnd neben ihn unter den Baldachin geſtellt. Alle eingeladenen

Herren der moſaiſchen Religion ſetzten nun ihre Hüte auf,

der Oberrabbiner richtete eine kurze Ermahnung an das Brautpaar und dann nahm die Ceremonie im Hebräiſchen ihren Anfang. Wie die meiſten Ceremonien in hebräiſchen und griechiſchen Kirchen wurde Alles ſehr ſchnell geſprochen. Nachdem der erſte Theil geſchloſſen war, trank der Bräuti⸗

gam und die Braut aus einer Schale Wein und Waſſer und

Baron Ferdinand nahm den Ring, ſteckte ihn an den Finger der Braut und wiederholte dann langſam und deutlich auf Hebräiſch:Siehe, mit dieſem Ringe biſt Du mir nach den Gebräuchen Moſes und Iſraels angetraut. Nun wurde der Heirathscontract vorgeleſen und die Gebete begannen auf's Neue. Nach dem Schluß derſelben tranken der Bräutigam und die Braut von neuem aus einem Glaſe Wein, das leere Glas wurde dann auf den Fußboden geſtellt, der Bräutigam und in demſelben Augenblicke wünſchten alle Verwandte und Freunde laut, daß die Ehe eine glückliche und Braut und Bräutigam unwiderruflich ver⸗ einigt ſein möchten, wie die Stücke des⸗Glaſes für immer ge⸗ trennt wären. Nach dem Schluß der Ceremonie begaben alle Gäſte ſich in den Saal, worin das bereits erwähnte pracht⸗ Herr Disraeli brachte den Toaſt auf das Brautpaar aus, der Herzog von Sondrſet den auf die fremden Gäſte, der Lord Oberrichter von Eng⸗ land in ſehr ſchönen Worten den auf die Brautjungfern. Die Erwiderungen erfolgten von dem Bräutigam, von dem Ba⸗ ron James v. Rothſchild auf den für die fremden Gäſte, von dem Baron Lionel als Wirth für den Vater und die Mutter der Braut, von dem Baron Nathanael für den Vater des Bräutigams und von dem Herrn Osborne für die Braut⸗ jungfern. Nach dem Banquet gab die Baroneſſe noch einen Ball, dem der Herzog von Cambridge, die Herzogin von Aumale und die Mitglieder der Ariſtokratie und der vorneh⸗ men Welt beiwohnten..

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